Wiederholungstäter: Welche Sanktionen drohen?

Welche Sanktionen drohen einem Wiederholungstäter?

Welche Sanktionen drohen einem Wiederholungstäter?

In Deutschland gelten im Straßenverkehr bestimmte Regeln, die in der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgehalten werden. Zwar sind die meisten Bestimmungen für alle Verkehrsteilnehmer von Bedeutung, doch für Autofahrer sind sie besonders interessant. Bei Ordnungswidrigkeiten drohen Sanktionen, die im Bußgeldkatalog geregelt werden.

Da Sanktionen Maßnahmen sind, womit mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden soll, werden wiederholte Verstöße härter geahndet. Wann gilt jemand als Wiederholungstäter, beispielsweise wegen Geschwindigkeitsüberschreitung? Was sieht der Bußgeldkatalog für Wiederholungstäter vor? Ab wann gibt es ein Fahrverbot für Wiederholungstäter?

Welche Folgen hat wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitung?

Bevor die Frage geklärt werden kann, welche Sanktionen für eine Wiederholungstat vorgesehen werden, muss zuerst definiert werden, was ein Wiederholungstäter ist, beispielsweise wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Sind Wiederholungstäter Autofahrer, die beispielsweise 2 mal geblitzt werden?

Laut Bußgeldkatalog gilt jemand als Wiederholungstäter von Geschwindigkeitsüberschreitungen (Blitzer), wenn er innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal mit einer Überschreitung der Geschwindigkeit von ab 26 km/h geblitzt wird. Dabei gilt nicht der Tag, an dem die Sanktion verhängt wird, sondern jener, an dem der Verstoß begangen wird.

Wer im Straßenverkehr die Regeln missachtet und zu schnell fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Eine wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitung kann den Vorwurf der Beharrlichkeit mit sich ziehen. Wer die StVO beharrlich verletzt, gilt als Wiederholungstäter.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitung eines Wiederholungstäters droht ein Führerscheinentzug.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitung eines Wiederholungstäters droht ein Führerscheinentzug.

Der Bußgeldkatalog sieht unter Umständen einen Führerscheinentzug für Wiederholungstäter vor. Wenn die Geschwindigkeitsübertretung so hoch ist, dass sie sowieso ein Fahrverbot mit sich zieht, verlängert sich dieses um einen weiteren Monat, wenn es sich um eine Wiederholungstat handelt. Im § 4 Abs. 2 der Bußgeldkatalogverordnung (BKatV) wird der Führerscheinentzug gesetzlich geregelt und definiert:

Wird ein Fahrverbot wegen beharrlicher Verletzung der Pflichteneines Kraftfahrzeugführers zum ersten Mal angeordnet, so ist seine Dauer in der Regel auf einen Monat festzusetzen. Ein Fahrverbot kommt in der Regel in Betracht, wenn gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt worden ist und er innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft der Entscheidung eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begeht.

Allgemein steigt die Höhe der Sanktionen mit der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung. In der Regel wird das Bußgeld regelmäßig verdoppelt, wenn es zu wiederholten Geschwindigkeitsverstößen kommt. Unter Umständen müssen Wiederholungstäter sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitung wird in der Regel immer eine Toleranz abgezogen. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von weniger als 100 km/h sind es meistens 3 km/h, ab 100 km/h sind es 3% der gefahrenen Geschwindigkeit.

Wiederholungstäter in der Probezeit

In der Regel fallen für Fahranfänger in der Probezeit schärfere Sanktionen an, umso strengere sind die Maßnahmen gegen Wiederholungstäter in der Probezeit.

Des Weiteren werden Verstöße für Fahranfänger in A-Verstöße und B-Verstöße aufgeteilt, wobei A-Verstöße schwerwiegender sind und härter belangt werden.

Je nach Schwere können Fahranfänger sowohl Bußgelder als auch Punkte in Flensburg und Fahrverbote bekommen. Des Weiteren kann sich die Probezeit um zwei Jahre verlängern und eine MPU oder ein Aufbauseminar angeordnet werden. Bei drei A-Verstöße wird dem Wiederholungstäter in der Probezeit der Führerschein entzogen.

Für Fahranfänger gilt des Weiteren die Promillegrenze von 0,0.

Wiederholungstäter wegen Alkohol und Drogen am Steuer

Unter Alkohol- oder Drogeneinfluss Auto zu fahren stellt eine schwerwiegende Straftat dar, da dabei zahlreiche Unfälle mit erheblichen Sach- und Personenschaden entstehen könnten. Schlimmer als eine Alkoholfahrt ist ein Wiederholungstäter, der mehrmals unter Alkohol- und Drogeneinfluss ein Kraftfahrzeug führt.

Für eine Wiederholungstat wegen Alkohol am Steuer fallen die Sanktionen noch schärfer aus.

Für eine Wiederholungstat wegen Alkohol am Steuer fallen die Sanktionen noch schärfer aus.

In Deutschland gilt für Autofahrer die Grenze für den Konsum von Alkohol, die derzeit bei 0,5 Promille liegt. Dennoch müssen Autofahrer beachten, dass das Fahren unter Alkoholeinfluss Auswirkungen auf die Versicherung haben kann, wenn es zu einem Unfall kommen sollte. Die Versicherung kann sich bei einer Alkoholfahrt weigern, für die entstandenen Kosten aufzukommen.

Auch für Drogen gibt es Grenzwerte, die Autofahrer beachten müssen. Für THC zum Beispiel liegt der Grenzwert bei 1 ng/ml, für Kokain beträgt er 10 ng/ml, für MDMA 25 ng/ml.

Werden die Grenzwerte überschritten, werden direkt mit zwei Punkten, einem Fahrverbot und einem Bußgeld von 500 Euro geahndet. Je höher der festgestellte Wert, desto höher fällt die Strafe aus.

Für eine Wiederholungstat wegen Alkohol oder Drogen am Steuer fallen die Sanktionen noch schärfer aus. Das Fahrverbot wird auf mindestens drei Monate verlängert und die Strafen verdoppelt. Zudem kann die Polizei eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) für den Wiederholungstäter beantragen. Gemäß § 316 des Strafgesetzbuches (StGB) kann eine Alkoholfahrt auch mit einer Freiheitsstrafe belangt werden. Darüber hinaus kann der Wiederholungstäter eine Klage wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung kommen.

MPU für Wiederholungstäter

Wer aufgrund von Drogen und Alkohol am Steuer als Wiederholungstäter gilt, muss in den meisten Fällen eine MPU absolvieren, um wieder Auto fahren zu dürfen.

Die MPU ist für alle Teilnehmer, unabhängig davon, welcher Verstoß begangen wurde. Diese besteht in der Regel aus zwei Teilen: einem medizinischen und einem psychologischen Teil.

Aufgrund von Drogen und Alkohol muss der Wiederholungstäter im ersten Teil der Untersuchung seine Blut- und Leberwerte testen lassen sowie ggf. eine Urinprobe abgeben. Des Weiteren muss er einen Gleichgewichts- und Koordinierungstest bewältigen und sich messen lassen.

Im zweiten Teil der Untersuchung muss der Wiederholungstäter mit einem Psychologen sprechen. Hierbei wird der Wiederholungstäter nach seinen Beweggründen für die Tat gefragt. Möchte er seinen Führerschein wiedererlangen, muss der Betroffene dem Psychologen glaubhaft machen können, dass er sein Alkohol- oder Drogenproblem im Griff hat und dies dementsprechend nachweisen, beispielsweise durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Darüber hinaus muss der Wiederholungstäter Fragebögen ausfüllen und Fahrschulfragen beantworten.

Eine MPU dauert in der Regel zwischen drei Stund und einem Tag und kostet normalerweise zwischen 300 und 400 Euro. Nur eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) kann sie durchführen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (22 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.