Unfall im Straßenverkehr – wie Sie sich richtig verhalten

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Mit diesen Strafen müssen Sie bei Zuwiderhandlung rechnen

Hat sich ein Unfall ereignet, ist die Unfallstelle abzusichern und das Fahrzeug als Hindernis kenntlich zu machen.

Hat sich ein Unfall ereignet, ist die Unfallstelle abzusichern und das Fahrzeug als Hindernis kenntlich zu machen.

Missachtet ein Verkehrsteilnehmer die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung, kann ein Unfall schnell passieren. Schließlich dienen sie dazu, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Doch nicht nur durch einen Rotlichtverstoß, Alkohol am Steuer oder das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit können Menschen schwer verletzt oder ein erheblicher Sachschaden verursacht werden. Auch aus unachtsamem Verhalten resultieren mitunter erhebliche Schäden für die Fahrer von Auto, Fahrrad, Lkw und Co.

Der Bußgeldkatalog hält fest, welche Regeln rund um einen Unfall einzuhalten sind. Er gibt auch Auskunft darüber, welche Bußgelder und Punkte Verkehrssünder zu erwarten haben. Er führt ebenfalls auf, ob ein Fahrverbot droht und bei welchen Tatbeständen es sich um Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten handelt.

VerstoßVerwarngeld (in Euro)PunkteFahrverbotAnmerkung
liegengebliebenes Fahrzeug nicht abgesichert und nicht als Hindernis kenntlich gemacht30
als Unfallbeteiligter den Verkehr nicht gesichert oder bei Bagatellen nicht sofort beiseite gefahren30
... mit Sachbeschädigung35
Unfallspuren beseitigt vor den notwendigen polizeilichen Feststellungen30
unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nach § 142 StGB3
unterlassene Hilfeleistung3Straftat nach StGB
fahrlässige Tötung3Straftat nach StGB
fahrlässige Körperverletzung3Straftat nach StGB

Wie handeln nach dem Unfall?

Ist man selbst in einen Autounfall verwickelt oder hat ihn zum Beispiel als Autofahrer gar selbst herbeigeführt, ist der Schock in der Regel groß, sitzt der Schreck doch in den Knochen. Umso wichtiger ist es daher zu wissen, wie bei einem Verkehrsunfall zu reagieren ist.

Nun ist es passiert, Sie missachteten die Vorfahrt eines anderen, weshalb nun – mit Glück nur – ein Sachschaden vorliegt. Die Frage ist: welches Verhalten ist nun angebracht?

Als allererstes gilt die wichtigste Regel: Bleiben Sie ruhig! Die Fahrt ist nach dem Unfall zu unterbrechen. Zudem sollten Sie die Unfallstelle unverzüglich absichern, um andere auf die Geschehnisse hinzuweisen und weitere Gefährdungen zu vermeiden. Ebenso ist ein Warndreieck aufzustellen.
ist das Warndreieck in etwa 100 Meter hinter dem Unfallfahrzeug zu platzieren. Auf Autobahnen ist ein 150 Meter-Abstand einzuhalten. Aktivieren Sie zusätzlich die Warnblinkanlage. Auf Nummer sicher gehen Unfallbeteiligte, wenn die Fahrzeugbeleuchtung eingeschaltet und eine Warnweste übergestreift wird.

Wird der Sicherungspflicht zuwidergehandelt, sieht der Bußgeldkatalog Unfall ein Bußgeld von 30 Euro vor.

Bei schweren Unfällen ist die Polizei zu informieren. Entfernen Sie sich zu früh vom Unfallort, begehen Sie Fahrerflucht - eine Strafe blüht.

Bei schweren Unfällen ist die Polizei zu informieren. Entfernen Sie sich zu früh vom Unfallort, begehen Sie Fahrerflucht – eine Strafe blüht.

Kamen beim Unfall Menschen zu Schaden, sollten Sie unbedingt Erste Hilfe-Maßnahmen einleiten. Tun Sie dies nicht, können Sie nach § 323c für unterlassene Hilfeleistung belangt werden. Hierfür blühen unter Umständen eine bis zu einjährige Freiheitsstrafe oder alternativ eine Geldstrafe. Zudem erhöht sich das Punktekonto in Flensburg um drei Zähler.

Bei schweren Unfällen ist die Polizei zu verständigen, so schreibt es die Straßenverkehrsordnung (StVO) vor. Sind die Beamten am Ort des Geschehens eingetroffen, geben Sie unbedingt Name, Anschrift sowie Ihre versicherungsrechtlichen Kenndaten an. Erst, wenn alle Informationen aufgenommen und der Unfallbericht erstellt wurde, dürfen Sie sich vom Unfallort entfernen.

Handeln Sie dieser Vorgabe zuwider, machen Sie sich der Unfallflucht nach StGB (Strafgesetzbuch) schuldig.

Spätestens nach einer Woche sollte auch die Haftpflichtversicherung über den Unfall informiert werden. Hierauf weisen meist die Versicherungsbedingungen hin.

Die Fahrerflucht beim Unfall

Bei „Fahrerflucht“ oder „Unfallflucht“ handelt es sich um ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Das StGB führt in § 142 aus: Ein Unfallbeteiligter macht sich strafbar, wenn er nicht …

  • zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  • eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen.

Widerrechtlich verhalten sich ebenfalls Personen, denen die Entfernung vom Unfallort erlaubt war, die jedoch nicht unverzüglich nachträglich die Feststellung der erforderlichen Informationen ermöglicht haben.

Auf Fahrerflucht steht eine Strafe in Form einer bis zu dreijährigen Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe. Hinzu kommen drei Punkte in Flensburg.

Die Fahrerflucht in der Probezeit

Führerscheinneulinge, die in ihrer zweijährigen Bewährungsphase – der Probezeit – einen Verkehrsunfall verursachen, müssen mit schärferen Ahndungen rechnen, auch wenn bei der Fahrerflucht lediglich ein Sachschaden verursacht wurde.

Neben den strafrechtlichen Folgen, die sich maßgeblich an der Schwere des herbeigeführten Schadens bemessen, wird in der Probezeit bei begangener Unfallflucht folgende Strafe verhängt: Die Bewährungszeit wird auf insgesamt vier Jahre ausgeweitet – also um zwei Jahre verlängert. Darüber hinaus erfolgt die Anordnung eines kostenpflichtigen Aufbauseminars.

Sollte es sich um einen schweren Unfall mit Fahrerflucht handeln, erwartet den Fahranfänger für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort unter Umständen zudem eine Strafe in Form vom Führerscheinentzug.

Die fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr

Die fahrlässige Körperverletzung wird vom StGB mit einer maximal dreijährigen Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet.

Die fahrlässige Körperverletzung wird vom StGB mit einer maximal dreijährigen Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet.

Sind bei einem Unfall Personen zu Schaden gekommen, droht dem Verursacher eine Klage wegen fahrlässiger Körperverletzung. Doch was versteht man unter diesem Vorwurf?

Wer eine andere Person fahrlässig – also nicht absichtlich bzw. durch die Missachtung der objektiv erforderlichen Sorgfaltspflichten – verletzt, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe (§ 229 StGB). Wie hoch die Strafe für die fahrlässige Körperverletzung bei Unfall tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von der Schwere der erlittenen Verletzungen sowie dem Schweregrad der Fahrlässigkeit ab.

Begünstigend kann sich auswirken, wenn der Verursacher eines Unfalls selbst zu Schaden gekommen ist und er ein positives Nachtatverhalten zeigt. Lässt er dem Unfallopfer also aus Mitgefühl Schokolade oder Blumen zukommen, beeinflusst dies die Höhe der Strafe eventuell.

Für die fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr können maximal drei Punkte vergeben und gegebenenfalls ein Fahrverbot verhängt werden.

Auch Schockschäden können eine fahrlässige Körperverletzung darstellen. Hierbei handelt es sich um eine vom Arzt nachzuweisende psychische Belastung einer am Verkehrsunfall beteiligten Person. Sie kann unter anderem aus dem Miterleben der Verletzung oder Tötung eines nahen Angehörigen resultieren.

Die fahrlässige Tötung im Straßenverkehr

Gerade bei dem Zusammenstoß von Lkws oder Autos mit Fahrradfahrern ereignen sich immer wieder auch tödliche Unfälle, da sich Verkehrsteilnehmer auf dem Rad häufig im toten Winkel befinden. Schon das einmalige Vergessen des Schulterblicks kann deshalb massive Folgen haben.

In Deutschland fanden 2014 insgesamt 3368 Personen bei einem Unfall im Straßenverkehr den Tod. Knapp 20 Prozent hiervon nutzten Zweiräder zur Fortbewegung, kamen also auf Motorrad, Roller oder E-Bike um. Der Anteil der Fahrradfahrer an den im Straßenverkehr Getöteten betrug 11,7 Prozent (396 Personen).

Als „fahrlässige Tötung“ definiert das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) den durch die Verletzung der Sorgfaltspflicht herbeigeführten Tod eines Menschen. § 222 StGB definiert, welche Strafen zu erwarten sind:

Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Es wird nicht immer eine Freiheitsstrafe verhängt – in weniger schweren Fällen kann auch eine Bewährungsstrafe erteilt werden. Diese Option entfällt jedoch, kam es zum Beispiel aufgrund des alkoholisierten Fahrens zum Unfall mit tödlichem Ausgang. Neben den strafrechtlichen Folgen blühen dem Verkehrssünder unabhängig davon ebenfalls drei Punkte in Flensburg. Auch hier kann ein Fahrverbot angeordnet werden.

Während des Gerichtsverfahrens obliegt es dem Richter zu entscheiden, ob es sich um einen tödlichen Unfall oder eine fahrlässige Tötung handelte. Hierfür dient die Beweisaufnahme. Stellt sich während der Untersuchung heraus, dass der Angeklagte den Tod des Geschädigten durch die Berücksichtigung der Vorgaben des Verkehrsrechts hätte vermeiden können, erfolgt in der Regel eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung.

Rechnen Sie hier aus, wie viel das kostet.


Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (45 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.