Temposünder: Wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 25. August 2020

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Zu schnell unterwegs: Temposünder können eine Gefahr darstellen

Warum ein Verkehrsteilnehmer zum Temposünder wird, kann verschiedene Ursachen haben.
Warum ein Verkehrsteilnehmer zum Temposünder wird, kann verschiedene Ursachen haben.

Zum Temposünder kann theoretisch jeder Kraftfahrer werden. Die Gründe dafür sind jedoch sehr verschieden. Unaufmerksamkeit, Stress oder auch ein unbelehrbarer Bleifuß sind einige der häufigsten Ursachen für eine Geschwindigkeitsüberschreitung.

Ist es dann passiert, müssen sich eben jene Temposünder auch mit den Konsequenzen auseinandersetzen, wenn sie erwischt werden.

Welche Sanktionen dann zu erwarten sind und ob es sich um Bußgelder oder Strafen im rechtlichen Sinn handelt, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher. Darüber hinaus befasst er sich auch mit der Frage, warum Temposünder ein Sicherheitsrisiko darstellen können und wann diese als Wiederholungstäter gelten.

FAQ – Temposünder

Welche Sanktionen erwarten Temposünder?

Unserer Bußgeldtabelle können Sie entnehmen, welche Sanktionen Temposünder gemäß Bußgeldkatalog erwarten können.

Welche Tempolimits gelten in Deutschland?

Welche Tempolimits auf den jeweiligen Streckenabschnitten in Deutschland gelten, können Sie hier nachlesen.

Können Sie gegen die Sanktionen vorgehen?

Erhalten Sie einen Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung, können Sie binnen 14 Tagen schriftlich Einspruch einlegen.

Temposünder: Der Bußgeldkatalog bestimmt die Sanktionen

Zu schnell zu fahren, hat Sanktionen zur Folge, wenn Verkehrsteilnehmer geblitzt werden. Üblicherweise müssen Temposünder keine Strafen im rechtlichen Sinne befürchten, wenn sie eine einfache Geschwindigkeitsüberschreitung begangen haben. Handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, fallen Bußgelder, Punkte oder auch Fahrverbote an. In Bezug auf Temposünder zeigt folgende Tabelle, welche Sanktionen beim PKW möglich sind. Die zweite zeigt auf, welche Sanktionen bei Gespannen auf die Fahrer zukommen:

Bußgeldkatalog Geschwindigkeit außerorts

VerstoßSanktionPunkteFahrverbotFverbotLohnt ein Einspruch?
… bis 10 km/h20 EUReher nicht
… 11 - 15 km/h40 EURHier prüfen
… 16 - 20 km/h60 EURHier prüfen
… 21 - 25 km/h70 EUR1 Hier prüfen
… 26 - 30 km/h80 EUR1 1 Monat *1 MHier prüfen
… 31 - 40 km/h120 EUR11 Monat* 1 M*Hier prüfen
… 41 - 50 km/h160 EUR21 Monat1 MHier prüfen
… 51 - 60 km/h240 EUR21 Monat1 MHier prüfen
… 61 - 70 km/h440 EUR22 Monate2 MHier prüfen
über 70 km/h600 EUR23 Monate3 MHier prüfen
Die bis zum 27.04.2020 gültigen Bußgelder für Geschwindigkeitsverstöße außerorts finden Sie hier.

* Neue Fahrverbotsregelungen bundesweit derzeit außer Kraft gesetzt

Bußgeldkatalog Geschwindigkeit innerorts

VerstoßStrafePunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
... bis 10 km/h30 EUReher nicht
... 11 - 15 km/h50 EURHier prüfen
... 16 - 20 km/h70 EURHier prüfen
... 21 - 25 km/h80 EUR11 Monat *1 MHier prüfen
... 26 - 30 km/h100 EUR11 Monat* 1 M*Hier prüfen
... 31 - 40 km/h160 EUR21 Monat1 MHier prüfen
... 41 - 50 km/h200 EUR21 Monat1 MHier prüfen
... 51 - 60 km/h280 EUR22 Monate2 MHier prüfen
... 61 - 70 km/h480 EUR23 Monate3 MHier prüfen
über 70 km/h680 EUR23 Monate3 MHier prüfen
Die bis zum 27.04.2020 gültigen Bußgelder für Geschwindigkeitsverstöße innerorts finden Sie hier.

* Neue Regelungen zu Bußgeldern und Fahrverboten bundesweit derzeit außer Kraft gesetzt
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Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen mit einem PKW und Anhänger

außer­ortsBuß­geld (in €)PunkteFahr­verbotLohnt ein Einspruch?
≤ 10 km/h15eher nicht
11-15 km/h25eher nicht
16-20 km/h701Hier prüfen
21-25 km/h801Hier prüfen
26-30 km/h9511 Monat *Hier prüfen
31-40 km/h16021 Monat *Hier prüfen
41-50 km/h24021 MonatHier prüfen
51-60 km/h44022 MonateHier prüfen
≥ 60 km/h60023 MonateHier prüfen
* Neue Fahrverbotsregelungen in 14 Bundesländern derzeit außer Kraft gesetzt

inner­ortsBuß­geld (in €)PunkteFahr­verbotLohnt ein Einspruch?
≤ 10 km/h20eher nicht
11-15 km/h30eher nicht
16-20 km/h801Hier prüfen
21-25 km/h9511 Monat *Hier prüfen
26-30 km/h14021 Monat *Hier prüfen
31-40 km/h20021 MonatHier prüfen
41-50 km/h28022 MonateHier prüfen
51-60 km/h48023 MonateHier prüfen
≥ 60 km/h68023 MonateHier prüfen
* Neue Fahrverbotsregelungen in 14 Bundesländern derzeit außer Kraft gesetzt

Bußgeldrechner Geschwindigkeit

Nutzen Sie unseren Bußgeldrechner, um mögliche Sanktionen genauer zu bestimmen:

Wann sind Fahrer eigentlich Temposünder?

Wurde ein Fahrer zum Temposünder, sieht der Katalog unterschiedliche Sanktionen vor.
Wurde ein Fahrer zum Temposünder, sieht der Katalog unterschiedliche Sanktionen vor.

Im Prinzip können alle Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die allgemeinen Geschwindigkeitsvorschriften bzw. an die Vorgaben der Verkehrszeichen halten, als Temposünder bezeichnet werden. Dabei ist es dann auch unerheblich, um wie viel sie die vorgegebene Geschwindigkeit überschritten haben. Umgangssprachlich hat sich auch der Begriff „Raser“ etabliert, welcher eine größere negative Konnotation besitzt.

Sind Auto- oder Motorradfahrer zu schnell, steigt das Unfallrisiko. Mit jedem km/h mehr auf dem Tacho verlängern sich der Bremsweg und die Reaktionszeit des Fahrers. Hinzukommt, dass auch die wirkenden Kräfte bei einem Aufprall wesentlich höher sind. Diese Faktoren können entscheidend sein, wenn es darum geht, einen Unfall zu verhindern. Auch spielt es eine Rolle, dass sich andere Verkehrsteilnehmer darauf verlassen, dass die Vorgaben beachtet werden. Zu hohe Geschwindigkeiten können dann durchaus zu unvorhergesehenen Situationen führen, die wiederum ebenfalls das Risiko eines Unfalls erhöhen.

Wann ein Verkehrsteilnehmer zum Temposünder wird, basiert auf den gesetzlichen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (StVO). Unter § 3 StVO sind die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten auf deutschen Straßen festgehalten. Diese Vorgaben sind zu beachten, wenn die Geschwindigkeit nicht anderweitig, z. B. durch Verkehrszeichen, bestimmt ist. Demnach dürfen folgenden Geschwindigkeiten gefahren werden:

 Pkw und MotorräderPkw mit AnhängerLkw bis 7,5 tLkw über 7,5 t
Innerorts50 km/h50 km/h50 km/h50 km/h
Außerorts (Landstraßen)100 km/h80 km/h80 km/h60 km/h
Autobahnenunbegrenzt80 km/h,
mit Zu­lassung 100 km/h
80 km/h80 km/h
Auf der Kraftfahrstraße gelten für alle Lkw über 3,5 t 80 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Ggf. gelten abweichende Höchstgeschwindigkeiten je nach Verkehrszeichen.
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Gründe, die Fahrer zum Temposünder machen

Wie erwähnt, kann es eine Vielzahl an Ursachen geben, warum aus Verkehrsteilnehmern Temposünder werden. Stress, der zum Beispiel durch Zeitdruck entsteht, trägt oft dazu bei, dass Tempolimits missachtet werden. Viele erachten eine Überschreitung von 5 oder 10 km/h auch nicht als sonderlich schlimm, was dazu führen kann, dass Fahrer sich konstant über dem Tempolimit bewegen. In anderen Fällen verhalten sich die Fahrer egoistisch und auch rücksichtslos, weil sie so schnell wie möglich am Ziel sein oder einfach den Rausch der Geschwindigkeit genießen wollen.

Ahndung: Temposünder müssen gemäß Bußgeldkatalog auch mit Fahrverboten rechnen.
Ahndung: Temposünder müssen gemäß Bußgeldkatalog auch mit Fahrverboten rechnen.

Unaufmerksamkeit kann ebenfalls dazu beitragen, dass Fahrer Verkehrszeichen zu den Tempolimits übersehen oder einfach nicht auf den Tacho achten. Sind sie beispielsweise durch äußere Einflüsse zu sehr abgelenkt, steht der Fuß auf dem Gas, aber der Fahrer hat kein Auge dafür, welche Geschwindigkeit gefahren wird oder was eigentlich erlaubt ist.

Für die Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Deutschland die entsprechenden Behörden zuständig. Je nach den Regelungen des Bundeslandes dürfen Geschwindigkeitskontrollen nur durch die Polizei erfolgen oder auch von privaten Unternehmen im Auftrag der Kommunen durchgeführt sein.

Temposünder werden dann entweder durch stationäre oder mobile Blitzer überführt. Ob ein Blitzerfoto entsteht, hängt dann von der Art des Blitzers ab. Findet die Kontrolle vor Ort durch mobile Blitzer statt, halten die Beamten die Betroffenen in der Regel an und händigen einen Bescheid aus oder kündigen die Zusendung eines solchen per Post. Auch das Nachfahren und Anfertigen von Videoaufnahmen ist eine gängige Methode der Geschwindigkeitsüberwachung. Oft werden die Temposünder auch hier von den Beamten im nachfahrenden Wagen angehalten und über den Verkehrsverstoß aufgeklärt.

Wiederholte Temposünder: Wann hat das Konsequenzen?

Es gibt Fahrer, die sind öfters unkonzentriert und dadurch auch regelmäßig zu schnell. Dann gibt es, wie beschrieben, jene, die grundsätzlich einen Bleifuß an den Tag legen. In beiden Fällen können höhere Sanktionen anstehen, und zwar dann, wenn diese Verkehrsteilnehmer als Wiederholungstäter gewertet werden. Doch wann liegt für Temposünder eine Wiederholung vor?

Grundsätzlich ist das der Fall, wenn Fahrern innerhalb eines Jahres mindestens zweimal eine Überschreitung von 26 km/h oder mehr nachgewiesen wird. Als Konsequenz wird ein einmonatiges Fahrverbot verhängt. Hat der Verstoß an sich bereits ein solches zu Folge, wird der eine Monat dazu addiert.  Fallen Fahrer dann erneut durch wiederholte Tempoverstöße auf, kann das als Beharrlichkeit angesehen werden. Dann ist zusätzlich mit einem erhöhten Bußgeld zu rechnen.

Achtung: Auch mit dem Inkrafttreten der StVO-Novelle hat sich diese Regelung nicht geändert. Welchen Einfluss sie auf die neuen Regelfahrverbote haben wird, ist derzeit nicht bekannt.

Bußgeldverfahren für Temposünder und die Möglichkeit zum Einspruch

Werden Temposünder geblitzt oder durch die Polizei angehalten, folgt in der Regel ein Bußgeldverfahren, sofern die fällige Sanktion bei einer Kontrolle nicht sofort vor Ort gezahlt wird. Die zuständige Bußgeldstelle hat ab dem Tattag drei Monate (bei Unterbrechung der Verjährung sechs Monate) Zeit, den Verstoß zu verfolgen und einen Bescheid zu verschicken.

Temposünder: Ein Strafe ist nur unter bestimmten Umständen möglich.
Temposünder: Ein Strafe ist nur unter bestimmten Umständen möglich.

Der Bußgeldbescheid wird an den Halter des Fahrzeugs gesandt. Da allerdings in Deutschland die Fahrerhaftung gilt, muss  eindeutig nachgewiesen werden, wer das Fahrzeug gefahren hat. Ist der Halter nicht der Fahrer, ist das der Bußgeldstelle entsprechend mitzuteilen.

Betroffene Temposünder haben im Bußgeldverfahren die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Das kann dann sinnvoll sein, wenn der Bescheid beispielsweise Fehler bei den angeführten Daten aufweist oder Fahrer sich sicher sind, dass sie zum Tatzeitpunkt nicht an diesem Ort waren oder gefahren sind. Der Einspruch muss schriftlich erfolgen, an die zuständige Behörde gehen und innerhalb der Frist von 14 Tagen nach Eingang des Bescheids eingehen.

Temposünder: Straftäter oder nicht?

In der Regel wird eine Geschwindigkeitsüberschreitung in Deutschland als Ordnungswidrigkeit behandelt. Doch in einigen Fällen kann zu hohes Tempo auch eine Straftat bedeuten, nämlich dann, wenn es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr handelt. Das kann unter anderem bei illegalen Autorennen so sein oder wenn die zu hohe Geschwindigkeit nachweislich die Ursache für eine Körperverletzung oder schwere Sachbeschädigung darstellt.

Ob gegen Temposünder ein Strafverfahren eröffnet wird, liegt im Ermessen der zuständigen Staatsanwaltschaft. Beim Tatbestand des illegalen Autorennens wird ein solches gemäß § 315d Strafgesetzbuch (StGB) allerdings automatisch eingeleitet.

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Temposünder: Wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist
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