Rote Ampel überfahren – mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen?

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Viele Autofahrer kennen das folgende Szenario nur allzu gut: Die Zeit ist knapp und die Straßen sind verstopft. Nicht selten nutzen motorisierte Verkehrsteilnehmer deshalb noch die Gelbphase einer Ampel, um über die Kreuzung zu huschen. Dabei schaltet die Lichtsignalanlage häufig bereits um, weshalb sie bei rot geblitzt werden.

Dies stellt einen Verstoß gegen das Verkehrsrecht dar und wird vom Bußgeldkatalog streng geahndet, da die Verkehrssicherheit durch dieses Fahrverhalten massiv beeinträchtigt wird. Verkehrssündern – egal, ob im Auto oder auf dem Rad unterwegs – drohen angesichts dieser besonders schwerwiegenden Ordnungswidrigkeit deshalb harte Strafen.

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Der Rotlichtverstoß im Bußgeldkatalog

Pkw-Fahrer müssen laut Bußgeldtabelle in jedem Fall mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Je nach Begleitumständen kann der Bußgeldbescheid auch ein Fahrverbot ausweisen. Um diese Folgen zu vermeiden, klärt folgender Ratgeber deshalb über den Rotlichtverstoß in der Straßenverkehrsordnung (StVO) auf und erläutert die verschiedenen Arten dieses Vergehens.

TatbestandBußgeld (in €)PunkteFahrverbotEinspruch lohnenswert?
Ampel bei "Rot" überfahren90 1eher nein
... mit Gefährdung20021 MonatHier prüfen
... mit Sachbeschädigung24021 MonatHier prüfen
Ampel bei schon länger als 1 Sekunde leuchtendem "Rot" überfahren (qualifizierter Rotlichtverstoß)20021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen
... mit Gefährdung32021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen
... mit Sachbeschädigung36021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen
bei "Rot" rechts abbiegen an einer Ampel, die rechts über einen Grünpfeil ohne vorher anzuhalten701eher nein
... mit Gefährdung1001eher nein
... mit Unfallverursachung1201eher nein
bei "Rot" rechts abbiegen an einer Ampel, die rechts über einen Grünpfeil ohne vorher anzuhalten; dabei den Fußgänger-/Fahrradverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung behindern1001eher nein

Warum es Ampeln im Straßenverkehr gibt

Wird eine rote Ampel überfahren, drohen nicht nur Bußgelder.

Wird eine rote Ampel überfahren, drohen nicht nur Bußgelder.

In kleinen wie in großen Städten regeln Lichtsignalanlagen – umgangssprachlich Ampeln genannt – den Straßenverkehr, indem sie die verschiedenen Verkehrsströme – wie Auto- und Fahrradfahrer, aber auch Fußgänger steuern.

Auf diese Weise beugt sie potenziellen Gefahrensituationen und Staus vor, wodurch es zu einer Beschleunigung des Verkehrsflusses kommt.

Dank ihrer normierten und einfach zu verstehenden Funktionsweise verstehen in der Regel Menschen aus aller Welt ihre Zeichen.

Bei Rot über die Ampel – es gibt Unterschiede

Wer durch Missachtung einer roten Ampel in den geschützten Bereich einfährt, begeht einen Rotlichtverstoß.

Wird eine Ampel bei Rot überfahren, registrieren häufig automatische Überwachungsanlagen den Verstoß – der Verkehrssünder wird von einem sogenannten Ampelblitzer erfasst, der zum Nachweis ein Foto anfertigt.

Ein Rotlichtverstoß wird unterschieden in zwei verschiedene Arten:

  • einfacher Rotlichtverstoß (Ampel stand vor dem Überfahren weniger als eine Sekunde auf Rot)
  • qualifizierter Rotlichtverstoß (Ampel stand vor dem Überfahren länger als eine Sekunde auf Rot)

Je länger die Lichtsignalanlage bereits leuchtete, bevor die rote Ampel überfahren wurde, desto härtere Sanktionen drohen.

Strafen bei Missachtung roter Ampel

Wurde die rote Ampel überfahren unter 1 Sekunde, drohen 90 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg. Kam es beim Begehen des Verkehrsverstoßes hingegen zur Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, erhöhen sich die Strafen drastisch. Hier werden 200 Euro und zwei Punkte in Flensburg fällig. Darüber hinaus erfolgt die Anordnung eines Fahrverbots von einem Monat.

Das Bußgeld steigt noch einmal, wenn es in diesem Zusammenhang zu einer Sachbeschädigung kommt: Bei einem einfachen Rotlichtverstoß haben Verkehrssünder 240 Euro zu entrichten. Auch dabei werden zwei Punkte in Flensburg und ein 1-monatiges Fahrverbot verhängt.
Bei Rot über die Ampel - keine Bagatelle.

Bei Rot über die Ampel – keine Bagatelle

Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß drohen noch härtere Ahndungen. Grundsätzlich sind für diesen Verstoß 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot zu erwarten.

Hinzu kommen unter Umständen eine Geldstrafe, der Führerscheinentzug und eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Bei zusätzlicher Gefährdung steigt das Bußgeld auf 320 Euro an.

Erfolgt eine Sachbeschädigung, sind 360 Euro zu zahlen. Punkte und übrige Konditionen bleiben unverändert.

Rote Ampel überfahren in der Probezeit

Wird ein Fahranfänger an einer roten Ampel geblitzt, hat er – da die ersten zwei Jahre der Bewährung dienen – mit schwerwiegenderen Konsequenzen zu rechnen als bereits erfahrene Pkw-, Lkw- oder Motorradfahrer.

Wer in der Probezeit bei Rot über die Ampel gefahren ist, der begeht einen A-Verstoß. Dieser zieht die Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre sowie die Anordnung eines Aufbauseminars nach sich. Dieser Auffrischungskurs muss zwingend absolviert werden. Die bereits aufgeführten Bußgelder, Punkte und eventuelle Fahrverbote kommen selbstverständlich noch hinzu.

Kommt es innerhalb der verlängerten Probezeit zu einem erneuten A-Verstoß, erfolgt eine Verwarnung. Zudem wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen. Schon beim nächsten, also zweiten A-Verstoß in diesem Zeitraum, ist dann schließlich die Fahrerlaubnis weg. Sie wird angesichts der wiederholten Vergehen in der Regel entzogen.

Als Fahrradfahrer bei Rot über die Ampel und geblitzt

Auch Verkehrsteilnehmer, die auf ihrem Drahtesel die Rotphase einer Lichtsignalanlage missachten, können von einer Blitzerampel oder einer Polizeikontrolle erfasst werden. Ersteres führt meistens nicht zu Sanktionen, da angesichts eines fehlendenden Kennzeichens der Fahrer in der Regel schlichtweg nicht ermittelbar ist.

Wird ein Rotlicht-Sünder hingegen im Rahmen einer polizeilichen Kontrolle aus dem Verkehr gezogen, droht auch ihm ein Bußgeldbescheid.

Laut Bußgeldkatalog erwarten Radfahrer bei einem Rotlichtverstoß mit dem Fahrrad immer ein Punkt, der im Fahreignungsregister (FAER) des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg eingetragen wird sowie variable Bußgelder.
Stationäre Ampelblitzer dokumentieren Rotlichtverstöße.

Stationäre Ampelblitzer dokumentieren Rotlichtverstöße.

einfacher Rotlichtverstoß:

  • bei Rot über die Ampel gefahren: 60 Euro und ein Punkt
  • inklusive Gefährdung: 100 Euro und ein Punkt
  • inklusive Unfall oder Sachbeschädigung: 120 Euro und ein Punkt

qualifizierter Rotlichtverstoß:

  • bei Rot über die Ampel gefahren: 100 Euro und ein Punkt
  • inklusive Gefährdung: 160 Euro und ein Punkt
  • inklusive Unfall oder Sachbeschädigung: 180 Euro und ein Punkt

Bei Rot über die Ampel geblitzt – welche Arten der Rotlichtüberwachung es gibt

Die Einhaltung der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und anderer Regelkataloge seitens der Verkehrsteilnehmer wird unter anderem von Blitzern überwacht.

Die ermitteln nicht nur Überschreitungen der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit, sondern auch, ob die Lichtsignale zur Verkehrsregelung befolgt werden. In der Regel kommen entweder stationäre oder mobile Rote-Ampel-Blitzer zum Einsatz.

Die stationäre Rotlichtüberwachung (Rotblitzer)

Im Straßenverkehr gibt es Orte, an denen Verkehrsverstöße wie zum Beispiel das Überfahren einer roten Ampel gehäuft vorkommen. An solchen Stellen installieren Städte und Gemeinden häufig ruhende Überwachungskameras, die eine Messung mittels im Boden verankerter Induktionsschleifen vornehmen. Auf diese Weise kontrollieren sie das Verkehrsgeschehen und lösen bei einem Rotlichtverstoß die Aufnahme eines Blitzerbildes aus.

Blitzerampeln lösen häufig zweimal nacheinander aus. Dies liegt darin begründet, dass zur genauen Ermittlung des Tatablaufs zwei Induktionsschleifen in die Fahrbahn eingearbeitet sind. Diese stellen fest, ob und wie weit der Verkehrssünder in den geschützten Bereich vorgedrungen ist.

Hat er nur die Haltelinie überrollt (registriert die erste Schleife), konnte sein Fahrzeug aber noch kurz dahinter abbremsen, handelt es sich um einen Haltelinienverstoß. Er wird in der Regel lediglich mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet. Kommt der Verkehrssünder erst im geschützten Kreuzungsbereich zum Stehen und wird damit ein zweites Mal geblitzt, begeht er einen Rotlichtverstoß.

Die mobile Rotlichtüberwachung

Im Gegensatz zu ruhenden „Starenkästen“ können Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter den Verkehr auch mit einem mobilen Blitzer an der Ampel kontrollieren. Solche Geräte sind beweglich und damit an unterschiedlichen Orten einsetzbar. Dank des Überraschungseffekts können Rotlicht-Sünder so unvorbereitet gestellt, zur Aufnahme ihrer Personendaten herausgewunken und einem Bußgeldverfahren zugeführt werden.

Der Einsatz mobiler Blitzer ist sehr kostenintensiv, da unter anderem Beamte extra für diesen Zweck abgestellt werden müssen.

Geblitzt bei Rot – anwaltliche Hilfe ratsam

Angesichts des nicht selten unklaren Tatablaufs oder aber auch Fehlern in der Messtechnik, ergeben sich im Bußgeldverfahren häufig Unstimmigkeiten. Es steht dem beschuldigten Verkehrsteilnehmer deshalb bei einem Rotlichtverstoß immer frei, Einspruch gegen die Anordnung von Bußgeldern, Punkten in Flensburg und unter Umständen verhängten Fahrverboten einzulegen.

Anwaltliche Unterstützung von einem Experten aus dem Bereich Verkehrsrecht ist in solchen Fällen empfehlenswert. Er berät – in einem mitunter kostenlos angebotenen Erstgespräch – über die Erfolgschancen eines solchen Vorhabens und prüft nach Erteilung des Mandats die Aktenlage. Mögliche Angriffspunkte deckt er auf, wodurch im günstigsten Fall die die angedrohten Strafen abgemildert oder ein Bußgeldbescheid gänzlich aufgehoben werden kann.

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