Richtgeschwindigkeit: In Deutschland gesetzlich empfohlen

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Richtgeschwindigkeit: Für eine deutsche Autobahn sind 130 km/h empfohlen.
Richtgeschwindigkeit: Für eine deutsche Autobahn sind 130 km/h empfohlen.

„Auf deutschen Autobahnen kann so schnell gefahren werden, wie es Fahrer wollen!“ Das ist wohl eines der häufigsten Klischees, die es in Bezug auf das Autofahren in Deutschland gibt. Doch ist dem wirklich so und was hat die Richtgeschwindigkeit damit zu tun? Wie schnell Verkehrsteilnehmer in Deutschland unterwegs sein dürfen, istdurch den Gesetzgeber vorgegeben bzw. werden Geschwindigkeiten von diesem empfohlen.

Inwiefern die Autobahnrichtgeschwindigkeit gesetzlich geregelt ist und wo sonst noch eine Richtgeschwindigkeit gelten kann, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher. Darüber hinaus befasst er sich damit, welche Konsequenzen drohen können, wenn Autofahrer die Richtgeschwindigkeit nicht ernst nehmen.

Was heißt „Richtgeschwindigkeit“ eigentlich?

Bis 2013 wurde die Richtgeschwindigkeit durch ein Schild angekündigt.
Bis 2013 wurde die Richtgeschwindigkeit durch ein Schild angekündigt.

„Sie fahren mit Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn …“ So beginnen viele Fragen
während des theoretischen Fahrunterrichts oder bei der entsprechenden Prüfung. Das Thema kommt Autofahrern also durchaus schon früh vor die Augen. Doch was ist bzw. bedeutet Richtgeschwindigkeit im deutschen Verkehrsrecht genau und an welches Tempo sollten sich Verkehrsteilnehmer dann halten? Ist mit einer Geschwindigkeitskontrolle in diesem Zusammenhang zu rechnen?

Grundsätzlich wird als Richtgeschwindigkeit eine Empfehlung in Bezug auf ein Tempo, das nicht überschritten werden sollte, bezeichnet. Im Klartext heißt das, der Gesetzgeber empfiehlt, maximal diese vorgegebene Geschwindigkeit zu fahren, auch wenn die Straßen- und Witterungsbedingungen eine weitaus höhere Geschwindigkeit zulassen.

In der Regel besteht auf Straßen, für die eine Richtgeschwindigkeit empfohlen wird, keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Richtgeschwindigkeit dient also in erster Linie dazu, Autofahrer anzuhalten, nicht übermäßig schnell unterwegs zu sein und die empfohlene Geschwindigkeit zu wählen. Das soll auch zur Sicherheit auf den Straßen beitragen, allerdings sind Verkehrsteilnehmer, für die diese Empfehlung gilt, nicht verpflichtet dieser auch zu folgen.

In Deutschland gilt eine solche Richtgeschwindigkeit üblicherweise auf der Autobahn sowie auf Bundes- bzw. Landstraßen, die autobahnähnlich ausgebaut sind. Letztere sind in der Regel dann als Kraftfahrstraßen gekennzeichnet. Zudem ist eine Richtgeschwindigkeit meist außerorts vorgesehen, da auf innerstädtischen Autobahnen in der Regel ein Tempolimit durch Verkehrszeichen ausgesprochen wird.

Gesetzliche Grundlagen für die Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen

Für welche Kraftfahrzeuge gilt dann für die Autobahn eine Richtgeschwindigkeit? Auch das hat der Gesetzgeber festgelegt. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) legt eine Richtgeschwindigkeit zwar nicht fest, bestimmt jedoch, wie schnell bestimmte Fahrzeuge auf unterschiedlichen Straßen sein dürfen. Demnach dürfen LKW ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t auf Autobahnen höchsten 80 km/h fahren. Hier ist explizit eine Geschwindigkeitsbegrenzung bestimmt, sodass die Richtgeschwindigkeit für LKW nicht greift.

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Anders sieht das bei Fahrzeugen bis 3,5 t und Motorrädern aus. Doch welche Richtgeschwindigkeit gilt für PKW und Motorräder auf Autobahnen und Bundesstraßen? Dies wird durch eine eigene Verordnung gesetzlich definiert. In der „Autobahn-Richtgeschwindigkeitverordnung“ (Autobahn-Richtgeschwindigkeits-V) wird bereits in § 1 festgehalten, dass Verkehrsteilnehmer „nicht schneller als 130 km/h“ fahren sollten. Auch definiert ist, auf welchen Straßen die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zum Tragen kommt:

[…] 1. auf Autobahnen (Zeichen 330.1),

2. außerhalb geschlossener Ortschaften auf anderen Straßen mit Fahrbahnen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind, und

3. außerhalb geschlossener Ortschaften auf Straßen, die mindestens zwei durch Fahrstreifenbegrenzung (Zeichen 295) oder durch Leitlinien (Zeichen 340) markierte Fahrstreifen für jede Richtung haben […]

An Grenzübergängen kündigt ein Verkehrszeichen die Richtgeschwindigkeit weiterhin an.
An Grenzübergängen kündigt ein Verkehrszeichen die Richtgeschwindigkeit weiterhin an.

Gemäß dieser Definition kann eine Richtgeschwindigkeit für Bundesstraße, Landstraße oder Autobahn gültig sein, sofern die Straßen den beschriebenen Ausbauzustand aufweisen. Ist hier das Tempo nicht durch ein Schild angegeben, gilt die Richtgeschwindigkeit. Bis 2013 zeigten Verkehrszeichen diese an den Autobahnen und entsprechenden Straße an. In einem Viereck mit blauem Hintergrund ist in weißer Schrift die empfohlene Geschwindigkeit angegeben.

Allerdings werden diese Schilder nicht mehr aufgestellt, da sie aus dem Katalog der Verkehrszeichen der StVO gestrichen wurden. Dennoch sind sie weiterhin noch zu finden, da nicht alle sofort abmontiert wurden. Diese sind bis 2022 gültig und sollten entsprechend auch beachtet werden.

Nun gilt die Richtgeschwindigkeit auf den Streckenabschnitten der Autobahnen und Kraftfahrstraßen, an denen keine Geschwindigkeitsbegrenzungen durch Verkehrszeichen angeordnet sind. An Grenzübergängen wird jedoch weiterhin auf die gültigen Geschwindigkeiten in Deutschland hingewiesen. Dieses Verkehrszeichen beinhaltet auch die Angabe zur Richtgeschwindigkeit, welche in der Regel unten auf dem Schild zu sehen ist.

130 km/h: Richtgeschwindigkeit zu ignorieren, hat keine rechtlichen Folgen

Weist ein Verkehrsschild auf eine Richtgeschwindigkeit für die Autobahn hin, sollten PKW- und Motorradfahrer diese zwar beachten und sich entsprechend verhalten, doch verpflichtet dazu sind sie, wie erwähnt, nicht.

Fahren sie dann schneller, liegt kein Verkehrsverstoß vor. Daher sind hier auch keine Bußgelder, Punkte oder Fahrverbote zu befürchten.

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