Können Radarwarner in der Schweiz genutzt werden?

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Buß‌geldbescheid?
Viele Buß‌geldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Ob Navi oder Blitzer-App: Die Schweiz reguliert die Nutzung

In der Schweiz sind Radarwarner nicht zulässig.
In der Schweiz sind Radarwarner nicht zulässig.

Navigationsgeräte gehören schon seit einiger Zeit oft zu einer Serienausstattung in Fahrzeugen und Apps haben größtenteils die altbewährten Papierkarten oder Atlanten vor allem auch im Urlaub abgelöst. Ein Blick auf den Bildschirm ist einfacher, als die Karten konzentriert studieren zu müssen. Auch die Ansagefunktion der Navis und Apps ist von Vorteil, wenn sich Fahrer auf den Verkehr konzentrieren. Einige Funktionen sind jedoch verkehrsrechtlich nicht gern gesehen. So sind Radarwarner neben der Schweiz und Deutschland auch in vielen weiteren Ländern verboten.

Ob Blitzer in der Schweiz durch eine App oder ein entsprechend ausgerüstetes Navigationsgerät angezeigt werden dürfen, sollten Reisende vorab klären. Denn wie in allen Lebenslagen schützt auch hier Unwissenheit nicht davor, Sanktionen zu erhalten. Bis zu welchem Grad Radarwarner in der Schweiz verboten sind, erläutert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Radarwarner in der Schweiz

Dürfen Radarwarner in der Schweiz verwendet werden?

Nein. In der Schweiz ist die Nutzung von Radarwarnern als Gerät, Software oder App grundsätzlich untersagt.

Sind andere Arten vor Blitzern zu warnen, zulässig?

Nein, öffentlich vor Blitzern zu warnen, ist in der Schweiz generell nicht zulässig. Das betrifft sowohl Warnungen im Radio als auch in Chats oder Online-Foren.

Mit welchen Sanktionen ist bei einer Missachtung zu rechnen?

Einzig die Polizei darf über Kontrollen informieren. Nutzern von Radarwarnern und Personen, die öffentlich warnen, droht eine Geldstrafe, die üblicherweise von einem Gericht bestimmt wird.

Sanktionen gemäß dem schweizerischen Bußgeldkatalog

Wer eine App oder ein Navi mit Radarwarner in der Schweiz nutzt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Bussen (schweizerisch für Bußgeld) oder auch Geldstrafen liegen dann im Bereich das Möglichen.

VerstoßMögliche Sanktionen
Radarwarner verwendet bzw. Geräte, welche Kontrollen stören oder beeinflussenab umgerechnet 200 EUR,
Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen,
genaue Höhe legt Gericht fest
Öffentliche Verbreitung von Informationen zu Geschwindigkeitskontrollengenaue Höhe legt Gericht fest

In der Schweiz sind Radarwarner zu deaktivieren. Wird bei einer Kontrolle ein aktives Gerät oder App festgestellt, kann das zur Konfiszierung des Navis oder des Handys führen.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Buß‌geldbescheid?
Viele Buß‌geldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Radarwarner: In der Schweiz verboten

Nutzen Verkehrsteilnehmer Geräte bzw. Anwendungen, die vor einer Verkehrsüberwachung durch Blitzer oder Radar warnen, sind Bussen in der Schweiz meist unumgänglich, wenn Beamte eine solche Nutzung feststellen. Rechtlich ist das Verbot einer Blitzer- oder Radar-App in der Schweiz  sowohl durch das Strassenverkehrsgesetz (SVG) als auch durch die Regelungen der sogenannten „Via Sicura“ definiert.

Radarwaner: In der Schweiz ist eine App ebenfalls nicht gestattet.
Radarwaner: In der Schweiz ist eine App ebenfalls nicht gestattet.

Insbesondere Artikel 98a SVG bestimmt in Abschnitt 1, dass ein Einsatz von Geräten oder Programmen geahndet wird, wenn diese „die behördliche Kontrolle des Strassenverkehrs […] erschweren, […] stören oder unwirksam […] machen“. Dabei wird nicht nur festgelegt, dass die Nutzung Sanktionen mit sich bringt, sondern auch der Kauf und Verkauf oder das Überlassen der Geräte sowie das öffentliche zur Verfügungstellen der Informationen.

Ebenfalls definiert wird, welche Sanktionen Blitzerwarner in der Schweiz nach sich ziehen. Dies ist im genannten Artikel des SVGs unter Abschnitt 2 zu finden. So ist bestimmt, dass Gerichte über die Höhe der Bussen sowie über den Einzug und die Vernichtung der Geräte entscheiden.

Die „Via Sicura“ stellt ein Maßnahmenpaket der Schweizer Regierung dar und soll zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. In Bezug auf Blitzer-Apps und physische Radarwarner in der Schweiz legen diese Vorschriften Folgendes fest:

 Verbot von entgeltlichen oder öffentlichen Warnungen vor Verkehrskontrollen. Warnungen vor Polizeikontrollen sind verboten, wenn sie entgeltlich sind oder öffentlich erfolgen. Radarwarnungen durch die Polizei und unter Verkehrsteilnehmern und Verkehrsteilnehmerinnen fallen nicht unter das Verbot.

Das bedeutet also, sobald ein Service kostenpflichtig angeboten wird, ist die Nutzung untersagt. Das gilt auch dann, wenn Navigationsgeräte diese Funktion vom Werk aus aufweisen. In der Schweiz ist diese dann zu deaktivieren.

Keine Blitzermeldungen im Radio: Die Schweiz verbietet auch das

Das öffentliche Informieren über Verkehrskontrollen zieht bei den Eidgenossen Bussen nach sich. Davon betroffen sind nicht nur öffentliche Posts in den sozialen Medien, sondern auch WhatsApp-Gruppen oder andere Chat-Netzwerke sowie Radiostationen. Gesetzlich bestimmt wird dies durch den Abschnitt 3 des Artikels 98a SVG.

So sind Radarwarner in der Schweiz also auch dann untersagt, wenn es sich nur um die reinen Informationen zu Verkehrskontrollen handelt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, wann der Gesetzgeber von „Öffentlichkeit“ ausgeht. So handelt es sich in der Regel um Einzelfallentscheidungen, die von der Größe der erreichten Personenzahl abhängig ist.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Buß‌geldbescheid?
Viele Buß‌geldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (24 Bewertungen, Durchschnitt: 4,30 von 5)
Können Radarwarner in der Schweiz genutzt werden?
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.