Qualifizierter Rotlichtverstoß: Droht ein Fahrverbot?

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 25. August 2020

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Eine Sekunde bestimmt die Sanktionen

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß hat in der Regel Folgen.
Ein qualifizierter Rotlichtverstoß hat in der Regel Folgen.

Ob nun aus Versehen oder mit Absicht: Das Überfahren einer roten Ampel stellt eine nicht unwesentliche Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer dar. Um sicherzugehen, dass Verkehrsteilnehmer sich an die Vorgaben der Lichtzeichen halten, werden Missachtungen gemäß Bußgeldkatalog geahndet. Wie hoch beispielsweise die Sanktionen beim Überfahren einer roten Ampel ausfallen, hängt davon ab, ob ein einfacher oder ein qualifizierter Rotlichtverstoß vorliegt.

Was genau unter Letzterem zu verstehen ist, wann ein solcher vorliegt und wie sich ein qualifizierter Rotlichtverstoß auf das Bußgeld und weitere Sanktionen auswirken kann, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Bußgeldkatalog zum qualifizierten Rotlichtverstoß

Werden Sie beim Überfahren einer roten Ampel geblitzt oder durch Beamte angehalten, müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß ist im Bußgeldkatalog wie folgt festgehalten:

TatbestandBußgeld (in €)PunkteFahrverbotEinspruch lohnenswert?
Ampel länger als 1 Sekunde rot (qualifizierter Rotlichtverstoß)20021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen
... mit Gefährdung32021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen
... mit Sachbeschädigung36021 Monat plus je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre möglich (§ 315c StGB)Hier prüfen

Nutzen Sie unseren Bußgeldrechner, um mögliche Sanktionen bei einem Rotlichtverstoß zu ermitteln:

Was gilt als qualifizierter Rotlichtverstoß

Qualifizierter Rotlichtverstoß: Ein Fahrverbot von einem Monat ist meist unumgänglich.
Qualifizierter Rotlichtverstoß: Ein Fahrverbot von einem Monat ist meist unumgänglich.

Ampeln gehören neben Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen zu den wichtigsten Maßnahmen der Verkehrslenkung. Sie regulieren den Verkehrsfluss und machen das Kreuzen von Straßen deutlich sicherer. Rechtlich sind die Vorschriften zu den Lichtzeichenanlagen und das Verhalten an diesen in § 37 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) bestimmt. Beachten Sie diese Regelungen nicht, liegt gemäß § 49 StVO eine Ordnungswidrigkeit vor, welche geahndet wird.

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass erst das Befahren der Kreuzung bzw. das Überfahren einer sogenannten mitgesicherten Fußgängerfurt eine Missachtung der Vorgaben aus § 37 StVO darstellt. Die Zeit spielt bei der Bemessung der Sanktionen eine bedeutende Rolle. Sie bestimmt maßgeblich darüber, wie hoch das Bußgeld ausfällt und, ob Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot drohen. Denn je nachdem wie lang die Ampel bereits rot geleuchtet hat, bestimmt was auf die Fahrer zukommt.

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Üblicherweise wird ein Rotlichtverstoß wie folgt eingeordnet:

  • Einfacher Verstoß: Die Ampel leuchtete weniger bzw. bis zu einer Sekunde rot.
  • Qualifizierter Verstoß: Die Ampel leuchtete länger als eine Sekunde rot.

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß bedeutet also im Allgemeinen, dass die Ampel bereits länger als eine Sekunde auf Rot stand, als der Fahrer diese überfuhr. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Verkehr der kreuzenden Straße bereits Grün hat, wesentlich höher, sodass ein Überfahren der roten Ampel eine höhere Gefährdung bedeutet.

Wie wird ein qualifizierter Rotlichtverstoß ermittelt?

Qualifizierter Rotlichtverstoß: Das Bußgeld erhöht sich bei einer Gefährdung.
Qualifizierter Rotlichtverstoß: Das Bußgeld erhöht sich bei einer Gefährdung.

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß muss in der Regel durch die verfolgenden Behörden bzw. durch die kontrollierenden Beamten nachgewiesen werden.

Eine Schätzung der Zeit ist in der Regel nicht ausreichend, allerdings kann es sein, dass ein Gericht berücksichtigt, wer diese Kontrolle durchgeführt hat. Erfahrene Beamte können manchmal gut einschätzen, wann eine Sekunde überschritten ist. Üblicherweise sollten sie aber eine Stoppuhr verwenden.

Darüber hinaus werden selbstverständlich die stationären Ampelblitzer sowie die Überwachungskameras an den Ampeln genutzt, um einen qualifizierten Rotlichtverstoß nachzuweisen. Ist der Nachweis durch Messungen und Blitzerfotos möglich, müssen Sie, wie bereits erwähnt, mit Sanktionen rechnen.

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß bedeutet ein Bußgeld von mindestens 200 Euro. Hinzu kommen zwei Punkte in Flensburg sowie ein Monat Fahrverbot. Liegt eine Gefährdung vor oder kam es zu einem Unfall, erhöht sich das Bußgeld. Es ist unter Umständen möglich, das Fahrverbot mit anwaltlicher Hilfe zu umgehen. Ob ein qualifizierter Rotlichtverstoß beispielsweise durch Augenblicksversagen erklärt werden kann, ist jedoch immer vom jeweiligen Einzelfall abhängig.

FAQ – Qualifizierter Rotlichtverstoß

Wann liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor?

Wenn die Ampel bereits länger als eine Sekunde Rot anzeigt und diese überfahren wird, handelt es sich um einen qualifizierten Rotlichtverstoß.

Wird ein qualifizierter Rotlichtverstoß anders geahndet als ein einfacher?

Ja, das Bußgeld fällt deutlich höher aus. Gleiches trifft auf die Punkte zu. Hinzu kommt ein Monat Fahrverbot

Ist ein Fahrverbot unumgänglich?

In der Regel ja. Je nach Einzelfall können Richter entschieden, dass kein Fahrverbot, sondern ein höheres Bußgeld zu zahlen ist.

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