Landstraße: Die zulässige Geschwindigkeit ist gesetzlich bestimmt

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

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Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen: Nicht für alle gilt das Gleiche

Auf der Landstraße ist die Höchstgeschwindigkeit gesetzlich geregelt.
Auf der Landstraße ist die Höchstgeschwindigkeit gesetzlich geregelt.

Neben den Straßen in den Städten und Ortschaften sowie den Autobahnen gibt es in Deutschland noch eine weitere Kategorie: Die Landstraße.

Die zulässige Geschwindigkeit ist auch hier gesetzlich oder durch entsprechende Verkehrszeichen geregelt. Doch wer darf auf einer solchen Landstraße eigentlich wie schnell unterwegs sein?

Ob es eine Richtgeschwindigkeit auf der Landstraße gibt, welche Höchstgeschwindigkeiten in der Straßenverkehrsordnung (StVO) definiert sind und mit welchen Sanktionen zu rechnen ist, erläutert der nachfolgende Ratgeber. Darüber hinaus betrachtet er auch, welche Vorgaben speziell für LKW gelten.

Spezifische Ratgeber zur Höchstgeschwindigkeit

Auf der Landstraße geblitzt Höchstgeschwindigkeit Landstraße

FAQ – Geschwindigkeit auf der Landstraße

Welches Tempolimit gilt auf der Landstraße?

Unserer Tabelle können Sie das Tempolimit für die jeweiligen Fahrzeuge auf der Landstraße entnehmen.

Welche Strafe droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Landstraße?

Welche Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung drohen, verraten unsere Bußgeldtabellen.

Wie kann ich gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen?

Sie können innerhalb von zwei Wochen nach dem Erhalt einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen.

Auszug Bußgeldkatalog: Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Landstraße

Halten Verkehrsteilnehmer auf der Landstraße die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht ein, sind neben Bußgeldern auch Punkte und Fahrverbote möglich. Je nachdem wie hoch die Überschreitung ausfällt, werden unterschiedliche Sanktionen verhängt. Welche möglich sind, zeigen die nachfolgenden Auszüge aus dem Bußgeldkatalog.

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts (PKW):

VerstoßSanktionPunkteFahrverbotFverbotLohnt ein Einspruch?
… bis 10 km/h20 EUReher nicht
… 11 - 15 km/h40 EURHier prüfen
… 16 - 20 km/h60 EURHier prüfen
… 21 - 25 km/h70 EUR1 Hier prüfen
… 26 - 30 km/h80 EUR1 1 Monat *1 MHier prüfen
… 31 - 40 km/h120 EUR11 Monat* 1 M*Hier prüfen
… 41 - 50 km/h160 EUR21 Monat1 MHier prüfen
… 51 - 60 km/h240 EUR21 Monat1 MHier prüfen
… 61 - 70 km/h440 EUR22 Monate2 MHier prüfen
über 70 km/h600 EUR23 Monate3 MHier prüfen
Die bis zum 27.04.2020 gültigen Bußgelder für Geschwindigkeitsverstöße außerorts finden Sie hier.

* Neue Fahrverbotsregelungen bundesweit derzeit außer Kraft gesetzt

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts (LKW):

TatbestandBußgeld (in Euro)Punkte,
Fahr­verbot
Lohnt ein Einspruch?
bis 10 km/h15 --
16 - 20 km/h70 1-
21 . 25 km/h801
26 - 30 km/h951,
1 Monat
-
31 - 40 km/h1602,
1 Monat
Hier prüfen
41 - 50 km/h2402,
1 Monat
Hier prüfen
51 - 60 km/h 4402,
2 Monate
Hier prüfen
über 60 km/h6002,
3 Monate
Hier prüfen
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Der Bußgeldrechner kann dabei helfen, sich einen genaueren Überblick zu den möglichen Sanktionen zu verschaffen:

Wie schnell darf auf einer Landstraße gefahren werden?

20 oder 30 km/h zu schnell auf der Landstraße? Der Bußgeldkatalog bestimmt die Sanktionen.
20 oder 30 km/h zu schnell auf der Landstraße? Der Bußgeldkatalog bestimmt die Sanktionen.

Eine Landstraße oder auch Landesstraßen, sind durch Behörden bzw. Ministerien gewidmete Straßen, die außerhalb von Ortschaften regionale Verkehrsverbindungen darstellen.  Diese Verbindungen bzw. deren Abschnitte können zudem auch als Bundesstraße bezeichnet sein, wenn sie entsprechend gewidmet und ausgebaut sind sowie die Funktion einer überregionalen Anbindung erfüllen. Landstraßen besitzen in der Regel jeweils eine Fahrspur pro Fahrtrichtung, verfügen jedoch nicht über den gleichen Ausbaugrad wie Autobahnen oder Kraftfahrstraßen. Gekennzeichnet werden diese Straßen in Deutschland durch ein L und eine Nummer.

Auf Landstraßen ist die Geschwindigkeit üblicherweise höher angesetzt als innerorts, jedoch niedriger als auf Autobahnen.  Die allgemeinen Geschwindigkeitsvorgaben sind in der Straßenverkehrsordnung unter § 3 bestimmt. Diese sind auf Landstraßen dann gültig, wenn das Tempo nicht durch Verkehrszeichen vorgeschrieben ist.

Eine Richtgeschwindigkeit für die Landstraße ist hier nicht definiert, das bedeutet, dass es sich bei den angegebenen Vorgaben um zulässige Höchstgeschwindigkeiten handelt, welche von allen Verkehrsteilnehmern zu beachten sind.

In Bezug auf eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit für die Landstraße legt der benannte Paragraph Folgendes fest:

Fahrzeugerlaubte Geschwindig­keit
Pkw
Motorrad
100 km/h
mit Anhänger80 km/h
Lkw bis 7,5 t,
Bus
80 km/h
Lkw über 7,5 t,
Bus ohne ausreichend Sitz­plätze
60 km/h

Darüber hinaus wird auch bestimmt, dass diese Vorgaben nur gelten, sofern „unter günstigsten Umständen“ gefahren wird.  Das bedeutet, sollten Witterungsbedingungen oder Straßenverhältnisse es erfordern, sind die Geschwindigkeiten anzupassen bzw. zu reduzieren. Im Allgemeinen ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für die Landstraße in Deutschland zwischen 60 und 100 km/h angesiedelt.

Höchstgeschwindigkeit für LKW: Auf der Landstraße liegt sie zwischen 60 und 80 km/h.
Höchstgeschwindigkeit für LKW: Auf der Landstraße liegt sie zwischen 60 und 80 km/h.

Entscheidend für die auf einer Landstraße gültige Geschwindigkeit ist, mit welchem Fahrzeug gefahren wird. Das spielt auch dann noch eine Rolle, wenn Verkehrsschilder das Tempo bestimmen. Wird beispielsweise ein Tempolimit von 70 km/h festgelegt, dürfen Fahrzeuge, für die gemäß StVO eine geringere Höchstgeschwindigkeit festgelegt ist, selbstverständlich diese nicht überschreiten, um 70 km/h zu fahren.

Gespanne und LKW: Zulässige Geschwindigkeit auf der Landstraße

Die Straßenverkehrsordnung definiert, wie erwähnt, nicht nur wie schnell auf den unterschiedlichen Straßen gefahren werden darf, sondern bestimmt auch, mit welchen Fahrzeugen welches Tempo zulässig ist. Wie auch auf Autobahnen dürfen PKW bis 3,5 t und Motorräder auf den Landstraßen am schnellsten unterwegs sind.

Ziehen PKW jedoch einen Anhänger, reduziert sich auch auf der Landstraße die erlaubte Geschwindigkeit. Die höhere Masse hat einen längeren Bremsweg und ein verändertes Fahrverhalten zur Folge, sodass für diese Verkehrsteilnehmer maximal 80 km/h erlaubt sind. Gleiches gilt für Fahrzeuge bis 7,5 t. Auch LKW, die in diese Gewichtsklasse fallen, müssen sich an diese Geschwindigkeitsvorgabe halten.

Liegt das zulässige Gesamtgewicht über 7,5 t, ist eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit festgelegt. LKW auf der Landstraße müssen darauf achten, dass sie nicht schneller als 60 km/h fahren. Auch für Busse gilt Tempo 60, wenn nicht genügend Sitzplätze für die beförderten Fahrgäste vorhanden sind. Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t, die einen Anhänger ziehen, müssen ebenfalls die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h beachten.

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Welche Sanktionen kann es noch geben?

Wie bereits oben erwähnt, führt eine Missachtung der gesetzlichen Vorschriften oder auch das Ignorieren von Verkehrszeichen, die ein Tempolimit angeben, zu Sanktionen. Auf der Landstraße zählt überhöhte Geschwindigkeit zu den häufigsten Gründen für Unfälle, weshalb Geschwindigkeitskontrollen hier nicht selten sind. Schon aufgrund der eigenen Sicherheit sollten Verkehrsteilnehmer darauf bedacht sein, sich an die Geschwindigkeitsvorgaben zu halten. Doch auch die möglichen Bußgelder und weiteren Sanktionen können Fahrer mitunter dazu bewegen, das Tempolimit zu beachten.

Wird die Geschwindigkeit auf der Landstraße überschritten, sind Bußgelder, Punkte und Fahrverbote möglich.
Wird die Geschwindigkeit auf der Landstraße überschritten, sind Bußgelder, Punkte und Fahrverbote möglich.

Neben den aufgeführten Bußgeldern müssen Temposünder auch mit Punkten und Fahrverboten rechnen. Je nachdem wie hoch die Überschreitung ausfällt, werden unterschiedliche Sanktionen verhängt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass, je höher der Verstoß ist, mit umso höheren Bußgeldern müssen Betroffene rechnen. Gleiches gilt dann auch für Punkte und Fahrverbote.

Müssen Fahrer auch befürchten, ihren Führerschein zu verlieren, wenn sie auf der Landstraße die Geschwindigkeit überschreiten? Eine Entziehung der Fahrerlaubnis ist eher unüblich, kann jedoch im Zuge eines Strafverfahrens möglich sein. Liefern sich Fahrer beispielsweise auf der Landstraße eine illegales Autorennen, machen sie sich strafbar. Das Gericht kann dann entscheiden, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird.

In der Regel muss jedoch eher mit einem Fahrverbot gerechnet werden. Wie lange die betroffenen Fahrer dann Ihren Führerschein abgeben müssen, ist, wie gesagt, vom Ausmaß der Geschwindigkeitsüberschreitung abhängig. Sind Fahrer beispielsweise 10 km/h zu schnell, fällt außer einem Bußgeld keine weitere Sanktion an.  Ab 21 km/h zu viel auf dem Tacho sammeln sie immerhin schon einen Punkt in Flensburg. Ein Fahrverbot von einem Monat winkt dann ab 26 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Gilt also Tempo 80 und Fahrer werden mit 106 km/h geblitzt, dürfen sie ihren Führerschein für mindestens einen Monat abgeben.

Wer auf der Landstraße die Geschwindigkeit regelmäßig nicht einhält, kann zudem als Wiederholungstäter betrachtet werden. Sind sie zwei- bzw. mehrmals mit 26 km/h oder mehr zu viel unterwegs und das binnen eines Jahres, kommt in der Regel ein Fahrverbot von einem Monat als Sanktion hinzu. Hat die Überschreitung an sich schon ein solches zur Folge, wird dieser eine Monat üblicherweise dann addiert. Wird darüber hinaus auch eine Beharrlichkeit angenommen, ist ein erhöhtes Bußgeld sehr wahrscheinlich.

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