Kleinkraftrad im Straßenverkehr: Diese Verkehrsregeln sind zu beachten

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 4. Dezember 2020

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Mofa, Moped, Roller & Co. – Diese Voraussetzungen gelten fürs Fahren

Bereits Jugendliche dürfen ein Kleinkraftrad führen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.
Bereits Jugendliche dürfen ein Kleinkraftrad führen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Besonders in ländlichen Gegenden ist Mobilität oft schon früh ein Thema. Ist der öffentliche Nahverkehr nicht gut angebunden und die Fahrt mit dem Fahrrad keine wirkliche Alternative, kann ein Kleinkraftrad eventuell das Leben erleichtern. Denn dieses ermöglicht bereits Jugendlichen, die noch keinen Autoführerschein machen können, ein Stück Unabhängigkeit und Mobilität. Zudem sind die Anschaffungs- und Unterhaltskosten vergleichsweise gering. Doch auch in verkehrsreichen und parkplatzarmen Städten stellt ein Kleinkraftrad eine interessante Option dar.

Der nachfolgende Ratgeber erläutert, welche Voraussetzungen zum Führen von Kleinkrafträdern erfüllt sein müssen, ob Sie einen Führerschein benötigen und welche Verkehrsregeln zu beachten sind. Darüber hinaus erfahren Sie auch, ob für ein Kleinkraftrad eine Versicherung vorhanden sein muss und mit welchen Sanktionen bei Verstößen gegen die Versicherungspflicht zu rechnen ist.

FAQ: Kleinkraftrad

Was ist ein Kleinkraftrad?

Der Begriff „Kleinkraftrad“ fasst eine bestimmte Art von Fahrzeugen zusammen. Diese fahren bauartbeding nicht schneller als 45 km/h. Neben Mofas und Moped fallen auch bestimmte Motorroller in diese Kategorie. Motorräder gehören nicht dazu.

Welche Voraussetzungen müssen für das Fahren vorliegen?

Um ein Kleinkraftrad fahren zu dürfen, muss entweder eine Mofa-Prüfbescheinigung oder ein Führerschein der Klasse AM vorhanden sein. Zudem müssen eine Versicherung für ein Kleinkraftrad sowie eine gültige Betriebserlaubnis vorliegen.

Wie hoch fallen die Bußgelder bei Verstößen aus?

Missachten Sie mit einem Kleinkraftrad die geltenden Verkehrsregeln, müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Wie hoch diese ausfallen können, zeigt die Tabelle hier auf.

Bußgeldkatalog Kleinkraftrad

Halten Sie sich auf einem Kleinkraftrad nicht an die geltenden Verkehrsregeln, drohen Bußgelder. Nachfolgenden finden Sie eine Übersicht zu möglichen Sanktionen:

VerstoßSanktion
Ohne Hände am Lenker gefahren5 EUR
Personen transportiert, ohne vorhandenen Sitz für diese5 EUR
Kind ohne Helm transportiert60 EUR,
1 Punkt
Mehrere Kinder ohne Helm transportiert70 EUR,
1 Punkt
Ohne Licht gefahren10 EUR
Ohne Helm gefahren15 EUR
Mit dem Kraftrad nur auf dem Hinterrad gefahren50 EUR
Ohne gültige Betriebserlaubnis am Verkehr teilgenommen50 EUR
... dadurch den Verkehr gefährdet90 EUR,
1 Punkt
ordnungswidrig innerorts rechts überholt30 EUR
ordnungswidrig außerorts rechts überholt (z.B. im Stau)100 EUR,
1 Punkt
... dadurch den Verkehr gefährdet120 EUR,
1 Punkt
... Unfall verursacht145 EUR,
1 Punkt
Kraftrad ohne entsprechende Fahrerlaubnis geführtStraftat,
Geld- oder Freiheitsstrafe
Ver­sicherungs­kenn­zeichen fehlt40 EUR
Ohne Prüf­beschei­nigung gefahren20 EUR
Prüf­beschei­nigung nicht mit­geführt10 EUR
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Wann handelt es sich um ein Kleinkraftrad?

Eine Zulassung braucht ein Kleinkraftrad nicht, ein Betriebserlaubnis jedoch schon.
Eine Zulassung braucht ein Kleinkraftrad nicht, ein Betriebserlaubnis jedoch schon.

Welche Fahrzeuge per Definition als Kleinkraftrad gelten, ist gesetzlich festgelegt. Die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) beinhaltet die wichtigsten Bestimmungen diesbezüglich.

Insbesondere in § 2 FVZ beschreibt den Unterschied zwischen Krafträdern, Leichtkrafträdern und eben Kleinkrafträdern. Unter Nr. 11 sind die Bestimmungen für die Leistungsmerkmale von einem Leichtkraftrad zu finden.

Demnach ist die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit dieser Fahrzeuge auf 45 km/h beschränkt. Können sie schneller fahren oder mehr Leistung als die definierte erbringen, handelt es sich gesetzlich gesehen nicht mehr um ein Kleinkraftrad.

Folgende Eigenschaften sind für eine Kleinkraftrad festgeschrieben:

  • Zweirädriges Kleinkraftrad: nicht mehr als 50 cm³ Hubraum oder 4 kW Nennleistung
  • Dreirädriges Kleinkraftrad: nicht mehr als 50 cm³ Hubraum oder 4 kW Nennleistung bzw. Nutzleistung

Ein Fahrzeug, das diesen Spezifikationen entspricht, benötigt keine Zulassung. Ein Kleinkraftrad muss dem TÜV somit ebenfalls nicht vorgestellt werden. Allerdings ist eine gültige Betriebserlaubnis vorgeschrieben. Basteln Fahrer bzw. Fahrzeuginhaber also gerne an ihren mobilen Untersätzen herum, sollte sie immer darauf achten, dass dadurch nicht die Betriebserlaubnis erlischt. Besitzt das Kleinkraftrad keine gültige Betriebserlaubnis, ist das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr untersagt. Fahren Sie dennoch, droht ein Bußgeld von 50 Euro.

Mit weitaus heftigeren Sanktionen müssen Sie rechnen, wenn Sie ohne gültige Versicherung fahren. In diesem Fall verstoßen Sie gegen das Pflichtversicherungsgesetz, was entweder eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann. Eine vorhandene Versicherung wird durch das entsprechende Nummernschild am Kleinkraftrad nachgewiesen. Haben Sie nur vergessen dieses Versicherungskennzeichen anzubringen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit und Sie müssen mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro rechnen.

Kleinkraftrad: Ohne Führerschein oder Prüfbescheinigung geht es nicht

Möchten Sie mit einem Kleinkraftrad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, benötigen Sie entweder eine Prüfbescheinigung oder einen Führerschein. Ohne einen Nachweis, der Ihre Befähigung zum Führen der Fahrzeuge bestätigt, dürfen Sie diese nicht fahren.

Kleinkraftrad: Ein Führerschein der Klassen B oder AM erlaubt das Führen von Fahrzeugen bis 45 km/h.
Kleinkraftrad: Ein Führerschein der Klassen B oder AM erlaubt das Führen von Fahrzeugen bis 45 km/h.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Sie ein Kleinkraftrad mit einem Autoführerschein fahren dürfen. Ein Führerschein der Klasse B beinhaltet die Fahrzeuge der Klasse AM, also Kleinkrafträder. Kommt ein Autoführerschein jedoch nicht in Frage, müssen Sie einen anderen Nachweis der Befähigung zum Führen erbringen. Fahren Sie ein Kleinkraftrad ohne einen solchen, machen Sie sich strafbar. Das Fahren ohne Fahrerlaubnis kann entweder eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr nach sich ziehen.

Doch wann benötigen Sie ein Prüfbescheinigung und wann ist ein Führerschein für das Kleinkraftrad vorgeschrieben? Das hängt vom jeweiligen Fahrzeug bzw. dessen Leistung und der möglichen Höchstgeschwindigkeit ab. Ausschlaggebend sind die Bestimmungen der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). In § 4 FeV ist definiert, dass Fahrer von Kraftfahrzeugen eine Fahrerlaubnis benötigen. Ausgenommen von dieser Regel sind jedoch Fahrzeug, die bauartbedingt eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschreiten.

§ 5 FeV legt jedoch fest, dass für diese Kraftfahrzeuge dann eine Prüfung abzulegen ist:

Wer auf öffentlichen Straßen ein Mofa (§ 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1) oder ein Kraftfahrzeug, das den Bestimmungen des § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1b entspricht, führt, muss in einer Prüfung nachgewiesen haben, dass er

1. ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines Kraftfahrzeugs maßgebenden gesetzlichen Vorschriften hat und

2. mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist.

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Für Mofas bzw. ein Kleinkraftrad, dass nicht schneller als 25 km/h fahren kann, ist also eine Prüfbescheinigung notwendig. Hierfür müssen Sie folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens 15 Jahre alt sein
  • Theoretische und praktische Fahrstunden absolvieren
  • Theoretische Prüfung ablegen
  • Sind Sie vor dem 01. April 1965 geboren, ist eine Bescheinigung nicht notwendig. Hier müssen Sie im Fall einer Kontrolle nur Ihr Alter nachweisen.
Eine Versicherung muss für ein Kleinkraftrad immer vorhanden sein.
Eine Versicherung muss für ein Kleinkraftrad immer vorhanden sein.

Wollen Sie jedoch ein Kleinkraftrad fahren, das 45 km/h als Höchstgeschwindigkeit erreichen kann, reicht eine Prüfbescheinigung nicht mehr aus.

Zum Führen muss ein Führerschein der Klasse AM vorhanden sein. Auch hier sind theoretische und praktische Fahrstunden notwendig, doch zur theoretischen Prüfung kommt nun eine praktische hinzu.

Darüber hinaus ist das Mindestalter bundesweit nicht einheitlich geregelt. Einige Bundesländer erlauben den Erwerb mit 15 Jahren, andere erst ab 16 Jahren.

Achtung: Der Führerschein der Klasse AM ab 15 ist nur im jeweiligen Bundesland gültig. Liegt das Mindestalter im Land bei 16 Jahren, ist ein Führerschein eines anderen Bundeslandes, der mit 15 erworben wurde, nicht gültig.

  • Bundesländer mit Mindestalter 15: Bayern (als Ausnahmegenehmigung im Einzelfall), Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
  • Bundesländer mit Mindestalter 16: Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen

Verhalten im Straßenverkehr: Auf dem Kleinkraftrad ist einiges zu beachten

Wie jeder Verkehrsteilnehmer müssen sich natürlich auch Fahrer auf einem Kleinkraftrad an die geltenden Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Ein Kleinkraftrad gilt laut den rechtlichen Bestimmungen als Fahrzeug und darf somit nur auf der Straße gefahren werden. Die Nutzung Geh- oder Radwegen ist grundsätzlich nicht erlaubt.

Das Fahren mit einem Kleinkraftrad kann durch ein Zusatzschild erlaubt sein.
Das Fahren mit einem Kleinkraftrad kann durch ein Zusatzschild erlaubt sein.

Ist das Befahren von Bereichen für bestimmte Fahrzeuge dennoch zulässig, wird das in der Regel durch ein Zusatzzeichen angezeigt. Hier gelten dann bestimmte Verhaltensregeln. Dürfen Mofas beispielsweise in einer Fußgängerzone fahren, hat der Fußgängerverkehr Vorrang.

Nehmen Sie mit einem Kleinkraftrad am Verkehr teil, sind die Geschwindigkeitsvorgaben ebenso zu beachten wie die Vorschriften zur Promillegrenze. Alkohol wird bei einer Fahrt mit dem Kleinkraft so geahndet wie bei einer solchen mit einem PKW, LKW oder Motorrad. Es gilt also eine Promillegrenze von 0,5 bzw. von 0,0 für Fahrer unter 21 Jahren.

Für Fahrzeuge, die eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h erreichen können, gilt gemäß § 21a StVO eine Helmpflicht. Das bedeute, dass eine solche auch auf einem Kleinkraftrad zu beachten ist. Sie fällt nur dann weg, wenn das Fahrzeug mit Sicherheitsgurten ausgestattet ist. Wichtig ist zu dem, dass sie für Fahrer und Mitfahrer gleichermaßen gilt.

Ob Sie überhaupt jemanden auf Ihrem Kleinkraftrad mitnehmen dürfen bzw. können, verrät die Betriebserlaubnis. Hängen Sie an Ihr Kleinkraftrad einen Anhänger, müssen neben den Vorgaben der Betriebserlaubnis auch die Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) befolgt werden.

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Quellen und weiterführende Links

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Bildnachweise: depositphotos.com/SashaKhalabuzar (Vorschaubild)

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