Illegale Autorennen: Eine Teilnahme ist strafbar

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Illegale Autorennen stehen in Deutschland unter Strafe.
Illegale Autorennen stehen in Deutschland unter Strafe.

Rennen zu fahren ist für so manchen der Traum schlechthin. Die Geschwindigkeit erfahren, das Risiko auskosten und das Adrenalin spüren – das sind oft die Gründe, warum der Rennsport eine solche Faszination ausüben kann. Auf einer Rennstrecke lassen sich diese Gefühle gut in Erfahrungen umwandeln. Werden Rennen allerdings illegal auf die Straße bzw. in den öffentlichen Straßenverkehr verlagert, stellen eben diese genannten Gründe dann eine Gefahr für die Fahrer selbst und auch für andere dar. Illegale Autorennen sind in Deutschland eine Straftat und werden nach der jüngsten Rechtsprechung auch immer härter geahndet.

Welche rechtliche Grundlage für die Verfolgung von illegalen Autowettrennen besteht, wie hoch die Strafe in einem solchen Fall ausfallen kann und welche Auswirkungen eine Teilnahme auf den Versicherungsschutz bei einem Unfall hat, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher.

Die Bußgeldtabelle zeigt, welche Sanktionen drohen

TatbestandPunkteSanktionen
Teilnahme an einem illegalen Autorennen3Fahrerlaubnisentzug,
Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 2 Jahren)
.... andere durch die Teilnahme gefährdet3Fahrerlaubnisentzug,
Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahren)
... durch die Teilnahme Personen geschadet3Fahrerlaubnisentzug,
Geld- oder Freiheitsstrafe (zwischen 6 Monaten und 10 Jahren)
Veranstalter eines illegalen Autorennens3Fahrerlaubnisentzug,
Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 2 Jahren)

Bußgeldrechner für ein illegales Straßenrennen

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Nicht nur eine Wettfahrt ist im Straßenverkehr illegal. Auch das Fahren gegen die Zeit.
Nicht nur eine Wettfahrt ist im Straßenverkehr illegal. Auch das Fahren gegen die Zeit.

Im Allgemeinen handelt es sich dann um ein illegales Autorennen, wenn ein solches unter Missachtung der geltenden Verkehrsregeln und ohne Erlaubnis im öffentlichen Straßenland durchgeführt wird. Nicht nur das Fahren gegeneinander wird als ein illegales Rennen gewertet, auch das Hochbeschleunigen von einer Ampel zu anderen bzw. von Kreuzung zu Kreuzung zählt dazu. Des Weiteren sieht der Gesetzgeber auch Fahrten auf Zeit, also gegen die Uhr, durch einzelne Fahrer als ein solches Autorennen an.

Bei den jeweiligen Varianten wird meist nicht nur die zulässige Höchstgeschwindigkeit missachtet, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer, Verkehrszeichen oder Ampeln ignoriert. Durch dieses Verhalten stellen Teilnehmer nicht nur eine Gefahr für sich, sondern auch für andere dar.

Der Geschwindigkeitsrausch ist unter anderem in bestimmten Szenen ein Statussymbol und soll auch zeigen, dass das eigene Auto schneller sowie die eigenen Fahrkünste besser sind als die des Kontrahenten. Dass bei beispielsweise 160 km/h in der Stadt üblicherweise nicht schnell genug reagiert werden kann, um Hindernissen oder anderen Verkehrsteilnehmern auszuweichen, blenden die meisten Fahrer wohl aus. Es ist leider nicht so selten, dass ein illegales Autorennen einen Unfall zur Folge hat und die Konsequenzen dann in den Nachrichten zu betrachten sind.

Was hat der Gesetzgeber in Bezug auf illegale Autorennen geändert?

Am 26.03.2019 hat das Landgericht Berlin im Berufungsprozess die Fahrer vom tödlich ausgegangenen sogenannten Ku-Damm-Rennen erneut wegen Mordes verurteilt. Dieses illegale Autorennen hatte 2016 ein unbeteiligtes Todesopfer zur Folge sowie auch eine Gesetzesänderung, die nun eine strafrechtliche Verfolgung ermöglicht. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war die Teilnahme an einer Wettfahrt nur eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet wurde. Seither handelt es sich jedoch um eine Straftat.

Folgen der Missachtung von Verkehrsregeln: Ein Unfall ist beim Autorennen nicht selten.
Folgen der Missachtung von Verkehrsregeln: Ein Unfall ist beim Autorennen nicht selten.

Allein die Teilnahme an einen nicht erlaubten Wettrennen, sei es gegen einen anderen Fahrer oder nur gegen die Uhr, steht nun bereits unter Strafe. Führt das illegale Autorennen zu einem Crash, sind dann weitaus höhere Sanktionen angedacht. Dann wird nämlich nicht nur die Teilnahme an sich betrachtet, sondern auch die daraus resultierenden Folgen. Die rechtliche Basis für die Ahndung ist der 2017 neu hinzugefügte § 315c im Strafgesetzbuch (StGB). In diesem wird der Tatbestand, den illegale Autorennen erfüllen, definiert und festgelegt, welche Strafen die Teilnahme nach sich zieht.

So werden Verkehrsteilnehmer, die sich „[…] grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ verhalten, die im Paragraphen benannten Punkte missachten und „dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert“ gefährden, zu Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt.

Ebenso von Bedeutung für die rechtliche Handhabe illegaler Rennen ist der darauf folgenden § 315d StGB. In diesem ist nochmals detaillierter bestimmt, wann es sich um „verbotene Kraftfahrzeugrennen“ handelt. So ist in diesem ebenfalls festgehalten, dass auch Fahrer, die wie erwähnt allein gegen die Zeit fahren, belangt werden können. Dies ist in § 315d StGB wie folgt formuliert:

“[…] sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.”

Darüber hinaus verdeutlicht dieser Paragraph, dass nicht nur Teilnehmer mit Strafen zu rechnen haben, sondern auch die Veranstalter. Wer also illegale Straßenrennen organisiert und durchführt, wird ebenfalls mit Geld- oder Freiheitsstrafen belangt.

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 Illegale Autorennen: Die Strafe kann durchaus hoch ausfallen

Illegale Rennen bedeuten laut StGB für Fahrer und Veranstalter Strafen.
Illegale Rennen bedeuten laut StGB für Fahrer und Veranstalter Strafen.

Gemäß den Vorgaben im Strafgesetzbuch werden illegale Rennen bzw. die Teilnahme an diesen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen geahndet. Dies ist dann der Fall, wenn vom Verhalten der oder des Fahrers eine Gefährdung ausgeht. Steht nur die Teilnahme ohne eine Gefährdung zur Verhandlung, drohen bis zu zwei Jahre oder ebenfalls eine Geldstrafe. Auch Veranstalter der Rennen sehen sich Geldsanktionen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren gegenüber. Ob es sich tatsächlich um ein illegales Autorennen handelt, wird je nach Einzelfall entschieden, so liegt dann auch das genaue Strafmaß im Ermessen des Gerichts.

Verursachen Fahrer während einem Autorennen einen Unfall, bei dem es Verletzte oder gar Todesopfer gibt, sieht das Ganze schon etwas anders aus. Hier kann das Gericht Tatbestände wie beispielsweise schwere Körperverletzung, Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung oder sogar Mord vorbringen.

Entsprechend erhöht sich dann das Strafmaß. Welcher Tatbestand konkret vorliegt, muss auch hier wieder je nach Einzelfall beurteilt werden. Möglich sind unter Umständen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren oder sogar lebenslänglich.

§ 315d StGB sagt diesbezüglich Folgendes:

„[…]Verursacht der Täter in den Fällen des Absatzes 2 durch die Tat den Tod oder eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.[…]“

Beteiligte Fahrer müssen also in der Regel für mindestens sechs Monate in Haft, wenn das illegale Autorennen dazu führt, dass Menschen zu Schaden kommen.

Verkehrsrechtliche Sanktionen und Versicherungsschutz

Ein illegales Rennen hat auch verkehrsrechtliche Konsequenzen.
Ein illegales Rennen hat auch verkehrsrechtliche Konsequenzen.

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen führen illegale Autorennen auch dazu, dass verkehrsrechtlich gegen die Fahrer vorgegangen wird. Drei Punkte in Flensburg sind gemäß dem Bußgeldkatalog mit Sicherheit drin und auch von der Fahrerlaubnis können sich die Rennfahrer dann verabschieden. Darüber hinaus ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) zu absolvieren ist. Die Anordnung zu einer solchen kann dann im Zusammenhang mit der Entziehung der Fahrerlaubnis und der Wiedererlangung dieser stehen.

Ist ein Unfall bei einem Autorennen nicht zu vermeiden, stellt sich hinterher natürlich die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Üblicherweise werden illegale Autorennen als „grob fahrlässige“ Verhaltensweisen betrachtet. Die Teilnahme an einem solchen bedeutet also, dass für eine Kaskoversicherung kein Versicherungsschutz mehr besteht und die Versicherung nicht verpflichtet ist, Leistungen zu erbringen.

Bei einer Kfz-Haftpflichtversicherung kann das anders gelagert sein. Diese können den Schaden begleichen, sind allerdings auch berechtigt, die Zahlungen vom Versicherungsnehmer, der an einem Rennen beteiligt war, zurückzufordern. Wichtig zu wissen ist hier auch, dass viele Policen von privaten Haftpflichtversicherungen eine Haftung ausschließen, wenn es sich um einen Mietwagen handelt.

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