Kfz-Gutachter: Welche Kosten entstehen beim Sachverständigengutachten?

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Wie teuer ist ein Gutachter? Hier lesen Sie mehr dazu.

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Nicht nur in der Großstadt sondern auch im Dorf kann durch die Unachtsamkeit eines Fahrers schnell ein Zusammenstoß entstehen. Ob Auffahrunfall an der roten Ampel, Parkunfall oder eine genommene Vorfahrt – ein Blechschaden ist dabei meistens die Konsequenz.

Dieser muss nicht zwangsläufig bei der Polizei gemeldet werden, sofern Sie kein Eigentum der Stadt beschädigt haben. Grundsätzlich haben Sie dann die Möglichkeit, Ihre Daten mit Unfallbeteiligten auszutauschen und den Schaden bei der Kfz-Versicherung zu melden. Sofern Sie selbst unverschuldet in den Unfall verwickelt waren, kommt die gegnerische Versicherung auch für den Schaden auf.

Der Schaden an Ihrem Auto muss allerdings zunächst geschätzt werden. Dafür ist ein sogenannter Kfz-Gutachter zuständig. Bei einem beschädigten Auto verursacht ein Gutachter allerdings Kosten. Wie hoch die Kosten für den Sachverständigen sind und wer die Gutachterkosten für das Kfz trägt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist ein Gutachter und welche Aufgaben hat er?

Für einen Gutachter anfallende Kosten müssen Unfallverursacher in der Regel selbst tragen.

Für einen Gutachter anfallende Kosten müssen Unfallverursacher in der Regel selbst tragen.

Nach einem Autounfall haben unverschuldete Unfallbeteiligte einen Anspruch auf ein Kfz-Gutachten. Dieses wird von einem Gutachter erstellt. Die Kosten können dabei unterschiedlich hoch ausfallen. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, einen unabhängigen Gutachter auszuwählen.

Diesen finden Sie u. a. im Internet oder im Branchenbuch. Ein unabhängiger Sachverständiger kümmert sich vor allem darum, dass Sie Ihre Ansprüche durchsetzen. Zudem kann der Kfz-Gutachter Ihnen meistens auch einen Anwalt empfehlen, welcher Sie bei einem Widerspruch gegen die gegnerische Versicherung unterstützt. Ein Kfz-Gutachten inkl. aller Kosten muss durch einen entsprechenden Sachverständigen erstellt werden. Das Gutachten kann nicht durch einen beliebigen Mechaniker einer Werkstatt erstellt werden. Kfz-Gutachter sind entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Eine Ausbildung zum Sachverständigen dauert in der Regel drei Jahre.

Bei entsprechender Vorausbildung können sich allerdings auch Kfz-Mechaniker oder Kfz-Meister zum Gutachter weiterbilden lassen. Dazu bietet u. a. die Agentur für Arbeit entsprechende Angebote zur Weiterbildung an. Die Seminare können innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden. Anschließend dürfen Sie als Kfz-Sachverständiger arbeiten.

Grundsätzlich müssen Sie mit Sachverständigenkosten rechnen, wenn Sie einen unabhängigen Gutachter dazu beauftragen, Ihnen ein entsprechendes Schadengutachten zu erstellen. Der Sachverständige schaut sich das beschädigte Fahrzeug an und untersucht es anhand eines Fragebogens.

Dort werden u. a. optische Mängel wie Kratzer, Lackschäden, Beulen und fehlende Autoteile eingetragen als auch technische Mängel wie auslaufendes Öl, beschädigte Reifen oder ein defekter Motor notiert. Generell bestimmt der Kfz-Gutachter, für den Kosten fällig werden, den Zustand des Fahrzeugs zum aktuellen Zeitpunkt.

In dem anschließenden Gutachten werden allerdings nicht nur die Mängel, die durch den Unfall entstanden sind, berücksichtigt. Auch bereits bestehende Schäden sowie der Pflegezustand, das Baujahr und der Kilometerstand sind entscheidend, wenn bestimmt werden muss, ob eine Reparatur noch Sinn macht oder es sich um einen Totalschaden handelt.

Aber was kostet ein Sachverständiger eigentlich? Müssen Sie die Kosten für den Gutachter beim beschädigten Auto selbst tragen, wenn Sie den Unfall nicht verschuldet haben? Wann kommt die Kfz-Versicherung für die durch den Gutachter verursachten Kosten auf? In den folgenden Abschnitten des Ratgebers lesen Sie mehr dazu.

Was kostet ein Gutachter für das Auto?

Kosten: Ein Kfz-Sachverständiger wird von der gegnerischen Versicherung gezahlt, sofern der Unfall unverschuldet war.

Kosten: Ein Kfz-Sachverständiger wird von der gegnerischen Versicherung gezahlt, sofern der Unfall unverschuldet war.

Je nachdem welches Gutachten Sie benötigen unterscheiden sich auch die für den Gutachter fälligen Kosten. Benötigen Sie ein Prüfgutachten zum Beispiel für einen einfachen Zustandsbericht, ein Bewertungsgutachten für den Pkw-Verkauf oder ein spezielles Unfallgutachten nach einem Schaden durch einen Crash?

Je nachdem wie aufwändig die Prüfung des Fahrzeugs ist, können sich die Gutachterkosten für das Kfz stark unterscheiden. Generell sind für einen Gutachter die Kosten allerdings bundeseinheitlich festgelegt. Als Ausnahme gelten Prüfungen im grenznahen Bereich, im Ausland und bei speziellen Fahrzeugen wie z. B. Oldtimern.

Für einen Gutachter sind die Preise einheitlich, da die Prüfnormen, nach welchen die Fahrzeuge untersucht werden, bundesweit gleich sind. So kann gewährleistet werden, dass die Kfz-Versicherung das Gutachten auch akzeptiert. Aber wie viel kostet ein Gutachter nun?

Bei einem Unfallgutachten muss jeweils nach Aufwand ein entsprechender Preis festgelegt werden. Generell können Sie sich allerdings für einen Gutachter an folgender Honorartabelle (Stand: Juli 2017) orientieren:

GutachtenKosten
Gebrauchtwagencheck für das Auto120 €
Wertgutachten für das Auto150 €
Kurzgutachten für den Oldtimer von bis zu 15.000 € Wert190 €
Vollgutachten für den Oldtimer von bis zu 50.000 € Wert290 €
Wertgutachten für das Wohnmobil von bis zu 3,5 t270 €
Wertgutachten für das Wohnmobil von bis zu 7,5 t330 €
Gebrauchtwagencheck für das Wohnmobil200 €
Gebrauchtwagencheck für das Motorrad140 €
Wertgutachten für das Motorrad180 €
Wertgutachten für den Lkw von bis zu 7,5 t180 €

Generell haben Sie auch die Möglichkeit, ein sogenanntes Kurzgutachten zu machen. Im Gegensatz zu einem regulären Kfz-Gutachten ist dieses nicht so ausführlich und entsprechend günstiger. Für den Gutachter müssen Kosten des Schadens von ca. 700 Euro entstanden sein. Grundsätzlich ist die Schadenshöhe allerdings Ermessenssache.

Wie berechnen sich die Kosten für den Gutachter bei einem Autounfall?

Autosachverständiger: Die Kosten variieren und werden nach Schadenshöhe ermittelt.

Autosachverständiger: Die Kosten variieren und werden nach Schadenshöhe ermittelt.

Je größer der Aufwand für ein Kfz-Gutachten ist, desto höher ist auch das Gutachterhonorar. Nach einem Verkehrsunfall sind die Gutachterkosten daher anhand der Schadenshöhe zu bemessen. Grundsätzlich können Sie bei einem stark beschädigten Auto auch mit hohen Kosten rechnen.

Der Gutachter ermittelt einen festgelegten Prozentsatz anhand einer entsprechenden Tabelle. Mit zunehmender Schadenshöhe verringert sich dieser Prozentsatz. Der ermittelte Betrag über der Tabelle stellt den Stundensatz vom Gutachter dar. Hinzu kommen ggf. weitere Kosten für Fotos, Telefongespräche, Porto und Fahrtkosten. Meistens liegt das Unfallgutachten daher im unteren dreistelligen Bereich.

Daher gestaltet es sich als besonders schwierig, die für den Gutachter erforderlichen Kosten als Laie zu berechnen. Im Unfallgutachten werden allerdings neben dem Fahrzeugschaden noch andere Kosten aufgeführt. Dabei handelt es sich u. a. um die Gutachterkosten, die Abschleppkosten, eventuelle Kosten für einen Mietwagen oder die Nutzungsausfallentschädigung sowie den Wertverlust und ggf. den Totalschaden.

Wer zahlt die Gutachterkosten für das Auto?

Grundsätzlich gilt es zu unterschieden, ob Sie den Unfall selbst verursacht haben oder ob dieser unverschuldet war. Bei einem unverschuldeten Unfall kommt normalerweise die Versicherung des Schuldigen für die Kosten Ihres Anwalts sowie die fachgerechte Reparatur Ihres Autos auf. Und ob unverschuldet oder nicht: In der Regel können Sie die Werkstatt selbst wählen und haben ein Recht auf einen unabhängigen Kfz-Gutachter.

Dementsprechend haben Sie die Möglichkeit, sich selbst einen Sachverständigen auszusuchen. Die für den Gutachter anfallenden Kosten werden von der gegnerischen Kfz-Versicherung übernommen. Dies ist allerdings nur der Fall, sofern der Schadenswert über eine Bagatellgrenze von ca. 750 Euro hinausgeht. Diese Grenze ist aber Ermessenssache und kann je nach Einzelfall auch hoch- bzw. heruntergesetzt werden.

Haben Sie den Unfall allerdings selbst verschuldet, müssen Sie bei einem Kfz-Schaden für den Gutachter anfallende Kosten selbst tragen. Haben Sie allerdings eine Vollkaskoversicherung, übernimmt diese für das Auto die vom Gutachter anfallenden Kosten.

Hierbei sollten Sie dennoch beachten, dass Sie sich den Gutachter oftmals nicht frei aussuchen können wie im Haftpflichtversicherungsfall. Generell haben Sie jedoch die Möglichkeit, Ihrer Versicherung einen entsprechenden Gutachter nach dem Autounfall vorzuschlagen. Die Kosten werden nach einer anschließenden Auswahl des Sachverständigen übernommen.

Handelt es sich um Bagatellschäden wie z. B. bei einem Auffahrunfall und bei der Unfallermittlung ergibt sich, dass beide Fahrer schuld am Zusammenstoß waren, werden die für den Gutachter anfallenden Kosten anteilig aufgeteilt. Gleiches gilt auch bei einer Teilschuld. Hier kommt die Quotenregelung zum Tragen: Gerichtlich oder außergerichtlich wird festgelegt, welchen Anteil jeder Fahrer trägt.

Kostenvoranschlag oder Kfz-Gutachten?

Nach einem Unfall: Ein Gutachter verursacht Kosten im dreistelligen Bereich.

Nach einem Unfall: Ein Gutachter verursacht Kosten im dreistelligen Bereich.

Grundsätzlich schlägt ein Sachverständiger mit hohen Kosten zu Buche. Dies ist besonders entscheidend, wenn Sie die Gutachterkosten selbst tragen müssen, da Sie den Unfall verschuldet haben. In diesem Fall stellt nicht selten ein Kostenvoranschlag eine günstigere Alternative dar.

Oftmals wird von der Versicherung auch statt eines Gutachtens ein Kostenvoranschlag mit Fotos gefordert, da dies als ausreichend betrachtet wird. Das liegt daran, dass dieser für die Versicherung deutlich günstiger ist als ein Kfz-Gutachten. Wenn Sie als Geschädigter nicht selbst einen Kfz-Gutachter anfordern, versucht die gegnerische Versicherung den Schaden am preisgünstigsten abzuwickeln.

Deshalb werden für den Gutachter anfallende Kosten einfach eingespart. Bei einem Kostenvoranschlag handelt es sich nämlich ausschließlich um ein verbindliches Versprechen einer Werkstatt, die Reparatur zu einem bestimmten Preis durchzuführen. Der Kostenvoranschlag ist daher kostenlos.

Daher ergibt sich aus dem Kostenvoranschlag weder die tatsächliche Schadenshöhe noch der Wertverlust oder eine nötige Nutzungsausfallentschädigung bzw. ein Mietwagen nach dem Unfall. Der Geschädigte verzichtet mit einem Kostenvoranschlag auf Transparenz und die ausführliche Begutachtung seines Kfz. Dadurch können Sie einige Ansprüche bei der Versicherung nicht geltend machen.
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