Geblitzt und nicht angeschnallt – Droht ein doppeltes Bußgeld?

Von zu-schnell-gefahren.de, letzte Aktualisierung am: 20. November 2020

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Warum gibt es die Anschnallpflicht?

Werden Sie unangeschnallt geblitzt, begehen Sie zwei Ordnungswidrigkeiten gleichzeitig.
Werden Sie unangeschnallt geblitzt, begehen Sie zwei Ordnungswidrigkeiten gleichzeitig.

Seit dem Jahr 1976 gilt in Deutschland die Angurtpflicht für Auto-Insassen. Gemäß § 21a Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) müssen vorgeschriebene Sicherheitsgurte während der Fahrt angelegt sein. Seit April 1993 gelten spezielle Regelungen zur Kindersicherungspflicht.

Eingeführt wurde die Anschnallpflicht ursprünglich, um wirtschaftliche Schäden durch Körperverletzungen und Schadensereignisse abzuwenden. Als Verkehrsteilnehmer sollten Sie jedoch grundsätzlich angeschnallt fahren, weil dies Ihrer eigenen Sicherheit dient.

Missachten Sie die Angurtpflicht und werden unangeschnallt geblitzt, haben Sie zwei Ordnungswidrigkeiten begangen. Wie wirkt sich das auf die Sanktionen im Bußgeldbescheid aus?

FAQ: Ohne Gurt geblitzt

Gilt eine Anschnallpflicht in Deutschland?

Ja. Die StVO bestimmt in § 21a, dass alle Insassen in einem Fahrzeug angeschnallt sein müssen. Darüber sind Kinder über spezielle Rückhaltesysteme zu sichern.

Wie wird der fehlende Gurt bei einem Geschwindigkeitsverstoß gewertet?

Da beide Ordnungswidrigkeiten gleichzeitig erfolgen, wird das in der Regel als Tateinheit angesehen. Unter Umständen kann der Regelsatz für das Bußgeld sich dann erhöhen.

Mit welchen Sanktion ist zu rechnen?

Fahren Sie nicht angeschnallt, wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 30 Euro fällig. Hinzu kommt dann noch das Bußgeld für die Geschwindigkeitsüberschreitung. Einen Überblick zu möglichen Sanktionen bietet die Bußgeldtabelle hier.

Geblitzt und nicht angeschnallt: Diese Konsequenzen drohen

Verstoß Buß­geldPunkteFahr­verbot
Gurt nicht ange­legt, bis 20 km/h zu schnell30 - 35 €--
Gurt nicht ange­legt, mehr als 20 km/h zu schnellab 70 €1 Punkt oder mehrmög­lich
Kind nicht vor­schrifts­mäßig trans­portiert, bis 20 km/h zu schnell30 - 35 €--
Kind nicht vor­schrifts­mäßig trans­portiert, mehr als 20 km/h zu schnellab 70 €1 Punkt oder mehrmög­lich
Kind ohne jegliche Siche­rung trans­portiert, bis 20 km/h zu schnell60 €--
Kind ohne jegliche Siche­rung trans­portiert, mehr als 20 km/h zu schnellab 70 €1 Punkt oder mehrmög­lich

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Geblitzt und nicht angeschnallt – Was nun?

Sind Sie in der Situation, wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt zu werden, kann abhängig von der Geschwindigkeit, die gefahren wurde, bereits ein hohes Bußgeld auf Sie zukommen. Wurden Sie allerdings geblitzt und zudem nicht angeschnallt, können sich die Sanktionen unter Umständen erhöhen. In der Regel gilt bei einem solchen Verstoß die sogenannte Tateinheit. Das bedeutet, dass sich beide Teilverstöße zur gleichen Zeit und am gleichen Ort abgespielt haben. Daher wird im Regelfall nur der Verstoß geahndet, der die härtere Sanktion nach sich zieht.

Das Fahren ohne Gurt zieht in der Regel ein Verwarnungsgeld von 30 Euro nach sich.

Wann erhöht sich das Bußgeld?

Werden Sie geblitzt und sind nicht angeschnallt, kann sich das Bußgeld unter Umständen erhöhen.
Werden Sie geblitzt und sind nicht angeschnallt, kann sich das Bußgeld unter Umständen erhöhen.

Die zuständige Behörde kann sich unter Umständen dazu entscheiden, den Regelsatz des Bußgeldes zu erhöhen, weil Sie zugleich geblitzt wurden und nicht angeschnallt waren. Das ist möglich, wenn das zu erhöhende Bußgeld für die Geschwindigkeitsüberschreitung über einem Betrag von 30 Euro liegt.

Insbesondere wenn Sie geblitzt werden und ein Kind nicht angeschnallt war, könnte es durchaus zu einer Erhöhung des Bußgeldes oder der Zahl der Punkte kommen.

Prinzipiell werden Nebenstrafen nur für den schwerwiegenderen Verstoß verhängt. Eine Addition der Nebenfolgen einer Ordnungswidrigkeit, also Punkte in Flensburg und Fahrverbote, ist üblicherweise dann nicht angedacht. Werden Sie geblitzt und waren währenddessen nicht angeschnallt, entfällt diese Möglichkeit einer Addition in der Regel sowieso, denn die Missachtung der Gurtpflicht wird weder mit Punkten noch mit einem Fahrverbot sanktioniert.

In vielen Fällen ist die Geschwindigkeitsüber­schreitung der härter sanktionierte Verstoß. Auch bei geringen Geschwindigkeitsverstößen wird die Missachtung der Gurtpflicht meist nicht härter geahndet, da ab 11 km/h zu viel bereits ein Bußgeld von 50 Euro fällig wird.

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