Führerschein und Fahrerlaubnis

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Die Begriffe Fahrerlaubnis und Führerschein: Eine Erklärung

Beim Führerschein ist die Bescheinigung der Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs. Somit handelt es sich dabei um den Nachweis der erlangten Fahrerlaubnis. Diese Erlaubnis ist die staatliche Zulassung, die dazu berechtigt, ein Fahrzeug zu führen und deren Erwerb einer Prüfung bedarf.

In Deutschland sind noch sechs verschiedene Führerschein-Varianten im Einsatz. Darunter sind der graue und rosafarben „Lappen“, aber auch der DDR-Führerschein und der neue EU-Kartenführerschein. Eine Vereinheitlichung für das gesamte Europa ist bis 2033 geplant.

Strafen für Vergehen bei Führerschein und Fahrerlaubnis

VerstoßBußgeld
Führerschein nicht mitgeführt10 Euro
Beim Fahren eines Mofas wurde der Führerschein nicht mitgeführt10 Euro
Der Verlust des Führerscheins wurde nicht unverzüglich angezeigt sowie nicht veranlasst, ein Ersatzdokument ausstellen zu lassen10 Euro
Der Führerschein wurde nach Verlust und Wiederfinden, nachdem jedoch ein neuer Führerschein ausgehändigt wurde, nicht unverzüglich bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde abgeliefert25 Euro
Der Führerschein wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis nicht unverzüglich abgegeben25 Euro
Der Führerschein wurde nicht zur Eintragung von Beschränkungen oder Auflagen bei der Behörde abgegeben25 Euro
Kein erforderlicher Führerschein bei der Fahrgastbeförderung mitgeführt10 Euro
Kein erforderlicher Führerschein bei der Fahrgastbeförderung auf Verlangen von zuständigen Personen ausgehändigt10 Euro
Der Führerschein zur Fahrgastbeförderung wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung nicht unverzüglich abgegeben25 Euro
Der allgemeine Führerschein wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung nicht unverzüglich abgegeben25 Euro

Voraussetzungen für den Führerschein

Der Führerschein ist der Nachweis der Fahrerlaubnis.

Der Führerschein ist der Nachweis der Fahrerlaubnis.

Um eine Erlaubnis zum Führen eines Kfz zu erhalten, ist der Besuch einer Fahrschule notwendig. Dabei wird zwischen den Bereichen Theorie und Praxis unterschieden, die jeweils mit separaten Prüfungen abgeschlossen werden.

Die Voraussetzungen für das Ablegen der praktischen Führerscheinprüfung für Pkws sind:

  • das Mindestalter
  • die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs
  • ein Sehtest zum Führerschein
  • 12 Theoriestunden und das Bestehen der theoretischen Führerscheinprüfung
  • die Mindestzahl an Fahrstunden und Sonderfahrten

Verschiedene Führerscheine

Das Wort Führerschein umfasst als Bezeichnung unterschiedliche Dokumente. Einige werden nachfolgend betrachtet.

Der EU-Kartenführerschein

Seit dem 19. Januar 2013 wird in Deutschland und allen anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) nur noch der EU-Führerschein ausgestellt. Dieser berechtigt seinen Besitzer zum Autofahren in allen Ländern der EU. Bei dem EU-Kartenführerschein handelt es sich, anders als bei seinen Vorgängern aus Papier, um eine Plastikkarte in Scheckkartenformat.

Auf der Vorderseite werden die Angaben zur Person vermerkt:

Informationen werden auf dem Führerschein in Kennziffern codiert.

Informationen werden auf dem Führerschein in Kennziffern codiert.

  • Vor- und Nachnahme
  • Geburtsdatum und -ort
  • Ausstellungsdatum und Nummer des Führerscheins
  • Ablauf der Gültigkeit
  • Name der Ausstellungsbehörde
  • Klassen, für die die Erlaubnis erteilt wurde
  • Lichtbild und Unterschrift des Inhabers

Die detaillierte Auflistung der Informationen zu den einzelnen Führerscheinklassen findet sich auf der Rückseite der Plastikkarte. Hier werden auch Beschränkungen und Zusatzangaben in codierter Form, den sogenannten Schlüsselzahlen, aufgelistet. Ist in Feld Nummer 12 beispielsweise eine 01.01 notiert, muss der Besitzer beim Autofahren eine Brille tragen.

Die Einführung und Anpassung der Schlüsselzahlen (Kennziffern) im Führerschein ermöglichte das kleinere Format. Die Schlüsselzahlen von 0 bis 100 sind in der EU einheitlich und gelten damit international, während die Zahlen ab 100 für nationale Sonderschlüssel verwendet werden und nur im jeweiligen Inland gelten.

Die Führerscheine von vor 2013 behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Eine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zum Umtausch des alten Führerscheins aus Papier zugunsten des EU-Kartenführerscheins besteht bis spätestens dem 18. Januar 2033.

 

Für die Umstellung auf die EU-Führerscheine bei Pkws werden Gebühren in Höhe von 24 Euro fällig. Benötigt werden dafür der gültige Führerschein, der gültige Personalausweis sowie ein aktuelles biometrisches Passbild.

Er ist 15 Jahre gültig. Die beschränkte Gültigkeit dient der Aktualisierung von Passbild und Namen. Wer Änderungen an EU-Führerscheinen vornehmen lassen will, zum Beispiel wegen einer Namensänderung durch Heirat, zahlt dafür 27 Euro. Wobei es keine Pflicht ist, im Führerschein eine Namensänderung eintragen zu lassen.

Internationaler Führerschein

Soll während einer Reise außerhalb der Europäischen Union oder dem Europäischen Währungsraum ein Kraftfahrzeug genutzt werden, zum Beispiel in den Vereinigten Staaten oder Kanada, ist dafür ein internationaler Führerschein notwendig.

Beantragt wird dieser beim Bürgeramt des Wohnortes. Dafür werden der gültige Personalausweis, der gültige EU-Führerschein und ein biometrisches Passbild benötigt. Wenn noch kein EU-Führerschein vorliegt, ist eine zeitgleiche Umstellung auf diesen Voraussetzung für die Ausstellung des internationalen.

Die Kosten belaufen sich auf eine Bearbeitungsgebühr von durchschnittlich 15 Euro. Er ist für einen Zeitraum von drei Jahren gültig und kann nicht verlängert werden.

Der Führerschein auf Probe und begleitetes Fahren ab 17

Bei Entzug der Fahrerlaubnis in der Probezeit gibt es den EU-Führerschein nicht ohne MPU zurück.

Bei Entzug der Fahrerlaubnis in der Probezeit gibt es den EU-Führerschein nicht ohne MPU zurück.

Nach bestandener Fahrprüfung wird den Fahranfängern der Führerschein ausgehändigt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die zweijährige Probezeit. Man spricht auch von der Fahrerlaubnis auf Probe.

Der Führerschein mit Probezeit wurde bereits 1986 eingeführt und stellt Fahranfänger unter besondere Beobachtung. Ziel der Probezeit ist die Reduzierung der Unfallquote bei jungen Fahrern.

Deshalb werden während der Probezeit Ordnungswidrigkeiten und Straftaten in zwei Gruppen eingestuft.

In Gruppe A, auch als A-Delikte bezeichnet, werden die schwerwiegenden Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zusammengefasst. Zu ihnen zählen unter anderem der Rotlichtverstoß, Alkoholfahrten oder Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 20 km/h. Die weniger schwerwiegenden Vergehen beinhaltet Gruppe B. Zu den B-Delikten zählen beispielsweise das Telefonieren mit dem  Handy am Steuer sowie Mängel am Fahrzeug. Dabei gilt, zwei B-Delikte zählen als A-Delikt.

Begeht ein Fahranfänger in der Probezeit ein A-Delikt oder zwei B-Delikte, verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre und die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar wird angeordnet.

Kommt es danach wieder zu einem weiteren Verstoß aus Gruppe A oder zwei Verstößen aus Gruppe B, erhält der Fahranfänger eine Verwarnung und die Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung. Nach dem dritten A-Delikt wird die Fahrerlaubnis entzogen. Wer in der Probezeit den Führerschein verliert, muss für eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zur MPU.

Eine weitere Besonderheit der Probezeit und für Autofahrer vor Vollendung des 21. Lebensjahres  ist die Null-Promille-Grenze. Bei Verstößen gegen das absolute Alkoholverbot muss, neben den Folgen für ein A-Delikt, mit einem Bußgeld von 250 Euro und einem Punkt in Flensburg gerechnet werden.

Beim „Begleiteten Fahren ab 17“ (BF17) wird das Mindestalter für den Erwerb der Fahrerlaubnis für den PKW auf 17 Jahre abgesenkt. Die Fahrer werden dazu verpflichtet bis zum 18. Geburtstag nur in Begleitung einer namentlich benannten „verkehrszuverlässigen“ Person zu fahren.

Die Begleitperson fungiert dabei als Ansprechpartner für die Fahranfänger und kann bei möglichen Unsicherheiten mit Rat hilfreich unterstützen. Um als Begleiter zugelassen zu werden, muss die Person mindestens 30 Jahre alt und seit mehr als fünf Jahren im Besitz einer Fahrerlaubnis für Pkw sein. Zudem dürfen sie bei Beantragung der Erlaubnis nicht mehr als einen Punkt in Flensburg besitzen und sind auch als Begleiter an das Drogenverbot sowie die „0,5-Promille-Grenze“ gebunden.

Fährt der Fahranfänger unter 18 einen  Pkw ohne die benannte Begleitperson, wird die Erlaubnis widerrufen. Hinzu kommt ein Bußgeld, ein Punkt in Flensburg, die Verlängerung der Probezeit und die Teilnahme an einem Aufbauseminar, damit die Erlaubnis wieder neu erteilt wird.

Vorläufiger Führerschein
Ein vorläufiger Führerschein wird bei Diebstahl oder Verlust des regulären Führerscheins ausgestellt. Da das vorläufige Dokument kein Passbild enthält, ist es nur in Kombination mit dem Personalausweis gültig. Die Gültigkeit endet sobald ein neuer Führerschein ausgestellt wird.

Fahren ohne Führerschein: Welche Strafen drohen?

Ohne Führerschein: Acht Punkte in Flensburg und die Fahrerlaubnis wird entzogen.

Ohne Führerschein: Acht Punkte in Flensburg und die Fahrerlaubnis wird entzogen.

Beim Fahren ohne Führerschein muss differenziert werden, ob  es  sich dabei um das Fahren ohne Führerschein oder ohne Fahrerlaubnis handelt.

Autofahren ohne Führerschein bedeutet, dass das Dokument nicht mitgeführt wurde. Das ist dann der Fall, wenn der Autofahrer während der Polizeikontrolle feststellt, dass das gesamte Portemonnaie noch auf dem Küchentisch liegt. In diesem Fall besteht die Erlaubnis, nur der Nachweis dessen, kann im Moment nicht vorgezeigt werden. Da das Mitführen des Führerscheins aber verpflichtend ist, wird für Autofahren ohne Führerschein eine Strafe von 10 Euro fällig.

Beim Fahren ohne Fahrerlaubnis besitzt der Fahrer keine Erlaubnis zum Führen des jeweiligen Fahrzeugs beziehungsweise befindet er sich gerade im Fahrverbot. Dabei wird der Führerschein von der Polizei oder der Fahrerlaubnisbehörde einbehalten.

Ein solches Fahrverbot dauert zwischen ein bis drei Monate. Wer bei bestehendem Fahrverbot ohne Führerschein fährt, muss mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem halben Jahr rechnen.

Wem die Fahrerlaubnis entzogen wurde oder wer niemals eine erworben hatte, der besitzt auch keine Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs. Tut er dies trotzdem, begeht er eine Straftat, die mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet wird.

Wird bei einer Kontrolle ein gefälschter Führerschein entdeckt, gilt dies als Urkundenfälschung und mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

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