Bußgeld im Ausland aufgebrummt – Welche Auswirkungen hat das?

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
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Auch das Bußgeld aus dem Ausland muss bezahlt werden.

Auch das Bußgeld aus dem Ausland muss bezahlt werden.

Die sieben Sachen sind gepackt und Sie machen sich mit der Familie auf den Weg vom Urlaub zurück nach Hause. Die Zeit eilt, weshalb das Gaspedal etwas kräftiger getreten wird und Sie zu schnell unterwegs sind.

Schon ist es passiert: Der Blitzer hat ausgelöst – bis nach Deutschland haben Sie es nicht mehr geschafft.

Die Fragen, die sich jetzt stellen: Darf der Bußgeldbescheid aus dem Ausland auch in der Heimat vollstreckt werden? Der folgende Ratgeber klärt auf.

Bußgeld aus dem Ausland besser zahlen

Handelt sich ein Verkehrssünder mit dem Auto ein Knöllchen in ausländischen Gefilden ein, ist er gut damit beraten, das geforderte Bußgeld zu zahlen. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, muss mit einem Vollstreckungsverfahren gerechnet werden. (Fast) alle Länder in der Europäischen Union haben das Recht, eine Vollstreckung von im Ausland erstellten Bußgeldbescheiden ab 70 Euro vorzunehmen. Entscheidend hierbei sind nicht nur das Bußgeld an sich, sondern auch die zusätzlich anfallenden Gebühren. Die Grenze ist demnach schnell erreicht.

Das bedeutet: Haben Sie sich einen Verstoß gegen das örtliche Verkehrsrecht geleistet, entkommen Sie der Ahndung in der Regel nicht.

Paragraph 90 des Ordnungswidrigkeitengesetzes bildet in Deutschland die Grundlage der Verfolgung:

“Der Bußgeldbescheid wird, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, nach den Vorschriften des Verwaltungs-Vollstreckungsgesetzes vom 27. April 1953 (BGBl. I S. 157) in der jeweils geltenden Fassung vollstreckt, wenn eine Verwaltungsbehörde des Bundes den Bußgeldbescheid erlassen hat, sonst nach den entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften.”

Obacht: Werden die im Ausland zu zahlenden Bußgelder missachtet, kann ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet werden. Infolgedessen kann es auch zu einer Haftstrafe kommen.

Wie werden Bußgelder, die im Ausland gesammelt wurden, nachvollzogen?

Der Bußgeldbescheid aus dem Ausland fällt niedriger aus, wenn Sie zügig bezahlen.

Der Bußgeldbescheid aus dem Ausland fällt niedriger aus, wenn Sie zügig bezahlen.

Dank der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können die jeweiligen Behörden in den Staaten der EU auf bestimmte Daten wie zum Beispiel den Namen des Fahrzeughalters zugreifen. Der wird anhand des jeweiligen Kennzeichens ermittelt, durch eine Abfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt. Mit Hilfe der eingeholten Informationen landet der Bußgeldbescheid schnell im heimischen Briefkasten.

Sie können gegen das Bußgeld aus dem Ausland jedoch Einspruch einlegen. Wenn Sie zum Beispiel als Fahrzeughalter angeschrieben werden, zur fraglichen Zeit jedoch gar nicht vor Ort waren, ist das der richtige Weg. Möglich ist dies jedoch nur, solange der Bußgeldbescheid aus dem Ausland noch über keine Rechtskraft verfügt. Unter diesen Umständen vollstreckt das Bundesamt für Justiz (BfJ) bei erfolgreichem Vorgehen die entsprechende Strafe nicht in Deutschland.

Selbst, wenn Sie einen Bußgeldbescheid aus einem Land wie Italien erhalten haben, der womöglich nicht in Deutschland vollstreckt wird, können Sie einer Ahndung nicht umgehen. Bei erneuter Einreise werden Sie zur Kasse gebeten.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – Einsparungen durch schnelles Zahlen

Der Druck durch das Bußgeld aus dem Ausland lastet auf manchen Schultern schwer, überlagert der Stress doch die schönen Urlaubserlebnisse. Die Bürde verschwindet in der Regel durch das rechtzeitige Bezahlen. Dies sollte natürlich nur passieren, wenn die Sanktion auch gerechtfertigt ist.

Wer das Geld zeitnah überweist, profitiert neben einem reinen Gewissen noch von einem weiteren Vorteil:

Einige Länder bieten Nachlässe in einem gewissen Rahmen an, wird das Bußgeld ins Ausland zügig überwiesen. Hierüber informiert nicht nur der ADAC.

  • Spanien: Wird das Bußgeld innerhalb einer 20-Tage-Frist ab der Zustellung vom Bußgeldbescheid bezahlt, erlassen Ihnen die Behörden 50 Prozent des geforderten Betrags.
  • Frankreich: Der Rabatt auf das Bußgeld beträgt hier je nach Deliktart 13 bis 45 Euro. Dafür müssen Sie jedoch innerhalb von drei Tagen nach der Übergabe der Zahlungsaufforderung zahlen. Bei Verkehrsvergehen, die mit einer automatisieren Technik aufgezeichnet wurden, bleibt bis dreißig Tage ab Zustellung des Bescheids Zeit.
  • Großbritannien: Hier sind nur Delikte, die im ruhenden Verkehr, City-Maut- und Umweltzonen-Verstöße mit einem Nachlass versehen. Wird das geforderte Verwarngeld innerhalb von 14 Tagen bezahlt, erhalten Sie einen Rabatt in Höhe von 50 Prozent.
Flattert Ihnen die Zahlungsaufforderung über ein Bußgeld von einem Inkassobüro ins Haus, können Sie diese unter Umständen mit Nichtachtung strafen. Fordert das Unternehmen Bußgelder oder Gebühren für das begangene Vergehen, müssen Sie in der Regel nicht zahlen. Inkassobüros können das Bußgeld aus dem Ausland in Deutschland nicht vollstrecken. Sie verlassen sich auf die Unsicherheit der Angeschriebenen und dass diese den geforderten Betrag schnell entrichten. Handelt es sich hingegen um Parkzeitverstöße oder die nachträgliche Erhebung von Mautgebühren, können sie durchaus durchsetzungsberechtigt sein. Sind Sie sich unsicher, ob Sie zahlen sollen oder nicht, hilft immer ein auf das Verkehrsrecht spezialisierter Rechtsanwalt weiter.
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