Lichtschranke-Blitzer – Wie funktionieren sie?

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Mit Lichtschranke als Blitzer Temposünder stoppen

Lichtschranken-Blitzer sind häufig auf deutschen Straßen zu finden.

Lichtschranken-Blitzer sind häufig auf deutschen Straßen zu finden.

Fast die Hälfte aller Verkehrsunfälle passieren jährlich durch nicht angepasste Geschwindigkeit. Temposünder rasen mit mehr Stundenkilometern als erlaubt durch den Straßenverkehr und verursachen Personenschäden. Im schlimmsten Fall sind sogar Todesopfer zu beklagen.

Um die Raserei einzudämmen, gibt es verschiedene Geschwindigkeitskontrollen auf deutschen Straßen. Neben den Radarfallen, ist ein weiteres bekanntes Messverfahren der umgangssprachliche Lichtschranke-Blitzer. Wie funktionieren Lichtschrankenmessgeräte? Welche Arten von Lichtschranke als Blitzer gibt es? Weißt die Technik Messfehler auf? Wann lohnt sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid? Antworten liefern wir im Folgenden!

Folgende Blitzermodelle zählen zu den Lichtschranken:

Funktionsweise von Lichtschranke als Blitzer

Die Geschwindigkeitsmessung durch Lichtschranke ist in Deutschland relativ weit verbreitet. Eine Lichtschranke basiert auf der Optoelektronik. Dieses System erkennt jede Unterbrechung eines Lichtstrahls und zeigt diese als elektrisches Signal an. Die Geschwindigkeitsmessung funktioniert also nach dem Weg-Zeit-Prinzip, welches im Folgenden anhand der Bauarten näher erläutert wird.

Bauarten der Lichtschranke als Blitzer

Es gibt zwei verschiedene Bauarten von Lichtschrankenmessgeräten – zum einen die Einweg- und zum anderen die Reflexlichtschranken. Beide Arten basieren auf der Oproelektronik, sind allerdings unterschiedlich aufgebaut. Eines der bekanntesten Modelle ist der EOS ES 3.0.

Einweglichtschranken

Die Geschwindigkeitsmessung mittels Lichtschranke kann auch fehlerhaft sein.

Die Geschwindigkeitsmessung mittels Lichtschranke kann auch fehlerhaft sein.

Am Straßenrand werden auf beiden Seiten sowohl ein Sender (Lichtstrahlenquelle) als auch ein Empfänger (Sensor) gegenüber gestellt. Die Lichtquelle weist entweder Leuchtdioden mit 660 nm Wellenlänge oder Infrarot-LEDs mit 880 bis 940 nm auf. Zweitere befinden sich in einem Bereich, der für das menschliche Auge unsichtbar ist.

Der Empfänger besteht in den meisten Fällen aus einer Photodiode, welche einen Widerstand aufweist und so die Informationen in Form der Lichtstrahlen empfangen kann. Die Fahrzeuge müssen also an beiden Geräten vorbei, wenn sie die Straße entlang fahren.

Der Sender gibt mindestens drei Lichtstrahlen ab. Passiert ein Fahrzeug dann den ersten Lichtstrahl, startet die Messung. Der zweite oder dritte Lichtstrahl beenden die Geschwindigkeitsmessung. Aus der Strecke zwischen den Lichtstrahlen kann anschließend die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnet werden.

Ist ein Auto also zu schnell unterwegs, wird diese Information dann an die Kamera gesendet, welche ein Foto auslöst. Auf diesem Bild sind dann alle wichtigen Informationen zum Verkehrsverstoß gespeichert.

 

Datum, Uhrzeit, Geschwindigkeit und Tatort sind somit dokumentiert. Beim Auslesen des Gerätes weiß die Behörde anhand des Nummernschildes an welchen Fahrzeughalter das Schreiben geschickt werden muss.

Reflexlichtschranken

Die Reflexlichtschranken funktionieren sehr ähnlich, allerdings befinden sich Sender und Empfänger im selben Gehäuse. Damit der Empfänger die Informationen des Senders erhalten kann, muss auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Reflektor die Lichtstrahlen zurück werfen.

Ein Retroreflektor besteht aus reflektierendem Material. Dieser wirft die Strahlen in die Richtung zurück aus der sie gekommen sind. Diese Reflektoren haben den Vorteil, dass sie nicht so präzise ausgerichtet sein müssen, da sie aus viele verschiedenen kleinen Tripelspiegeln bestehen.

Bei einer zweiten Messung wird durch eine Plausibilitätskontrolle gecheckt, ob die erste Messung gültig ist. Dabei dürfen beide Messungen sich nur um einen bestimmten Wert unterscheiden, der für das Gerät zugelassen ist.

Toleranz der Lichtschranke als Blitzer

Wie bei der Lasergeschwindigkeitsmessung oder dem Radar gilt auch bei den Lichtschrankenmessgeräten eine Toleranzgrenze, wenn Sie geblitzt werden. Diese beträgt bis zu einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern 3 km/h. Ab 100 km/h gilt 3 % der Geschwindigkeit als Toleranz.

Wichtig bei der Messung ist es, dass die Geräte (Sender und Empfänger) rechtwinklig zum Straßenverkehr aufgestellt werden. Auch in Kurven kann dies gewährleistet sein. Eine exakte Ausrichtung erfolgt durch eine Wasserwaage.

Befindet sich die Fahrbahn in einem starken Gefälle, muss eine spezielle Neigungs-Wasserwaage benutzt werden. Ist dies nicht der Fall, können sich bei falscher Aufstellung der Lichtschranken-Blitzer auch Messfehler ergeben.

Messfehler beim Blitzer mit Lichtschranke

Die Geschwindigkeitsmessung mittels Lichtschranke kann auch fehlerhaft sein.

Die Geschwindigkeitsmessung mittels Lichtschranke kann auch fehlerhaft sein.

Auch bei Lichtschrankenmessgeräten können, wie bei anderen Geschwindigkeitskontrollen durch Radaranlagen oder Laser, Messfehler entstehen, die eine falsche Berechnung der Geschwindigkeit zur Folge haben.

Zum einen muss der Empfänger genau gegenüber des Senders auf der anderen Fahrbahnseite aufgestellt werden und zum anderen muss er dabei erschütterungsfrei positioniert sein.

Fahren zwei Fahrzeuge auf einer mehrspurigen Straße genau nebeneinander und kommen zeitgleich in die Lichtschranke, kann auch dies zu Fehlern führen. Die Lichtschranke-Blitzer können nicht erkennen, dass es sich um zwei unterschiedliche Fahrzeuge handelt und messen beide gleichzeitig als eins.

Ist auf dem Blitzerfoto die Messlinie nicht zu erkennen, liegt ebenfalls ein Messfehler vor. Das Foto muss zudem die gesamte Fahrbahn ablichten, d. h. alle Spuren müssen auf dem Bild zu sehen sein.

In wenigen Fällen kann es durch bestimmte Fahrzeugteile zu Messfehlern kommen. Radkappen oder Spoiler sowie starke Witterungen wie Regen oder Nebel können dazu führen, dass die Reflexion oder Streuung der Lichtstrahlen fehlerhaft ist.

Einspruch gegen Bußgeldbescheid

Sie können generell immer einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einlegen. Dies ist innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Erhalt des Schreibens möglich.

Werden Sie beispielsweise von einem Temposünder in Höhe einer Lichtschranke überholt und bei Ihnen flattert der Bußgeldbescheid ein, obwohl Sie sich an die Höchstgeschwindigkeit gehalten haben, sollten Sie sogar Einspruch einlegen.

Wichtig: Im Zweifelsfall können Sie sich immer an einen Rechtsanwalt wenden, der Ihnen bei Fragen und Problemen gern zur Seite steht. Außerdem bestätigen Bußgeldrichter immer wieder, dass die Verteidigung durch einen Anwalt bei einem Einspruch eher erfolgversprechend ist als wenn Sie keinen Rechtsanwalt einschalten.

Warnung vor Lichtschrankenmessgeräten

Wird mittels einer Lichtschranke eine mobile Geschwindigkeitsmessung durchgeführt, kann oftmals auch davor gewarnt werden. Dabei gibt es allerdings legale sowie illegale Möglichkeiten den Ort der Lichtschranken-Blitzer kenntlich zu machen.

Legale Maßnahmen gegen die Lichtschranke mit Blitzer

Vor einem Blitzer mit Lichtschranke darf auch gewarnt werden.

Vor einem Blitzer mit Lichtschranke darf auch gewarnt werden.

Wird im Radio vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt, ist das vollkommen legitim. Das Radio bezieht seine Informationen zu den Blitzerstandorten sowohl von Hörern als auch von den Behörden selbst.

Wollen Sie legal gegen Blitzer mit Lichtschranken vorgehen, ist dies auch möglich. Sie dürfen Fotos von der Blitzeranlage machen. Denn Messfehler wie die oben genannten, entstehen durch eine falsche Aufstellung der Geräte.

Ein Foto könnte durchaus dokumentieren, dass der nötige Winkel nicht eingehalten wurde. Auch wenn kein Messbeamter die Geschwindigkeitskontrolle beobachtet, kann eine Messung ungültig sein. Das Foto kann dabei als legaler Beweis dienen.

Illegale Maßnahmen gegen Lichtschranken-Blitzer

Neben den legalen Maßnahmen existieren auch illegale Möglichkeiten gegen Lichtschrankenmessgeräte vorzugehen. Dazu zählen:

  • Lichthupe: Einem anderen Fahrer mittels der Lichthupe ein Signal zu geben, dass ein Blitzer aufgestellt ist, ist nicht legitim.
  • Störsender und Radarwarner jeglicher Art: Geräte, die Messungen im Vorfeld anzeigen oder die Messung gar stören und unmöglich machen, sind laut deutschem Recht verboten.
  • Reflektoren: Sprays, die auf das Kennzeichen gesprüht werden und dieses unleserlich machen oder auch CDs und Folien, die den Blitz reflektieren können.
  • Gegenblitze: Geräte, die neben dem Kennzeichen angebracht werden und bei einem Blitz auslösen, sind ebenfalls illegal.
  • Blitzerstandorte auf Navigationsgeräten: Karten, die auf dem Navigationsgerät sowohl stationäre als auch mögliche mobile Blitzerstandorte anzeigen, sind untersagt.

Nutzt ein Fahrzeugführer dennoch eine dieser illegalen Maßnahmen, um nicht geblitzt zu werden oder die Messung ungültig zu machen, macht er sich strafbar. Je nach Art und Weise kann dies unterschiedliche Strafen nach sich ziehen.

Kaufen von Radarwarnanlagen ist völlig legal, wohingegen die Benutzung illegal ist. Werden Sie beispielsweise mit einem Lichtschrankenstörer erwischt, droht in Deutschland ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.
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