Außerorts geblitzt: Wie geht es für Betroffene nun weiter?

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Auch außerorts kann geblitzt werden - die Sanktionen gehen von Bußgeldern bis hin zu Fahrverboten.

Auch außerorts kann geblitzt werden – die Sanktionen gehen von Bußgeldern bis hin zu Fahrverboten.

Wir haben es oft eilig. Wir haben Termine, wollen schnell nach Hause oder müssen einen Zug erreichen. Während die meisten Menschen innerorts aufmerksam sind und auf die gefahrene Geschwindigkeit akkurat achten, wird die Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts allgemein weniger kritisch gesehen.

Zudem rückt die Geschwindigkeit auf einer Landstraße oder gar Autobahn, insbesondere bei geringem Verkehrsaufkommen, schnell in den Hintergrund. Viele Betroffene sind daher überrascht, wenn sie außerorts geblitzt werden. Der Blick huscht automatisch zum Tacho. Wie geht es nun weiter? Vor allem wenn klar ist, dass die Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h überschritten wurde, können daraus ernste Konsequenzen entstehen.

Außerorts zu schnell zu fahren, wird allerdings weniger hart bestraft als ein ebenso hoher Geschwindigkeitsverstoß innerorts – denn innerhalb geschlossener Ortschaften ist das Sicherheitsrisiko, Dritte zu schädigen, deutlich erhöht, etwa für Passanten oder Fahrradfahrer. Doch welche Strafen hält der Bußgeldkatalog für außerorts geschehene Verkehrssünden bereit?

Geschwindigkeitsübertretung außerorts: Was passiert nun?

Geblitzt wird außerorts sowohl stationär als auch mobil.

Geblitzt wird außerorts sowohl stationär als auch mobil.

Ebenso wie innerorts können Kfz-Führer außerorts stationär geblitzt werden, aber auch mobile Blitzer bzw. Lasermessgeräte sind im Einsatz. In letzterem Fall erfolgt die Feststellung der Personalien normalerweise noch vor Ort durch die Polizeibeamten. Bei fest installierten Radaranlagen hingegen ermittelt die Bußgeldbehörde anhand des Blitzerfotos Kennzeichen und Halter des betreffenden Fahrzeugs.

Hat die Anhörung nicht bereits durch die Beamten vor Ort stattgefunden, erhalten Halter von Fahrzeugen, die außerorts geblitzt wurden, in aller Regel einen Anhörungs- oder Zeugenfragebogen.

  • Den Anhörungsbogen erhalten Fahrzeughalter, wenn die Behörde davon ausgeht, dass Halter und Fahrer des Kfz übereinstimmen.
  • Den Zeugenfragebogen erhalten Fahrzeughalter, wenn bereits ersichtlich ist (bspw. durch das Blitzerfoto), dass nicht der Halter das Fahrzeug zum Tatzeitpunkt geführt hat.
Sie sind nicht verpflichtet, den Anhörungsbogen zu beantworten. Außerdem können Sie Gebrauch vom Zeugnisverweigerungsrecht machen, wenn es sich beim eigentlichen Fahrer um einen nahen Angehörigen handelt.

Erhalt des Bußgeldbescheids

Nachdem Kfz-Führer außerorts geblitzt wurden und einen Anhörungs- bzw. Zeugenfragebogen erhalten haben, trifft normalerweise nach einigen Wochen der offizielle Bußgeldbescheid ein. Dieser enthält beispielsweise

  • das Bußgeld,
  • etwaige Nebenfolgen (z. B. Fahrverbote),
  • Angaben zur Person des Beschuldigten,
  • Angaben zur Geschwindigkeitsüberschreitung sowie
  • den zugrundeliegenden Beweismitteln.

Betroffene erfahren also mitunter erst im Bußgeldbescheid, mit welcher Geschwindigkeit sie außerorts geblitzt wurden, wie hoch die Sanktionen ausfallen und welche Nebenfolgen anstehen. Zwei Wochen nach Zustellung des Bußgeldbescheids erlangt dieser Rechtskraft. Wer vorher zahlt, akzeptiert den Bescheid aber auch schon vor Ablauf der zweiwöchigen Frist.

Einspruch gegen den Bußgeldbescheid

Auch beim Blitzen außerorts kann es zu Fehlern kommen.

Auch beim Blitzen außerorts kann es zu Fehlern kommen.

Außerorts geblitzt zu werden, muss nicht heißen, dass die im Bußgeldbescheid festgesetzten Sanktionen in jedem Fall getragen werden müssen. Nicht nur kann die Behörde Fehler im Bußgeldbescheid machen, auch Messfehler sind keine Seltenheit, etwa

  • eine fehlende Rechtsbehelfsbelehrung,
  • nicht korrekt durchgeführte Eichungen des Messgeräts oder
  • ein falscher Winkel des Blitzers zur Straße während des Messvorgangs.

Bei geringen Bußgeldern lohnt ein Einspruch meist nicht. Bei hohen Sanktionen und/oder Fahrverboten, einem Fahrerlaubnisentzug oder einer angeordneten MPU kann es hingegen sinnvoll sein, die Erfolgsaussichten eines Einspruchs prüfen zu lassen.

Betroffene können sich dafür an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden. Achten Sie außerdem auf die zweiwöchige Frist! Ein Einspruch muss vor Eintreten der Rechtskraft bei der Behörde eintreffen.

Außerorts geblitzt: Sanktionen nach Bußgeldkatalog (Tabelle)

Folgende Sanktionen kommen je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung infrage für jene, die zu schnell außerorts unterwegs waren:

Ver­stoßStrafe (in €)PunkteFahr­verbotFahr­erbotLohnt ein Ein­spruch?
… bis 10 km/h10 eher nicht
… 11 - 15 km/h20 eher nicht
… 16 - 20 km/h30 eher nicht
… 21 - 25 km/h70 1Hier prüfen
… 26 - 30 km/h80 1(1 Monat)*(1 M)*Hier prüfen
… 31 - 40 km/h120 1(1 Monat)*(1 M)*Hier prüfen
… 41 - 50 km/h160 21 Monat1 MHier prüfen
… 51 - 60 km/h240 21 Monat1 MHier prüfen
… 61 - 70 km/h440 22 Monate2 MHier prüfen
über 70 km/h600 23 Monate3 MHier prüfen
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