Anspruch auf Schmerzensgeld: In welchem Fall besteht er?

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Ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, wenn Sie beispielsweise bei einem Unfall verletzt wurden.

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, wenn Sie beispielsweise bei einem Unfall verletzt wurden.

Wurden Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt, muss vieles geregelt werden. Meistens müssen Sie einiges mit der Versicherung klären. Wer ist schuld am Unfall? Wie hoch ist der Schaden? Wer haftet für die Kosten der Reparatur?

Oftmals sind dies allerdings nicht die einzigen Dinge, mit denen Sie sich als Unfallgeschädigter beschäftigen müssen. Trifft Sie keine Schuld an dem Unfall und Sie wurden durch den Zusammenstoß verletzt, könnte sich daraus ein Anspruch auf Schmerzensgeld ergeben.

Aber ab wann bekommt man Schmerzensgeld? Wie lange kann man Schmerzensgeld einklagen? Können Sie dies allein tun oder hilft Ihnen ein Anwalt die Anspruchsgrundlage beim Schmerzensgeld durchzusetzen? Mehr erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Wann haben Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld?

Gemäß §§ 249, 253, 823 und 847 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haben Geschädigte eines Verkehrsunfalls nicht nur einen Anspruch auf Schadensersatz, sondern auch auf Schmerzensgeld. Dieser besteht, wenn der Unfallgeschädigte einen physischen oder psychischen Schaden erlitten hat, der oftmals nicht mehr vollständig zu beheben ist.

Nach einem Verkehrsunfall ist es für Sie als Geschädigten daher am wichtigsten, die Polizei vor Ort bereits über Ihre Schmerzen zu informieren. Die Beamten können dies in ihren Unfallbericht aufnehmen. Anschließend sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, um die Verletzungen und eventuellen Folgeschäden dokumentieren zu lassen.

Das Schmerzensgeld dient für den immateriellen Schaden, der durch den Unfall entstanden ist, als Ausgleich. Je nach Schwere der Verletzung wird die Höhe des Schmerzensgeldes vom Gericht bestimmt. Dabei spielen vor allem die Art und Dauer der Verletzung sowie die eigenen Vermögensverhältnisse und die des Schädigers eine entscheidende Rolle. Eine Richtlinie bieten sogenannte Schmerzens­geldtabellen.

Wichtige Faktoren, um bestimmen zu können, ob für Schmerzensgeld ein Anspruch besteht, sind:

Ab wann steht Ihnen Schmerzensgeld zu? In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr dazu.

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  • Umfang der unmittelbaren Verletzungen und Schmerzen (Brüche, Wunden etc.)
  • Dauer der Erkrankung und evtl. Arbeitsunfähigkeit
  • psychische und soziale Folgen des Unfalls
  • mögliche Folgeschäden, bleibende körperliche Beeinträchtigungen der Gesundheit, Grad der Behinderung
  • ggf. Mitverschulden, welches den Anspruch auf Schmerzensgeld minimiert
  • wirtschaftliche Verhältnisse des Schädigers und Geschädigten

Die wichtigste Voraussetzungen, um Schmerzensgeld beantragen zu können, ist, dass der Geschädigte durch den Unfall körperlich verletzt worden ist. Trägt er eine Mitschuld am Verkehrsunfall, wird der Anspruch auf Schmerzensgeld im Regelfall geschmälert. Grundsätzlich kommt es aber immer auf den Einzelfall an, wie hoch das Schmerzensgeld des Betroffenen ausfällt.

Können Sie Schmerzensgeld auch ohne Anzeige beantragen?

Grundsätzlich haben Sie als Unfallopfer auch die Möglichkeit, sich außergerichtlich mit dem Schädiger über die Schmerzensgeldzahlung zu einigen. Auf privatem Weg ist eine Forderung des Schmerzensgeldes schriftlich möglich.

Sie können sich bei der Höhe an verschiedenen Schmerzensgeldtabellen orientieren, die einen Überblick über die bisherigen Urteile vor Gericht ermöglichen. Besonders bei geringen Schadenssummen scheint es sinnvoll zu sein, ohne Anwalt und Anzeige seinen Anspruch auf Schmerzensgeld durchzusetzen.

Dabei sollten Sie allerdings bedenken, dass dieser Weg nicht immer der einfachste ist. Nicht selten kommt es vor, dass sich die gegnerische Versicherung weigert, eine Zahlung zu leisten. Zudem werden Abfindungserklärungen aufgesetzt, damit für eventuelle Folgeschäden nicht aufgekommen werden muss.

Es empfiehlt sich daher grundsätzlich, einen Anwalt zu beauftragen, wenn Sie Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld durchsetzen wollen. Dieser kann genau bestimmen, welche Summe angemessen für Ihre Verletzungen ist und diese gemeinsam mit Ihnen vor Gericht durchsetzen.

Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, kommt diese für die Kosten des Anwalts auf. Wenn Sie keine Mitschuld am Unfall tragen und der Schädiger der alleinige Unfallverursacher ist, trägt die gegnerische Haftpflichtversicherung die Kosten für Ihren Anwalt.

Über welchen Zeitraum besteht für Schmerzensgeld eine Anspruchsgrundlage?

Eine Anspruchsgrundlage auf Schmerzensgeld besteht auch, wenn Sie keine Strafanzeige stellen.

Eine Anspruchsgrundlage auf Schmerzensgeld besteht auch, wenn Sie keine Strafanzeige stellen.

Oftmals stellt sich Betroffenen auch die Frage: “Wie lange kann man Schmerzensgeld einklagen?” Grundsätzlich sollten Sie beachten, dass es für den Anspruch auf Schmerzensgeld auch eine Verjährungsfrist gibt. Das bedeutet im Klartext, dass Sie nach Ablauf dieser Frist keine Möglichkeit mehr haben, Ihren Schmerzensgeldanspruch durchzusetzen.

Die Verjährung für den Anspruch auf Schmerzensgeld ist in § 195 BGB geregelt. Dementsprechend sind drei Jahre vorgesehen. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ende des Kalenderjahres, in dem Sie in den Verkehrsunfall verwickelt wurden.

Wurden Sie beispielsweise am 5. März 2017 in einen Unfall verwickelt und trugen Verletzungen davon, beginnt die Verjährungsfrist am 31. Dezember 2017. Sie haben dementsprechend bis zum 31. Dezember 2020 Zeit, Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld mit einem Anwalt durchzusetzen.

Übrigens: Eine zusätzliche Höchstgrenze für die Verlängerung der Verjährung existiert laut § 199 Abs. 2 BGB und beträgt maximal 30 Jahre. Die Tilgungsfrist beginnt in diesem Fall mit der Tatbegehung.

So können Sie Ihre Schmerzensgeldansprüche geltend machen

Neben der gegnerischen Versicherung ist Ihr Anwalt der wichtigste Ansprechpartner, um Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld durchzusetzen. Dieser kann genau einschätzen welcher Betrag angemessen für Ihre Verletzungen ist.

Wollen Sie den Schmerzensgeldanspruch allerdings ohne Anwalt beantragen, sollten Sie sich direkt an die gegnerische Versicherung wenden. Dabei sollten Sie unbedingt daran denken, ärztliche Bescheinigungen und Atteste beizufügen, die genauestens Ihre Verletzungen belegen.

Anhand einer Schmerzensgeldtabelle können Sie der gegnerischen Versicherung eine realistische Summe für Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld nennen. Setzen Sie den Betrag bestenfalls etwas höher an, um nicht mit einer niedrigen Summe abgespeist zu werden. Sollte sich dabei nichts ergeben, ist es ratsam, spätestens dann einen Anwalt aufzusuchen.

Gibt es neben dem Anspruch auf Schmerzensgeld weiteren Schadensersatz?

Schadensersatz und Schmerzensgeldansprüche müssen von der gegnerischen Versicherung oder dem Schädiger gezahlt werden.

Schadensersatz und Schmerzensgeldansprüche müssen von der gegnerischen Versicherung oder dem Schädiger gezahlt werden.

Durch einen Verkehrsunfall entstehen meistens Schäden am Fahrzeug. Diese können Sie ebenfalls bei der gegnerischen Versicherung geltend machen. Sie haben einen Anspruch auf einen unabhängigen Gutachter, der den Schaden an Ihrem Auto schätzt. Entscheiden Sie sich für eine Reparatur, müssen die Kosten von der gegnerischen Haftpflicht getragen werden.

Für den Zeitraum der Reparatur können Sie zudem eine Nutzungsausfallentschädigung oder einen Mietwagen nach dem Unfall beantragen. Dies soll gewährleisten, dass Sie auch ohne Ihr Gefährt zur Arbeit kommen und Ihre täglichen Gänge erledigen können. Neben dem Anspruch auf Schmerzensgeld könnten Ihnen zusätzliche Schadenspositionen zustehen.

Dazu zählt unter anderem der Haushaltsführungsschaden, wenn Sie sich durch Ihre Verletzungen nicht mehr selbstständig um den Haushalt kümmern können. Weiterhin könnte die gegnerische Versicherung auch die Kosten der Heilbehandlung tragen. Dies ist unabhängig davon, ob die Behandlung stationär oder ambulant erfolgte.

Haben Sie einen Schockschaden erlitten, kann auch dafür ein Anspruch bei der gegnerischen Haftpflicht gestellt werden. Liegen Sie nach dem Unfall für längere Zeit im Krankenhaus oder müssen in eine Reha, könnten die Kosten für die Besuche naher Angehöriger ebenfalls von der Versicherung getragen werden.
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