Alkohol und Drogen im Straßenverkehr – wie werden diese Vergehen gegen das Verkehrsrecht bestraft?

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Die Gefahr von Rauschmitteln beim Führen von Kraftfahrzeugen

Alkohol am Steuer gefährdet die Sicherheit aller im Straßenverkehr.

Alkohol am Steuer gefährdet die Sicherheit aller im Straßenverkehr.

Nicht selten passiert es, dass sich der ein oder andere nach dem Konsum einiger Gläser Bier und Wein noch ins Auto setzt und nach Hause fährt – im Glauben seine Sinne und Reflexe noch voll kontrollieren zu können. Ein Trugschluss wie sich zu häufig herausstellt:

Im Jahr 2014 kamen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt insgesamt 260 Menschen bei Unfällen ums Leben, bei denen die Droge Alkohol am Steuer eine Rolle spielte. Das bedeutet: für den tödlichen Unfall knapp jeder 13. Person war Alkohol verantwortlich. Noch erheblicher sind die Verletztenzahlen: Von den 16.856 Versehrten, wurden 4688 schwer verwundet. Die übrigen zogen sich nur leichte Blessuren zu. Frappierende Daten, die zeigen, dass Autofahrer unter Alkoholeinfluss zu massiven Fehleinschätzungen tendieren.

Weiterführende Informationen und Bußgeldkataloge

Drogen am Steuer

DeliktBußgeld (in €)PunkteFahrverbotFVerbot
Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze
... beim 1. Mal50021 Monat1 M
... beim 2. Mal100023 Monate3 M
... beim 3. Mal1500 23 Monate3 M
Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss (gilt ab 0,3 Promille)3Entziehung des Führerscheins, Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
Alkoholgehalt im Blut liegt über 1,09 Promille3Entziehung des Führerscheins, Freiheitsstrafe oder Geldstrafe

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Trunkenheit am Steuer – körperliche Auswirkungen durch Konsum

Wie sich Alkohol und Drogen auf das Autofahren auswirken, hat verschiedene Ursachen, die unter anderem von Geschlecht, Körpergröße, Alter sowie Art und Menge der Substanz abhängen. Das Trinken von Alkohol im Straßenverkehr führt in der Regel jedoch zu:

  • Einengung des Sichtfelds: Wesentliche, sich am Rande ereignende Geschehnisse blendet der Fahrer aus. Spielende Kinder werden so leicht übersehen.
  • unscharfes Sehen: die Nah-Fern-Anpassung verlangsamt sich durch den Konsum von Alkohol, was durchaus zu „Doppelbildern“ führen kann.
  • schlechte Hell-Dunkel-Anpassung: Durch die veränderte Pupillenaktivität sind alkoholisierte Fahrer schneller geblendet.
  • verminderte motorische Koordinationsfähigkeiten: Die Übertragung der Informationen vom Gehirn in eine tatsächliche Handlung verlangsamt sich. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab.
  • eingeschränktes Abstandempfinden: Die Augen koordinieren sich nach dem Konsum von Alkohol nicht mehr wie in nüchternem Zustand zueinander, Entfernungen werden hierdurch unterschätzt.

Auch Drogen am Steuer sind keine gute Idee, kann doch unabhängig der folgenden Substanzen folgende Wirkung auftreten und die Gefahr von Sach- und Personenschäden erheblich erhöhen:

  • erhöhte Blendungswahrnehmung
  • Orientierungsschwierigkeiten
  • Übelkeit
  • epileptische Anfälle
  • Reizbarkeit
  • längere Reaktionszeit
  • Halluzinationen

Hierbei handelt es sich nur um einen Auszug der möglichen Konsequenzen, die sich sowohl psychisch als auch physisch manifestieren und während des Rauschs als auch im nachfolgenden Entzug auftreten können. Um schwere Folgen für sich selbst, die Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu vermeiden, ist von Trunkenheit im Verkehr und Drogen wie Cannabis am Steuer deshalb abzusehen.

Welche Promillegrenze gilt in Deutschland?

Es gilt eine Promillegrenze in Deutschland. Sie liegt bei 0,5.

Es gilt eine Promillegrenze in Deutschland. Sie liegt bei 0,5.

Angesichts dieses Gefährdungspotenzials sieht der Bußgeldkatalog für Alkohol eine Promillegrenze beim Fahren von Auto, Motorrad, Lkw und Co vor. Sie liegt bei 0,5 Promille.

In Promille wird der Alkoholgehalt im Blut angegeben. Er wird in Milligramm pro Gramm Blut gemessen und das entweder mittels eines Blutalkohol- oder Atemlufttests. Letzterer ermittelt die Mengen des Alkohols in Milligramm pro Liter Atemluft. Das Ergebnis wird dann in der Regel verdoppelt, um die entsprechende Blutalkoholkonzentration in Promille zu erhalten.

Fällt ein Autofahrer mit bis zu 0,49 Promille einer Polizeikontrolle nicht auf, hat er keine Strafen zu befürchten. Erst bei stärkerem Alkoholkonsum greift das Verkehrsrecht hart durch.

Während es sich bei bis zu 1,1 Promille noch um eine Ordnungswidrigkeit handelt, bei der der Fahrer relativ fahruntüchtig ist, liegt beim Überschreiten dieser Alkoholgrenze bereits eine Straftat vor, die der Gesetzgeber empfindlich ahndet, da bei einer Trunkenheitsfahrt dieses Ausmaßes eine absolute Fahruntüchtigkeit vorliegt.

Für das Fahren mit Alkohol am Steuer unter 21 Jahren hält der Bußgeldkatalog noch strengere Vorgaben bereit. Denn: Da sich Fahranfänger in der Probezeit noch bewähren müssen, gilt hier ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Auch, wenn die Probezeit schon vorbei, Sie aber noch nicht 21 Jahre alt sind, haben Sie sich an die Null-Promille-Grenze zu halten, um Ihre Fahrerlaubnis nicht zu riskieren.

Fahren unter Alkohol und Drogen – diese Strafen erwarten Sie

Ignorieren Sie die Alkoholgrenze und schnappen sich trotzdem das Auto, kommen empfindliche Strafen auf Sie zu. Denn die Straßenverkehrsordnung (StVO) fackelt nicht lange beim Fahren mit Alkohol am Steuer.

Während der erste Verstoß gegen die 0,5 Alkoholgrenze beim Auto und anderen Kfz mit einer Bestrafung in Form von 500 Euro Bußgeld, zwei Punkten in Flensburg und einem einmonatigen Fahrverbot einhergeht, verdoppelt sich die zu zahlende Geldstrafe beim zweiten Mal bereits. Es bleibt bei zwei weiteren Punkten, die auf Ihrem Verkehrssünder-Konto vermerkt werden. Hinzu kommt drei Monate Fahrverbot. Leisten Sie sich das dritte Vergehen unter Alkoholeinfluss, steigt die Höhe des Bußgelds im Bußgeldbescheid auf happige 1500 Euro an.

Entgegen der Annahme, erst bei dem Erreichen der 0,5-Promillegrenze mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen, können bereits bei niedrigen Blutalkoholwerten harte Sanktionierungen drohen. So sind laut Bußgeldtabelle bereits ab 0,3 Promille drei Punkte, die Entziehung vom Führerschein und eine Freiheits- oder Geldstrafe möglich – vorausgesetzt, Sie gefährdeten den Verkehr durch das alkoholisierte Führen des Kraftfahrzeugs.

Fahren unter Drogen ist mit  hohen Bußgeldern, Punkten und einem Fahrverbot belegt.

Fahren unter Drogen ist mit hohen Bußgeldern, Punkten und einem Fahrverbot belegt.

Gleiches gilt, unabhängig von den Seiteneffekten, bei Blutalkoholwerten ab 1,1 Promille. Auch hier droht der Führerscheinentzug und das in der Regel für mindestens sechs Monate. Wie hoch die Strafe konkret ausfällt, ist abhängig von der Entscheidung der Richter. Es können demnach längere Fristen angeordnet werden, wenn der Blutalkoholwert die 1,1-Promille-Grenze deutlich übersteigt. So kommt es bei bis zu 1,5 Promille häufig zu einem bis zu neun Monate andauernden Führerscheinentzug. Bei einem Alkoholisierungsgrad von 1,5 bis 2,0 Promille erwarten Sie in der Regel bis zu 11 Monate und beim Konsum von noch mehr Alkohol dauert die Sperre womöglich von 18 Monaten bis zu mehreren Jahren.

Der Bußgeldkatalog Drogen ähnelt dem für Alkoholverstöße. Im Gegensatz zum Alkohol definiert der Gesetzgeber beim Fahren unter Drogen jedoch keine Grenzkonzentrationen. Entscheidend ist vielmehr die Menge der konsumierten Rauschmittel. Laut folgender Bußgeldtabelle kann ein Führerscheinentzug auch wegen Drogen erfolgen.

DeliktBußgeld (in €)PunkteFahrverbot
Verstoß gegen das Drogengesetz im Straßenverkehr
... beim 1. Mal50021 Monat
... beim 2. Mal100023 Monate
... beim 3. Mal150023 Monate
Gefährdung des Verkehrs unter Drogeneinfluss3Entziehung der Fahrerlaubnis, Freiheitsstrafe oder Geldstrafe

Drogen im Straßenverkehr – was kann noch auf Sie zukommen?

Nicht nur der Konsum von Drogen am Steuer zieht Strafen nach sich. Mit Konsequenzen müssen Sie auch rechnen, wenn Sie lediglich Cannabis mit sich führten und nicht am Verkehr teilgenommen haben. In diesem Fall müssen Sie nicht zwingend damit rechnen, dass Sie den Führerschein loswerden. Unter Umständen wird jedoch ein Drogentest angeordnet, der nachweisen soll, ob Sie tatsächlich keine Drogen zu sich genommen haben.

Darüber hinaus kann bei nachgewiesenem Cannabis-Konsum, auch wenn Sie kein Auto oder anderes Kraftfahrzeug führten, ein ärztliches Gutachten angefordert werden. Haben Sie hingegen THC im Blut und ein motorisiertes Fahrzeug gelenkt, ist der Führerscheinentzug abzusehen. Wie lange Sie ihn los sind, hängt davon ab, wie viel und wann das letzte Mal konsumiert wurde. Auch in diesem Fall ist in der Regel ein ärztliches Gutachten vorzulegen.

Mit Alkohol oder Drogen in der Probezeit erwischt

Wer in der Probezeit mit Drogen oder Alkohol am Steuer erwischt wird, dem drohen härtere Strafen als bereits „erfahrenen Fahrern“. Sie haben – unabhängig von der Promillegrenze – neben einem Bußgeld von 250 Euro und einem Punkt in Flensburg mit probezeitrelevanten Maßnahmen zu rechnen, die einen verkehrserzieherischen Effekt ausüben sollen. Schließlich sind die Führerscheinneulinge noch relative Anfänger auf der Straße und sollen deshalb schon früh auf die Gefahren ihres Handelns und die daraus resultierende Verantwortung aufmerksam gemacht werden.

Wird ein Fahranfänger oder unter 21-jähriger Fahrer bei einer polizeilichen Kontrolle positiv auf Alkohol oder andere Drogen getestet, erfolgt beim ersten Verstoß dieser Art die Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre. Zudem hat er verpflichtend an einem kostenpflichtigen, besonderen Aufbauseminar teilzunehmen, in dem er sein Fahrverhalten reflektiert und auf Optimierungspotenzial aufmerksam gemacht wird. Trunkenheit gehört zu den im Bußgeldkatalog vermerkten A-Verstößen. Bei ihnen handelt es sich um besonders schwerwiegende Delikte, die empfindlicher als andere (abgefahrene Reifen, falsches Parken, Handy am Steuer etc.) geahndet werden. Kommt es zum zweiten A-Vergehen in der verlängerten Probezeit droht der Führerscheinentzug wegen Alkohol.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung

Trunkenheit am Steuer kann eine MPU nach sich ziehen.

Trunkenheit am Steuer kann eine MPU nach sich ziehen.

Alkohol oder Drogen am Steuer können jedoch noch weitere Folgen haben. So ist – abhängig vom jeweiligen Fall – auch die Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) möglich. Das Absolvieren der im Volksmund auch als „Idiotentest“ bekannten Maßnahme wird bei Alkohol in der Regel erforderlich bei Trunkenheitsfahrten mit 1,6 Promille und mehr. Aber auch wer mehrmals mit Alkohol am Steuer kontrolliert wurde, kommt um eine MPU meist nicht herum.

Wann eine solche Untersuchung angeordnet wird, ist jedoch häufig eine Ermessensscheidung der Behörde. Das bedeutet: Auch mit deutlich geringeren Blutalkoholkonzentrationen können sich Verkehrssünder nicht darauf verlassen, an einer MPU vorbeizuschrammen.

Die Anordnung einer MPU ist auch wegen Drogen möglich, da auch in diesem Fall von der Fahrerlaubnisbehörde die Fahreignung des Betroffenen nicht als uneingeschränkt positiv beurteilt wird. Hierbei ist es nicht relevant, ob Sie ein Kraftfahrzeug selbst geführt haben oder lediglich einer der Insassen des Autos waren und unter Drogeneinfluss standen – Sie sind nicht mehr in vollem Umfang Herr ihrer Sinne und können damit den Rauschmittelkonsum nicht mehr von der Teilnahme am Straßenverkehr unterscheiden – was Sie sehr gefährlich macht.

THC am Steuer stellt in gewisser Weise einen Sonderfall dar, denn hierauf folgt in der Regel keine Drogen-MPU – vorausgesetzt, dass es sich um den Erstkonsum handelte. Doch das ist keine Garantie. Auch hier kann die Teilnahme unter Umständen nicht zu umgehen sein.

Nicht nur der Genuss von Rauschmitteln führt mitunter zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung. Ebenfalls können zu viele Punkte in Flensburg (mehr als sieben) sowie bestimmte Erkrankungen und körperliche Handicaps wie Diabetes, Querschnittslähmung und Gehörlosigkeit zu einer MPU führen.

Die Untersuchung ist kostenpflichtig und muss absolviert werden, wenn Sie beispielsweise mit Kokain am Steuer erwischt wurden. Bevor Ihnen die Experten nicht Ihre Fahreignung bestätigt haben, erhalten Sie Ihre Fahrerlaubnis nicht wieder. Mit einem Trick kommen Sie jedoch an einer MPU vorbei und zwar, wenn Sie 15 Jahre warten, bevor Sie den Führerschein neu beantragen. Dann ist die Anordnung verjährt. Die Krux: In dieser Zeit müssen Sie auf das Auto verzichten.

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