Umweltzone und Umweltplakette zur Reduzierung von Feinstaub

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Durch die Umweltplakette sollen nur noch Autos mit unkritischen Abgaswerten in den Städten unterwegs sein.

Durch die Umweltplakette sollen nur noch Autos mit unkritischen Abgaswerten in den Städten unterwegs sein.

Die von Kraftfahrzeugen verursachte Abgas- und Lärmbelästigung stellt besonders Großstädte vor ein Problem. Begünstigt wird eine Luftverschmutzung durch das hohe Verkehrsaufkommen und die enge Bebauung.

Eine Maßnahme um die Qualität der Luft zu verbessern, ist die Einführung von Umweltzonen und Umweltplaketten in vielen Städten Deutschlands. Die Plaketten werden zur Klassifizierung des Ausstoßes von Feinstaub verwendet. Dies erfolgt entsprechend dem Farbschema der Ampel.

Diese sollen zum einen das Einfahren von Fahrzeugen mit hohen Abgaswerten beschränken, zum anderen aber auch das Aufrüsten hin zu umweltfreundlicheren Filtern fördern.

Bußgeldtabelle für die Umweltzone

TatbestandBußgeld
Umweltzone ohne Umweltplakette befahren80 €
Unnötige Lärm-/ Abgasbelästigung10 €
Überflüssiges Hin- und Herfahren innerorts20 €
Straße beschmutzt/ mit Flüssigkeit benetzt und trotz möglicher Gefahr nicht beseitigt/ gekennzeichnet10 €

Die Umweltzone

Am 1. Januar 2008 wurden die ersten Umweltzonen in Berlin, Köln und Hannover eingeführt. Mittlerweile folgten mehr als 50 Städte in Deutschland ihrem Beispiel.

Ziel der Umweltzonen ist die Reduzierung der der Luftverschmutzung in (Groß-) Städten. Dabei soll der Feinstaubaustoß gemindert werden. Durch diese Maßnahme für den Umweltschutz wird eine Verbesserung für die Gesundheit der Anwohner erhofft.

Umweltzonen entstehen überall dort, wo im vorangegangenen Jahr der Grenzwert für die Belastung durch Feinstaub in der Luft mehr als 35 Mal überschritten wurde.

Feinstaub
Bei Feinstaub handelt es sich um winzige Partikel in der Luft, sie sind mit dem Auge nicht sichtbar. Feinstaub kann sowohl natürlichen Ursprungs sein, als auch durch Privathaushalte und Industrie freigesetzt werden. Kraftfahrzeuge erzeugen Feinstaub durch den Abrieb der Reifen, das Aufwirbeln von Staub und durch Abgase (vor allem Fahrzeuge mit ungefiltertem Dieselmotor). Der Körper kann den eingeatmeten Feinstaub nicht herausfiltern. Setzt sich dieser dann im Körper fest, können Erkrankungen der Atemwege sowie des Herz- und Kreislaufsystems die Folge sein.

Eine Umweltzone muss durch ein entsprechendes Verkehrszeichen gekennzeichnet sein und darf nur mit der darauf vermerkten Umweltplakette befahren werden.

Die Ausweitung der Umweltzonen findet stufenweise statt. Bei Stufe 1 ist das Fahren in der Umweltzone für Wagen mit roter, gelber und grüner Umweltplakette erlaubt, nur für Fahrzeuge ohne Plakette ist die Einfahrt verboten. Besitzer der gelben und grünen Feinstaubplakette dürfen bei Stufe 2 in die Umweltzone. In Stufe 3 sind nur noch Fahrzeuge mit der grünen Plakette vom Fahrverbot in der Umweltzone ausgenommen.

Die meisten Umweltzonen sind bereits auf Stufe 3. Wird eine neue Umweltzone eingeführt, beginnt diese direkt mit der dritten Stufe. Somit macht es wenig Sinn eine andere Umweltplakette als die grüne Plakette zu kaufen.

In Augsburg und Neu-Ulm sind auch noch Autos mit einer gelben Umweltplakette erlaubt (Stufe 2), diese bilden aber eine Ausnahme.

Die Umweltplakette

Die Umweltplakette, auch Feinstaubplakette genannt, wird für das Befahren einer Umweltzone benötigt. Generell gilt im Straßenverkehr keine Plakettenpflicht, sondern nur für die Umweltzonen. Betroffen von der Plakette sind Pkw, Lkw und Busse.

Die Einteilung erfolgt durch die letzten beiden Ziffern, der im Zulassungsschein eingetragene Emissionsschlüsselnummer. Mit dieser Nummer wird für das Fahrzeug eine Schadstoffgruppe und dadurch auch eine Umweltplakette ermittelt.

Emissionsklassen werden auch als Schadstoffklassen oder -gruppen bezeichnet.

Welche Umweltplakette bekommt mein Auto?

Umweltzonen werden mit diesem Straßenschild gekennzeichnet.

Umweltzonen werden mit diesem Straßenschild gekennzeichnet.


Die grüne Umweltplakette
Voraussetzung für den Erhalt der grünen Umweltplakette ist die Emissionsklasse 4.
Mit der grünen Plakette dürfen alle Umweltzonen befahren werden.
Folgende Emissionsschlüsselnummern erhalten eine grüne Feinstaubplakette:

  • Benziner: 01, 02, 14, 16, 18-75, 77
  • Diesel: 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55-59, 60-70, 73-75

Die gelbe Umweltplakette

Die gelbe Plakette erhalten Dieselfahrzeuge in der Schadstoffgruppe 3.
Nur noch wenige Städte erlauben das Fahren in der Umweltzone mit der gelben Umweltplakette.
Folgende Emissionsschlüsselnummern ergeben eine gelbe Feinstaubplakette:

  • Diesel: 30-31, 36, 37, 42, 44-52, 72

Die rote Umweltplakette
Zur Schadstoffgruppe 2 zählen Dieselfahrzeuge mit der roten Plakette.
Mit der roten Umweltplakette ist es seit dem 01. Januar 2010 untersagt, in den Umweltzonen zu fahren.
Folgende Emissionsschlüsselnummern ergeben eine rote Umweltplakette:

  • Diesel: 25-29, 35, 41, 71

Keine Umweltplakette
Auch für Kraftfahrzeuge ohne Plakette ist das Fahren in der Umweltzone verboten.
Keine Plakette erhalten Fahrzeuge mit folgenden Emissionsschlüsselnummern:

  • Benziner: 00, 03-13, 15, 17, 88, 98
  • Diesel: 0-24, 34, 40, 77, 88, 98
Bei alten Autos kann der Einbau eines Rußpartikel-Filters zu einer Verbesserung der Schadstoffgruppe führen.

Die Feinstaubplakette ist unbefristet gültig und an das jeweilige Kfz gebunden. Eine Erneuerung ist nur dann notwendig, wenn die Erkennbarkeit der Farbe oder die allgemeine Lesbarkeit nicht mehr gewährleistet ist.

Kosten und Beschaffung der Umweltplakette

Benötigt ein Autofahrer eine Umweltplakette, so muss er sich die Feinstaubplakette selbst kaufen. Für den Antrag einer Umweltplakette reicht die Vorlage des Zulassungsscheins aus.

Dies ist zum Beispiel bei TÜV-Werkstätten oder auch bei den Kfz-Zulassungsbehörden möglich. Die Feinstaubplakette ist dort bereits für fünf bis zehn Euro zu erwerben.

Auch bei privaten Anbietern ist es möglich eine Umweltplakette zu kaufen, online sind diese dann aber oft deutlich teurer.

Die Umweltplakette muss gut sichtbar an der Innenseite der Windschutzscheibe befestigt werden. Geeignete Stellen, die die Sicht nicht einschränken, sind daher der Bereich hinter dem Rückspiegel oder die Ecken der Scheiben. Meist wird sie in die untere rechte Ecke der Frontscheibe geklebt.

Ausnahmen bei der Umweltplakette

Für einige Fahrzeuge wurden Ausnahmeregelungen zur Feinstaubplakette formuliert. Folgende Kraftfahrzeuge dürfen ohne Umweltplakette in die Umweltzonen:

  • Oldtimer mit H-Kennzeichen
  • Oldtimer mit rotem 07er Wechselkennzeichen
  • Diplomaten und Angestellte humanitärer Organisationen
  • Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen
  • Alle zwei- und dreirädigen Kraftfahrzeuge
  • Quads
  • Arbeitsmaschinen sowie land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen
  • Kfz für Schwerbehinderte mit Eintragung „aG“, „H, oder „BI“ im Schwerbehindertenausweis
  • Beim Vorliegen einer Ausnahmegenehmigung
Ausnahmegenehmigungen können gewährt werden, wenn ein Pkw mit Dieselmotor nicht aufrüstbar ist. Diese können dann zusätzlich zur gelben Plakette eine Ausnahmegenehmigung erhalten und müssen sichtbar hinter der Windschutzscheibe platziert werden.

Strafen bei Umweltzone und -plakette

Um die Umweltplakette zu ermitteln wird der Zulassungsschein benötigt.

Um die Umweltplakette zu ermitteln wird der Zulassungsschein benötigt.

Das Fahren ohne Umweltplakette in der Umweltzone wird mit einem Bußgeld von 80 Euro bestraft. Dieses ist auch dann fällig, wenn die Feinstaubplakette nicht lesbar ist oder nicht mit dem Kennzeichen des Autos übereinstimmt.

Auch für Fahranfänger in der Probezeit sieht der Bußgeldkatalog das Befahren einer Umweltzone ohne Umweltplakette diese Strafe vor. Zusätzlich dazu stellt es einen B-Verstoß dar.

Weitere Vergehen, die sich negativ auf den Ausstoß von Feinstaub auswirken können und ebenfalls mit einem Bußgeld geahndet werden, sind zum Beispiel:

  • Unnötige Lärm- oder Abgasbelästigung kostet ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro
  • Überflüssiges Hin- und Herfahren innerorts wird mit 20 Euro geahndet.
Auch ausländische Fahrzeuge sind nicht von der Umweltplakette ausgenommen. Wenn Touristen mit dem Auto in eine deutsche Umweltzone fahren wollen, müssen sie sich eine Feinstaubplakette besorgen.
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