Verkehrsradaranlagen – Wie funktionieren die Radargeräte?

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Radargeräte zum Fassen von Temposündern

Radaranlagen in Deutschland sollen Temposünder stoppen!

Radaranlagen in Deutschland sollen Temposünder stoppen!

Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Allein im Jahr 2014 gab es 45.888 Unfälle mit Personenschaden durch eine zu hohe Geschwindigkeit. Um diese Unfallursache einzudämmen, messen Verkehrsradaranlagen auf deutschen Straßen das Tempo der Verkehrsteilnehmer. Sie lösen einen Blitz aus, wenn ein Fahrer über der Höchstgeschwindigkeit liegt.

Neben Radaranlagen existieren zudem auch Lichtschranke- und Laser-Blitzer sowie Videonachfahrsysteme der Polizei, die ebenfalls die Raserei eindämmen sollen und Verkehrssünder zur Rechenschaft ziehen.

Folgende Blitzermodelle zählen zu den Radargeräten:

Informationen zur Funktionsweise der Radargeräte sowie Messfehler, die beim Blitzen entstehen können, finden Sie in unserem Ratgeber.

Radaranlagen und andere Messtechniken

Radargeräte sind nicht die einzigen Apparaturen, die zu schnellen Fahrern einen Bußgeldbescheid bescheren. Lichtschranken und Helligkeitssensoren lassen ebenfalls die einen oder anderen zu schnellen Fahrzeuge in die Falle tappen und funktionieren nach den physikalischen Gesetzen des Lichts.

Auch Lasermessgeräte stellen eine neue Variante dar, Temposünder zu schnappen. Neben diesen Messgeräten ist allerdings die Radarfalle oder umgangssprachlich auch „Blitzer“ genannt, das häufigste Geschwindigkeitsmessgerät.

Wie funktioniert ein Radargerät?

Radaranlagen in Deutschland können bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit 1959 gibt es Blitzer, die mittels Doppler-Effekt zu schnelle Autofahrer ablichten. Der Doppler-Effekt tritt dann auf, wenn sich der Abstand zwischen Sender und Empfänger zeitlich verändert.

Ein Radargerät kaufen, ist online möglich.

Ein Radargerät kaufen, ist online möglich.

Fährt beispielsweise ein Polizeiauto mit Sirenen an Ihnen vorbei, verändert sich der Ton der Sirene, je nachdem wie weit entfernt das Fahrzeug von Ihnen ist. Schallwellen werden gestaucht, wenn sich das Auto auf Sie zu bewegt und gedehnt, sobald es sich wieder entfernt.

Eine Radaranlage funktioniert also folgendermaßen:

  1. Die Geräte senden elektromagnetische Wellen aus, die sogenannten Primärsignale.
  2. Die Primärsignale werden von den Autos reflektiert und als Sekundärsignale an den Sensor des Radars zurück geschickt.
  3. Anhand des Doppler-Effekts lässt sich die Geschwindigkeit errechnen.
  4. Ist ein Fahrzeug schneller unterwegs, als es das Tempolimit erlaubt, löst sich ein Blitz, der ein Foto vom Fahrer und seinem Kraftfahrzeug schießt.

Wurde ein Autofahrer geblitzt, wird von den Behörden der Fahrzeughalter ermittelt. Dieser bekommt dann je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung ein Bußgeld und und gegebenenfalls ein bis zwei Punkte in Flensburg plus ein eventuelles Fahrverbot von bis zu drei Monaten.

Mobile Radargeräte

Stationäre Radaranlagen stehen fest an einem Gefahrenpunkt einer Verkehrsstraße. Mobile Radargeräte der Polizei hingegen können beliebig und an jeder Ecke eingesetzt werden. Besonders beim jährlichen Blitzermarathon, der seit 2012 regelmäßig in vielen Bundesländern durchgeführt wird, kommen die mobilen Geräte zum Einsatz.

Für Temposünder ist dies besonders gefährlich, da an jeder beliebigen Stelle, sowohl innerorts als auch außerorts, geblitzt werden kann.

Radargeräte ohne Blitz – Gibt’s das?

Tatsächlich gibt es auch Blitzer, die keinen merkbaren Blitz auslösen. Sogenannte Infrarot-Tempomesser – oder auch Schwarzblitzer genannt – sorgen dafür, dass bei zu hoher Geschwindigkeit zwar ein Foto gemacht wird, der Fahrer dies allerdings nicht bemerkt.

Beliebt sind diese Arten von Radaranlagen besonders im Tunnel. Vorteil: Autofahrer werden somit nicht durch einen plötzlichen Lichtblitz erschreckt und können ganz normal weiter fahren. Nachteil: Erst bei Erhalt vom Bußgeldbescheid wird dem Fahrer bewusst, dass er geblitzt worden ist.

Unsichtbar ist der Blitz für das menschliche Auge, da vor dem Blitz eine Infrarotfolie den Lichtimpuls „herausfiltert“. Blickt man genau in den Reflektor, kann man allerdings ein rotes Aufleuchten entdecken.

Toleranz der Blitzer – Messfehler?

Radargeräte ohne Blitz werden vor allem im Tunnel genutzt.

Radargeräte ohne Blitz werden vor allem im Tunnel genutzt.

Oft hoffen Fahrer, die schneller als erlaubt auf deutschen Straßen unterwegs sind, dass sie nach Abzug der Toleranz vom Bußgeldbescheid verschont bleiben. Allerdings werden je nach Art der Radaranlagen auch unterschiedliche Toleranzen abgezogen. Dabei spielen das Modell des Gerätes sowie die letztendliche Geschwindigkeit des Fahrers eine entscheidende Rolle.

Bei ortsfesten Anlagen sowie Starenkästen und Messungen mit Radar und Laser werden in der Regel bei einer Geschwindigkeit bis 100 km/h als Toleranz 3 km/h abgezogen. Ab 101 km/h liegt die Toleranzgrenze bei 3 % des gefahrenen Tempos.

Bei mobilen Radargeräten wie ProViDa (kleine Kameras in zivilen Dienstfahrzeugen der Polizei) kann die Toleranz sogar bei 5 bis 10 % liegen. Auch der Tacho Ihres Fahrzeuges zeigt meist etwas mehr km/h an, als im Endeffekt gefahren werden. Dieser Wert liegt allerdings selten höher als 5 % der gefahrenen Geschwindigkeit.

Falsche Messungen der Blitzer – Einspruch?

Meistens sind die Aufnahmen eines Blitzers so scharf, dass sich die Person hinter dem Steuer problemlos identifizieren lässt. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, können Sie einen Einspruch einlegen und das Verfahren wird von der Behörde womöglich eingestellt.

Solche Fehler sind allerdings eher selten der Fall. Dennoch gibt es auch Messfehler, die häufiger beim Blitzen auftreten können. Die Messtechnik der Radaranlagen kann unter verschiedenen Faktoren fehlerhaft sein. Hier eine kleine Auflistung dieser:

  • Wenn das Gerät falsch justiert ist, kann ein falscher Winkel beim Messen die Auswirkung haben, dass der Beweis als ungültig erachtet werden muss.
  • Reflektiert der Blitz an einem Verkehrsschild, kann ebenfalls ein Messfehler vorliegen.
  • Beim Spurwechsel eines Fahrzeugs ist ein Einspruch auch möglich, denn die Blitzertechnik funktioniert nur beim Geradeausfahren.
  • Eichung: Wurde die Radaranlage nicht in regelmäßigen Abständen geeicht, kann das Ergebnis der Messung falsch sein.

Da viele Messfehler nur durch eine Akteneinsicht feststellbar sind, benötigen Sie in solchen Fällen einen Rechtsanwalt. Nur dieser kann den Einblick in die Akten gewährt bekommen und so möglicherweise entsprechende Messfehler nachweisen.

Interessant: Bei falscher Messung der Blitzer ist ein Einspruch in 10 bis 20 Prozent der Fälle tatsächlich auch sinnvoll und erfolgreich.

Radaranlagen in Deutschland

Es gibt unterschiedliche Radaranlagen-Hersteller.

Es gibt unterschiedliche Radaranlagen-Hersteller.

Im März 2016 wurden in Deutschland 4.329 fest installierte Radaranlagen registriert. Damit liegt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bereits an dritter Stelle hinter Italien und Großbritannien. Das Bundesland, welches die meisten stationären und mobilen Blitzer aufweist, und zwar über 1.000 Stück, ist Baden-Württemberg. Nordrhein-Westfalen zieht mit knapp 1.000 Radaranlagen nach.

Ein Blitzer in der Bundesrepublik läuft allerdings auf Hochtouren: Die Radaranlage am Bielefelder Berg an der A2. Seitdem diese Ende 2008 in Betrieb genommen wurde, konnte sie mehr als eine Million Mal Temposünder blitzen. Die Stadt Bielefeld kassierte so über 35 Millionen Euro bei 550.000 Verfahren. Dennoch gehen seit der Inbetriebnahme der Radaranlage noch immer regelmäßig zu schnelle Fahrer ins Netz.

Radaranlagen in Österreich und der Schweiz

Für Geschwindigkeitssünder wird es auf den Straßen in Österreich teuer. Bereits bei 50 km/h über der Höchstgeschwindigkeit droht ein Bußgeld von bis zu 2.180 Euro. Geblitzt wird hier hauptsächlich von hinten. Durch das Blitzen von hinten kann allerdings kein Foto von Ihnen gemacht werden. Wurden Sie also von einem Radargerät in Österreich abgelichtet und Ihnen wird der Bußgeldbescheid ohne Foto Ihres Gesichtes nach Hause geschickt, ist es möglich, Einspruch einzulegen. Laut deutschem Recht muss der Fahrer nämlich auf dem Blitzerfoto zu erkennen sein, damit er auch belangt werden kann.

Stationäre Radaranlagen in der Schweiz finden sich eher selten. Das Land setzt auf die mobilen Geräte, damit sich Temposünder nicht auf die Blitzer einstellen können. So wird gewährleistet, dass möglichst viele Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert werden.

Geschwindigkeitsmessungen aus der Leitplanke sorgen ebenfalls in der Schweiz dafür, dass sich der Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Bereits eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 11 km/h kostet Raser 250 Euro.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

2 Gedanken zu „Verkehrsradaranlagen – Wie funktionieren die Radargeräte?

  1. j boersch.

    eine frage:wir leben doch in einem rechtsstaat.warum muß ich einen rechtsanwalt einschallten um die anschuldigung per akteneinsicht zu überprüfen????das ist doch ein arbeitsbeschaffungsprogram für rechtsanwälte.es gibt auch rechtsanwälte die hauen ihre eigenen mandanten in die pfanne.wers geld hat holt sich einen anderen und der gewinnt.

    Antworten
    1. Zu-Schnell-Gefahren.de - Admin Beitragsautor

      Hallo,

      wenn Sie ein berechtigtes Interesse nachweisen und Beteiligter im Verfahren sind, dann können Sie auch ohne Rechtsanwalt eine Einsicht in die Akten beantragen.

      Zu-Schnell-Gefahren.de – Admin

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.