Piezomessung – Funktionsweise der Geschwindigkeitsmessung

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Induktionsmessung – Geschwindigkeitskontrolle auf deutschen Straßen

Die Induktionsmessung ist eine der häufigsten in Deutschland.

Die Induktionsmessung ist eine der häufigsten in Deutschland.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Verkehrssünder zu stoppen. Neben Radarfallen, Laser-Blitzern und Lichtschrankenmessgeräten sind auch Geschwindigkeitsmessgeräte mit Induktionsschleifen weit verbreitet.

Bisher werden in allen deutschen Bundesländern Geschwindigkeitsmessungen anhand von Induktionsschleifen oder Piezosensoren durchgeführt. Besonders Unfallschwerpunkte an Kreuzungen sind für diese Technik gut geeignet.

Die Induktionsmessung zählt zu den stationären Systemen Raser aufzuspüren. Wie diese funktionieren und wie häufig sie auf deutschen Straßen sind, klären wir im folgenden Text auf!

Folgende Blitzermodelle zählen zu den Geschwindigkeitsmessgeräten mit Induktionsschleifen:

So funktioniert die Piezomessung

Die Piezomessung wird an Ampel besonders häufig angewandt.

Die Piezomessung wird an Ampel besonders häufig angewandt.

Die Piezomessung funktioniert durch sogenannte Piezosensoren. Dieser physikalische Effekt beschreibt, dass bei Krafteinwirkung eine elektrische Spannung erzeugt wird. Dieses Phänomen nennt sich Piezo-Effekt.

Die Sensoren können mechanische Energie in elektrische umwandeln, daher lässt es sich auch von Transducern sprechen. Selbst die kleinste Ladungsverschiebung der elektrischen Teilchen ist messbar und wird von den Piezosensoren registriert.

Dieser Verfahren funktioniert nach dem Weg-Zeit-Prinzip, welches die Geschwindigkeit anhand des gefahrenen Weges in einem bestimmten Zeitfenster berechnen kann. Die Sensoren sind an eine Kamera geknüpft, welche bei zu hoher Geschwindigkeit ein Blitzerfoto macht.

So funktioniert die Induktionsmessung

Bei der Messung werden in der Fahrbahn mehrere Induktionsschleifen oder Koaxialkabel paralell zueinander eingelassen. Diese Sensoren befinden sich ein paar Meter auseinander, sodass der Weg zwischen diesen beim Überfahren gemessen werden kann.

Da durch die Induktionsschleifen Strom fließt, bildet sich zwischen den zwei Kabeln ein magnetisches Feld. Dieser Effekt funktioniert dann wie folgt:

  • Ein Auto überfährt die erste Schleife und verändert damit das Magnetfeld.
  • Diese Veränderung bewirkt eine Induktionsspannung und einen Induktionsstrom, welcher registriert werden kann.
  • Durch das Überfahren des zweiten Kabels, kann somit der Weg zwischen den beiden Induktionsschleifen berechnet werden.
  • Aus dem gefahrenen Weg in einer bestimmten Zeit ergibt sich dann die errechnete Geschwindigkeit eines Fahrzeugs.

Ist der Abstand zwischen den magnetischen Kabeln groß, kann eine Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet werden. Bei einem kleineren Abstand errechnet sich die Augenblicksgeschwindigkeit eines Kraftfahrzeugs.

Um die Geschwindigkeit berechnen zu können, ist an die Induktionsschleifen – wie bei der Piezomessung – ein Gerät gekoppelt, welches die Informationen verarbeiten kann. Eine zudem angeschlossene Kamera sorgt dafür, dass sich ein Blitz löst und den Verkehrssünder auf einem Foto dokumentiert.

Modelle zur Induktionsmessung

Auch bei der Piezomessung gibt es Toleranzwerte.

Auch bei der Piezomessung gibt es Toleranzwerte.

Es gibt unterschiedliche Modelle, die nach dem Prinzip der Piezomessung arbeiten. Zwei davon sind auch auf deutschen Straßen relativ weit verbreitet. Dabei handelt es sich um den Traffipax Traffistar S330 und den Traffiphot S.

Bei beiden Modellen handelt es sich um stationäre Blitzer, die am Fahrbahnrand in Form von Starenkästen aufgebaut sind. Neuere Modelle sind in Form eines „Towers“ zu finden. Der Traffiphot S ist das meistverwendete Modell in Deutschland.

Bei beiden Modellen kommt auch das oben bereits erläuterte Weg-Zeit-Prinzip zum Einsatz. Sie machen sich drei Sensoren in der Fahrbahn zu Nutze. Es finden zwischen den Sensoren mehrere Messungen statt, die gewährleisten, dass die errechnete Geschwindigkeit tatsächlich gefahren wird.

Durch den unterschiedlichen Druck, der bei Gewichteinwirkung entsteht, können die Geräte ebenfalls bestimmen, ob es sich um einen PKW oder einen LKW handelt und berücksichtigen somit die vorgeschriebenen Tempolimits der Fahrzeuge.
Vorteil dieser Technik ist es, dass auf mehreren Spuren gleichzeitig gemessen werden kann. Die Piezomessung kann also unabhängig vom Überholvorgang anderer Autos stattfinden.

Obwohl Temposünder bei zu hoher Geschwindigkeit geblitzt werden, bemerken sie dies nicht. Der Traffipax Traffistar S330 blitzt nämlich ohne sichtbaren Blitz. Das liegt daran, dass die Wellenlänge der Strahlen beim Fotografieren im Infrarotbereich liegen und somit für das menschliche Auge unsichtbar sind.

Toleranz der Piezomessung und Induktionsmessung

Auch bei dieser Form der Geschwindigkeitmessung gilt die allgemeine Toleranz von 3 km/h bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h. Ab einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern wird eine Toleranz von 3 % von der Gesamtgeschwindigkeit abgezogen.

Häufigkeit und Anwendungsbereiche der Induktionsmessung

Besonders häufig sind Induktionsschleifen oder Piezosensoren an Ampeln zu finden. Sie sollen Rotlichtverstöße aufklären und Raser dingfest machen. Dieser Anwendungsbereich ist sinnvoll, da durch das Weg-Zeit-Prinzip und die zwei Induktionsschleifen im Boden keine Autofahrer belangt werden können, die bloß die Haltelinie überfahren.

Aber nicht nur zum Blitzen wird die Piezomessung verwendet. Auch in Parkhäusern oder Mautstellen sind die Sensoren in den Boden eingelassen. Beim Überfahren wird ein Mechanismus ausgelöst, welcher die Schranken heben oder wieder senken kann.

Auch Ampeln mit dem Verkehrsschild „Bei Rot bis zur Haltelinie vorfahren“ sind oftmals an diese Technik geknüpft. Die Ampel schaltet dann erst auf Grün, wenn ein Auto sich im Bereich der Induktionsschleife oder des Sensors befindet.

Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Sind Autofahrer zu schnell unterwegs, kann dies schnell zu hohen Strafen führen. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h innerhalb einer Ortschaft droht bereits ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt in Flensburg.

41 km/h zu viel kosten innerorts schon 200 Euro sowie zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot für den Verkehrssünder. Werden Sie mehrmals als Wiederholungstäter angeklagt, kann sogar die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Messfehler der Piezomessung und Induktionsmessung

Mit Hilfe der Induktionsmessung kann die Geschwindigkeit gemessen werden.

Mit Hilfe der Induktionsmessung kann die Geschwindigkeit gemessen werden.

Nicht nur bei Radar- oder Laser-Blitzern sind Messfehler möglich, sondern auch Geschwindigkeitsmessgeräte mit Induktionsschleifen können Fehler aufweisen. Einige davon haben wir für Sie aufgelistet.

Veränderungen des Abstands der Messschleifen sind unter anderem möglich durch:

  • Temperaturschwankungen
  • Achslasten von Schwertransportern
  • Starke Bremsmanöver

Die Messkabel können sich durch diese Faktoren stark verändern oder auch beschädigt werden, sodass eine Fehlmessung zustande kommt. Daher müssen die Kabel zwei Mal im Jahr kontrolliert werden. Findet alle sechs Monate keine regelmäßige Überprüfung der Geräte zur Piezomessung statt, kann eine Geschwindigkeitsmessung als ungültig betrachtet werden. Es wird dabei gecheckt, ob die Fahrbahn oder die Sensoren kleine Risse aufweisen, durch welche Feuchtigkeit eintreten kann.

Einspruch einlegen – Lohnt sich das?

Ein Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid kann immer innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Schreibens eingelegt werden. Sinnvoll ist es meistens einen Rechtsanwalt zur Hilfe zu nehmen, welcher sich im Verkehrsrecht auskennt.

Interessant: Viele Fahrzeughalter nehmen den Bußgeldbescheid ohne Einspruch einzulegen auf sich, obwohl Sachverständige bei 2000 Messungen bei rund 5 % technische Mängel feststellten. Bei 62 % war sogar die Beweisführung mangelhaft und Bußgeldbescheide waren in ganzen 18 % der Fälle mit Fehlern versehen.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.