Wie funktionieren die unterschiedlichen Blitzer?

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Die verschiedenen Möglichkeiten der Geschwindigkeitsmessung

Durch die Geschwindigkeitsmessung von Blitzer können Punkte gesammelt werden.

Durch die Geschwindigkeitsmessung von Blitzer können Punkte gesammelt werden.

Vermutlich gibt es keinen Autofahrer, der sich auf Post von einem Blitzer und den damit verbundenen teuren Schnappschuss freut. Dennoch erfüllen die verschiedenen Messgeräte einen wichtigen Zweck: Sie kontrollieren die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit und sanktionieren gegebenenfalls die Übertretung dieser.

Durch die Blitzer in Deutschland sollen die Verkehrsteilnehmer also dazu ermahnt werden, sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten, denn diese Beschränkungen tragen zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Dass Blitzer und die Strafen wohl notwendig sind, zeigt sich auch daran, dass Städte und Gemeinden dazu bereit sind, die Kosten für Blitzer von 20.000 Euro und mehr für die Installation neuer Messanlagen zu investieren. Durch die digitale Technik gibt es auch Blitzer ohne Blitz.

Natürlich muss auch angemerkt werden, dass die Einnahmen durch Blitzer für viele Städte und Gemeinden mittlerweile ein sehr lukratives Geschäft und in den Haushaltsplänen fest eingeplant sind.

Übersicht: Diese Blitzer gibt es in Deutschland

Für weitere Informationen über die Blitzer klicken Sie bitte auf den entsprechenden Button
Abstandsblitzer Ampelblitzer Induktions-/Piezomessung Messung durch Nachfahren Laser Lichtschranken Section Control Radar

Hier finden Sie weitere Informationen zu unterschiedlichen Blitzern:

AbstandCG-P50E, VSTP, VKS 3.0 und 3.01
AmpelblitzerMultanova Multastar C
Induktions- und PiezomessungTruvelo M4², Traffipax Traffiphot S, Traffipax Traffistar S 330, VDS M5 Speed, Traffipax TraffiStar S 540
Geschwindigkeitsmessung durch NachfahrenProViDa ViDistA
LasermessungRiegl LR90-235P, RIEGL FG21-P, LEIVTEC XV2, LEIVTEC XV3, Laser Patrol, LTI 20.20 TS/KM, PoliScan Speed, TraffiPatrol, LAVEG
LichtschrankenmessungESO ES 1.0, ESO ES 3.0, ESO µP 80
RadaranlagenMultanova 6f Digital, Traffipax Speedophot, M5 Radar, Traffipax Micro-Speed 09
Zusätzliche InformationenRadarwarner und Blitzer-Apps

Mobiler Blitzer

Mobile Blitzer lassen sich in Fahrzeugen transportieren und sind dadurch an vielen verschiedenen Standorten einsetzbar. Sie eignen sich deshalb für kurzzeitige Einsätze, zum Beispiel während des Berufsverkehrs.

Mobile Radarfalle
Die mobile Radartechnologie ist die in Deutschland am häufigsten eingesetzte Methode zur Messung von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Dabei befindet sich das Messgerät entweder in einem Auto oder auf einem Stativ am Fahrbahnrand.

Für die Geschwindigkeitsmessung werden Radarstrahlen gesendet, die das fahrende Fahrzeug treffen und von diesem reflektiert werden. Das Radargerät empfängt die zurückgeworfenen Signale und errechnet dadurch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung entsteht ein Blitzer-Foto.

Fehler treten bei der Radarfalle dann auf, wenn mehrere Fahrzeuge, mit geringem Abstand, hintereinander fahren. Ebenso können Reflexionen und falsch eingestellte Winkel das Ergebnis verzerren. Bei mobilen Radarfallen liegt die Toleranz in der Regel bei drei Prozent.

Der Toleranzabzug für Blitzer variiert.

Der Toleranzabzug für Blitzer variiert.

Laserpistole
Die Geschwindigkeitsmessung mit dem Laser bedient sich der sogenannten Laserpistole. Diese sendet Lichtimpulse aus, die vom Auto reflektiert werden und dadurch eine Bestimmung der Geschwindigkeit ermöglichen. Das Fahrzeug wird dabei von einem Polizisten vom Fahrbahnrand aus verfolgt. Zuweilen wird die Laserpistole auch in Kombination mit einer Videokamera eingesetzt.

Geschwindigkeitsmessungen mit der Laserpistole sind anfällig für Fehler. Entscheidend ist die Handhabung durch den Beamten. Bei unkorrektem Winkel und Bewegungen des Messgerätes während der Messung, kann es zu Verfälschungen kommen.

Meist entstehen keine Beweisaufnahmen, die die Geschwindigkeitsüberschreitung beweisen, sodass die Fahrzeuge nach der Messung angehalten werden. Bei der Geschwindigkeitsmessung wird meist eine Toleranz von drei Prozent abgezogen.

Lichtschrankenmessung
Für die Lichtschrankenmessung werden mehrere Lichtschranken aufgestellt. Eine Lichtschranke besteht dabei aus je einem, sich gegenüberstehenden Sender und Empfänger, die über die gesamte Fahrbahn durch einen Lichtstrahl miteinander verbunden sind.

Fährt ein Pkw durch die Lichtstrahlen aller Lichtschranken, werden diese unterbrochen und anhand der vergangenen Zeit zwischen den Unterbrechungen kann die Geschwindigkeit errechnet werden. Es wird ein Beweisfoto geschossen. Die Toleranz beträgt in der Regel drei Prozent.

Provida-Fahrzeuge
Bei Provida-Fahrzeugen sind auch unter den Namen Police-Pilot-System oder Polizei-Blitzer bekannt. Der Begriff Provida ist die Abkürzung von Proof Video Data und meint damit die Geschwindigkeitsmessung mit Videobeweis aus zivilen Polizeifahrzeugen.

Die Wagen werden mit Videogeräten, Abstandssensoren und geeichten Tacho ausgestattet. Zur Messung der Geschwindigkeit folgt das Polizeiauto dem zu messenden Fahrzeug eine Weile und dokumentiert durch den Blitzer von hinten. Die Geschwindigkeitsmessung findet somit im fließenden Verkehr statt und wird durch die Videokamera dokumentiert.

Gerne wird dieser Blitzer auf der Autobahn eingesetzt. Der Toleranzabzug liegt zwischen fünf und zehn Prozent.

Stationärer Blitzer

Die Fotos der Blitzer kosten teilweise viel Geld.

Die Fotos der Blitzer kosten teilweise viel Geld.

Stationäre Blitzer, auch feste Blitzer, befinden sich vor allem an Standorten, die ein hohes Unfallpotenzial aufweisen oder wo es in der Vergangenheit häufiger zu Gefährdungen aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitung kam. Sie sollen dazu beitragen, diese Orte und Kreuzungen zu entschärfen und zukünftige Unfälle zu vermeiden.

Feste Radarmessung
Feste Radaranlagen ähneln entfernt einer Ampel und werden auch als Starenkasten bezeichnet. Das Funktionsprinzip entspricht der mobilen Radarmessung. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung löst das Geschwindigkeitsmessgerät aus und es entsteht ein Blitzer-Foto.

Bei der festen Radarmessung wird eine Toleranz zwischen drei und fünf Prozent abgezogen.

Induktionsschleifen
Für die Messung mit Induktionsschleifen werden mehrere Streifen in einem festgelegten Abstand acht Zentimeter tief in den Straßenbelag eingelassen.

Überquert ein Fahrzeug eine Schleife, ändert sich ihr Magnetfeld und weil mehrere Induktionsschleifen verlegt wurden, ist es möglich die Geschwindigkeit zu bestimmen. Bei einer Geschwindigkeitsübertretung wird die Überwachungskamera ausgelöst. Voraussetzung für dieses Messverfahren ist eine intakte Fahrbahn.

Induktionsschleifen werden vor allem bei Rotlichtverstößen eingesetzt. Manche Messgeräte sind allerdings auch in der Lage, sowohl den Rotlicht- als auch den Geschwindigkeitsverstoß zu dokumentieren.

Piezosensoren
Für dieses Messverfahren werden drei Messingstränge meist im Abstand von jeweils einem Meter quer zur Fahrtrichtung in die Fahrbahn eingelassen. Diese Messingstränge, die Piezokristalle enthalten, liegen etwa drei Zentimeter tief in der Fahrbahn.

Die Messtechnik beruht auf der Piezoelektrizität und funktioniert wie folgt: Die Piezokristalle erzeugen bei mechanischer Verformung, also wenn zum Beispiel ein Auto über sie fährt, eine elektrische Ladung. Anhand des zeitlichen Versatzes der drei Messingstränge lässt sich dann die Geschwindigkeit berechnen und gegebenenfalls löst der Blitzer aus.

Für korrekte Messergebnisse muss die Fahrbahn intakt sein. Die Kristalle sind sehr empfindlich, sogar Fahrräder werden verzeichnet.

Toleranz beim Blitzen

Blitzen kann es innerorts und außerorts.

Blitzen kann es innerorts und außerorts.

Die Toleranzgrenzen werden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) festgelegt und sind abhängig von Genauigkeit und Zuverlässigkeit der jeweiligen Blitzer. Die Toleranz der Blitzer variiert deshalb bei den verschiedenen Messgeräten für die Geschwindigkeitsüberschreitung.

Neben dem Toleranzwert, ist auch die Eichung von großer Bedeutung. Bei der Eichung handelt es sich um eine amtlich Prüfung der Richtigkeit von Messwerkzeugen. Diese werden von den Eichbehörden durchgeführt und durch einen aktuellen Eichstempel belegt. Auch Blitzer müssen regelmäßig nachgeeicht werden, um genau Ergebnisse bei der Geschwindigkeitsmessung zu gewährleisten. Ist der Blitzer nicht geeicht, kann der Fahrer den Blitzer anfechten.

Blitzerwarner-App

Im Internet werden verschiedenste Blitzer-Apps angeboten, die dabei helfen sollen, einem Bußgeldbescheid wegen eines Blitzer zu entgehen. Für die Nutzung einer solchen App ist vor allem eine dauerhafte Internetverbindung notwendig, die die Informationen in der Blitzer-App immer wieder aktualisiert und neue Blitzer melden.

Nachfolgend sollen die wichtigsten App-Arten aufgelistet werden:

    • Radarwarner: Erkennt die Strahlung der Messgeräte und warnt den Fahrer.
    • Laser Jammer: Strahlen der Laserpistole werden gestört, sodass keine Messung stattfinden kann.

Bei diesen Werbeversprechen scheint es nicht verwunderlich, dass die Apps viele Fahrer interessieren, allerdings sind beide Methoden nicht erlaubt und werden sowohl mit Bußgeld von 75 Euro als auch mit einem Punkt in Flensburg bestraft.

Gleiches gilt auch für Navigationsgeräte mit der Funktion als Blitzer-Warner. Bereits das Mitführen eines solchen Navigationssystems im Pkw, ohne dass diese Funktion genutzt wird, ist schon illegal und wird nach dem Bußgeldkatalog geahndet.

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