Warum gibt es die Anschnallpflicht?

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Hierzulande gibt es eine Anschnallpflicht. Sie dient der Sicherheit aller.

Hierzulande gibt es eine Anschnallpflicht. Sie dient der Sicherheit aller.

Die Teilnahme am Straßenverkehr ist für alle mit hohen Risiken verbunden, schließlich ist ein Unfall schnell passiert. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist ein Fußgänger schnell übersehen. Deshalb gibt es die Anschnallpflicht.

Auch die Insassen im dahinter fahrenden Auto bleiben bei einem abrupten Bremsmanöver des Vordermanns häufig nicht verschont, wird der erforderliche Mindestabstand nicht eingehalten. Um den Verkehr sicherer zu gestalten, gilt in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung (StVO) deshalb die Gurtpflicht.

Was es mit ihr auf sich hat, ob es Ausnahmen gibt und welche Bußgelder demjenigen drohen, der nicht angeschnallt ist, erläutert dieser Ratgeber.

TatbestandPunkteVerwarngeld (in €)Bußgeld (in €)
Vorgeschriebenen Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht angelegt30
Kind nicht vorschriftsmäßig gesichert transportiert 30
- bei mehreren Kindern 35
Kind ohne jede Sicherung

transportiert
160
- bei mehreren Kindern 170
Amtlich genehmigten Schutzhelm nicht getragen 15
Ein Kind ohne Schutzhelm auf Kraftrad befördert 160
- bei mehreren Kindern 170

Die Gurtpflicht in Deutschland

Egal ob Pkw oder Lkw alle Insassen dieser Fahrzeuge sind in der Bundesrepublik dazu verpflichtet, einen Gurt anzulegen. Eingeführt wurde diese 1976. Damals mussten Gurte jedoch ausschließlich auf den vorderen Sitzen im Auto angelegt werden. Erst acht Jahre später erstreckte sich die Anschnallpflicht auch auf die übrigen Plätze.

Die Einführung der Gurtpflicht erfolgte aus Sicherheitsgründen. Ein Sicherheitsgurt fixiert Personen bei Turbulenzen oder einem Unfall an ihrem Platz und verhindert ihr Herausschleudern. Hierdurch erhöht sich nicht nur die persönliche Sicherheit, auch die Verletzungen anderer Insassen minimieren Sicherheitsgurte. Durch das Fahren ohne Gurt riskieren Sie demnach Verwundungen von Kopf und Halswirbeln. Und auch Brüche, Prellungen und Schnittwunden sind möglich.

Der Gesetzgeber sieht für das Nicht-Anschnallen deshalb sowohl Ahndungen wie Verwarn- und Bußgelder als auch Punkte in Flensburg vor. Diese sind dem Bußgeldkatalog zu entnehmen und werden an späterer Stelle auch aufgeführt.

Wann muss kein Sicherheitsgurt angelegt werden?

Laut Verkehrsrecht gilt die Anschnallpflicht nicht uneingeschränkt, so werden in Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung auch Ausnahmen definiert. Nicht anschnallen müssen sich demnach Personen, die:

  • im Haus-zu-Haus-Verkehr unterwegs sind und im entsprechenden Leistungs- oder Auslieferungsdistrikt wiederkehrend, jedoch nur kurz ihr Kraftfahrzeug (Kfz) verlassen
  • sich in Schrittgeschwindigkeit wie beim Rückwärtsfahren bzw. auf Parklplätzen bewegen
  • in Kraftomnibussen fahren, denen der Transport von stehenden Personen erlaubt ist
  • zum Betriebspersonal von Kraftomnibussen gehören oder auch andere, die Personen mit hohem Betreuungsaufwand begleiten, weshalb ein Verlassen des Sitzplatzes während der Fahrt vonnöten ist
  • in einem Kraftomnibus mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen mitfahren und nur aufstehen und ihren Platz verlassen
Die Anschnallpflicht besteht ebenfalls nicht bei Krafträdern und offenen drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeugen, die bauartbedingt mehr als 20 km/h fahren können – allerdings nur unter der Maßgabe, dass dafür der richtige Schutzhelm getragen wird. Verwenden Fahrer und Beifahrer diese nicht, sind sie dazu verpflichtet, die vorgeschriebenen Sicherheitsgurte anzulegen.

Anschnallpflicht für Kinder

Die Gurtpflicht in Deutschland gilt auch und gerade für Kinder.

Die Gurtpflicht in Deutschland gilt auch und gerade für Kinder.

Und wie sieht es mit der Gurtpflicht bei Kindern aus? Die Kleinen sind häufig sehr bewegungsfreudig und tollen gerne hin- und her.

Ein Anschnallgurt schränkt diese Freiheit erheblich ein und führt schon mal zu Unmut, der in Form von lautem Schreien geäußert wird.

Nichtsdestotrotz: Auch Kinder müssen entsprechend gesichert werden. So schreibt es der Gesetzgeber mit der Anschnallpflicht vor.

Dazu können Erziehungsberechtigte und andere Aufsichtspersonen, die die Kleinen von A nach B transportieren, einen Kindersitz verwenden.

Dieser ist sogar Pflicht bis sie eine Körpergröße von 1,50 m oder das 12. Lebensjahr erreicht haben!

Ein Kindersitz oder ein Sitzerhöher verhindern, dass der Sicherheitsgurt nah am Hals verläuft und das Kind behindert. Da auch für sie die Anschnallpflicht gilt, sollten Eltern während der gesamten Fahrt darauf achten, dass der Nachwuchs auch angegurtet bleibt. Solange dies gewährleistet ist, dürfen Kinder auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

Gurtpflicht für Hunde?

Erwartet Sie auch ein Bußgeld, wenn Sie den Hund nicht anschnallen? Tiere im Auto gelten als Ladung, die zu sichern ist. Paragraph 22 StVO schreibt hierzu vor:

„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Eine Anschnallpflicht für Hunde existiert demnach nicht unbedingt. Sie können Ihren vierbeinigen Liebling auch in einer Transportbox im Kofferraum oder im Fußraum des hinteren Wagenteils transportieren, ohne einen Bußgeldbescheid fürchten zu müssen.

Welche Bußgelder drohen bei Missachtung der Anschnallpflicht?

Fahrzeugführer und Beifahrer, die auf das Anlegen des Gurtes verzichten, müssen mit einem Bußgeld rechnen, sind sie nicht angeschnallt. Unter bestimmten Umständen kommt sogar noch ein Punkt in Flensburg hinzu. Dieser wird im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes vermerkt. Womit Verkehrssünder, die die Anschnallpflicht ignorieren nicht rechnen müssen, ist ein Fahrverbot. Dies weist auch die Bußgeldtabelle aus:

Wer einen vorgeschriebenen Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht anlegt, muss 30 Euro Verwarngeld entrichten. Gleiches gilt, wenn ein Kind nicht entsprechend gesichert wird. Der zu entrichtende Betrag erhöht sich um fünf Euro, wenn es sich um mehrere Kinder handelt.

Noch teurer kommt Verkehrssünder die komplette Abwesenheit von sichernden Maßnahmen bei der Beförderung von Kindern zu stehen. Hierfür drohen in jedem Fall ein Punkt sowie ein Bußgeld von mindestens 60 Euro.

Die Anschnallpflicht ist auch für Taxifahrer gültig. Obwohl es immer wieder vorkommt, dass sie auch mal auf das Anlegen eines Gurtes verzichten – von Bußgeldern ausgenommen, ist diese Berufsgruppe nicht. Auch sie müssen demnach mindestens 30 Euro zahlen, wenn sie die Gurtpflicht missachten.

Hund anschnallen: Auch der Vierbeiner muss gesichert werden. Anschnallen ist nicht unbedingt Pflicht.

Hund anschnallen: Auch der Vierbeiner muss gesichert werden. Anschnallen ist nicht unbedingt Pflicht.

Muss ich als Fahrer zahlen, wenn der Beifahrer nicht angeschnallt ist? In Deutschland gilt, dass jede Person selbst dafür Sorge zu tragen hat, sich anzuschnallen.

Sind hingegen Kinder oder Menschen an Bord, die nicht in der Lage sind, diese Entscheidung zu treffen, hat der Fahrer seine sogenannte Sorgfaltspflicht zu erfüllen.

Sind Sie also mit einem nicht angeschnallten Freund oder Arbeitskollegen unterwegs und werden von einer mobilen Streife der Polizei angehalten, müssen Sie nicht fürchten, das Bußgeld zu übernehmen, nur weil Sie am Steuer saßen.

Geblitzt und nicht angeschnallt?

Manchmal kommt es dazu, dass der rechte Fuß das Gaspedal etwas zu fest drückt und die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird. Das ist ärgerlich, wenn ein mobiler oder stationärer Blitzer Sie erwischt und ein Foto als Beweis schießt. Noch ärger kommt es, ist darauf zu sehen, dass Sie auch die Anschnallpflicht missachtet haben. Was passiert jetzt? Werden Sie für beide Vergehen bestraft?

Häufig wird dieser Umstand von den Behörden als Tateinheit eingestuft. Das bedeutet: Der Verkehrssünder muss nur für das Vergehen geradestehen, das mit der höheren Sanktion belegt ist. Je nachdem wie schnell Sie unterwegs waren, wäre das dann entweder der Tempoverstoß oder die Missachtung der Anschnallpflicht.

Grundsätzlich haben Sie auch immer die Möglichkeit, Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einzureichen. Bei diesem Ansinnen hilft ein erfahrener Rechtsbeistand weiter. Mit seiner Erfahrung und dem entsprechenden Know-how haben Sie die größten Chancen, das etwaige Bußgeld und weitere Sanktionen abzuwenden.

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