Der Abstand beim Fahren – welche Bußgelder drohen bei Missachtung des Sicherheitsabstands?

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Weshalb auf den Abstand zu achten ist

Bei zu geringem Abstand droht ein Bußgeld und mehr.

Bei zu geringem Abstand droht ein Bußgeld und mehr.

Die Einhaltung vom Mindestabstand ist im Straßenverkehr von elementarer Wichtigkeit für die Sicherheit, verhindert er doch Auffahrunfälle, wenn der Vordermann abrupt bremst.

Bis ein Kraftfahrzeug zum Stehen kommt, sind sowohl Bremsweg als auch Reaktionsweg zu überwinden. Ist eine Kollision nicht mehr zu verhindern, sind die Folgen nicht nur für Drängler mitunter drastisch.

Eine zu geringe Entfernung zum vorausfahrenden Autofahrer ist daher insbesondere auf Autobahnen sehr gefährlich, da neben Blech- auch Personenschäden entstehen können.

Der Bußgeldrechner. Ermitteln Sie, was auf Sie zukommt.

Viele Fahrer von Auto, Lastkraftwagen und Co verkennen die Bedeutung eines ausreichenden Sicherheitsabstandes und einer angemessenen Geschwindigkeit. Unter anderem, weil sie ihre Fahrkünste und Reaktionsgeschwindigkeiten überbewerten. Beide Gründe gehören zu den häufigsten Unfallursachen.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht für einen zu geringen Abstand deshalb konkrete Ahndungen vor. Welche Tatbestände die Bußgeldtabelle umfasst, ob neben Bußgeldern auch mit Punkten und gegebenenfalls einem Fahrverbot bei Missachtung der Vorgaben zu rechnen ist und weitere Informationen, erläutern wir an dieser Stelle.

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotLohnt ein Einspruch?
Verstöße bei mehr als 80 km/h. Der Abstand ist geringer als ...
... 5/10 des halben Tachowertes75 Euro1
... 4/10 des halben Tachowertes100 Euro1
... 3/10 des halben Tachowertes160 Euro1
... 2/10 des halben Tachowertes240 Euro1
... 1/10 des halben Tachowertes320 Euro1
Verstöße bei mehr als 100 km/h. Der Abstand ist geringer als ...
... 5/10 des halben Tachowertes75 Euro1
... 4/10 des halben Tachowertes100 Euro1
... 3/10 des halben Tachowertes160 Euro21 MonatHier prüfen
... 2/10 des halben Tachowertes240 Euro22 MonateHier prüfen
... 1/10 des halben Tachowertes320 Euro23 MonateHier prüfen
Verstöße bei mehr als 130 km/h. Der Abstand ist geringer als ...
... 5/10 des halben Tachowertes100 Euro1
... 4/10 des halben Tachowertes180 Euro1
... 3/10 des halben Tachowertes240 Euro21 MonatHier prüfen
... 2/10 des halben Tachowertes320 Euro22 MonateHier prüfen
... 1/10 des halben Tachowertes400 Euro23 MonateHier prüfen

Der Bußgeldkatalog Abstand – ein Überblick

Was ist der Sicherheitsheitsabstand im Straßenverkehr?

Als Abstand ist die Distanz zwischen zwei vor oder nebeneinanderfahrenden Fahrzeugen definiert. Er sollte sowohl nach vorne als auch seitlich einen gewissen Mindestwert nicht unterschreiten.
Es muss ein Mindestabstand nach vorne und zur Seite beachtet werden.

Es muss ein Mindestabstand nach vorne und zur Seite beachtet werden.

Die StVO besagt in § 4 Absatz 1, dass der zum Vordermann einzuhaltende Mindestabstand so groß sein muss, dass auch bei unmittelbarem Einleiten des Bremsvorgangs kein Auffahrunfall verursacht wird. Die Angabe eines konkreten Wertes erfolgt damit nicht. Dies resultiert daraus, dass sowohl das gefahrene Tempo als auch Witterungs- und Verkehrsverhältnisse sich stark auf den Bremsweg auswirken.

Und auch zur Seite ist beispielsweise beim Überholen ein ausreichender Abstand zu berücksichtigen. Festgehalten ist dieser in § 5 Absatz 4 Satz 2 der StVO. Peilt ein Fahrer das Überholen eines einspurigen Fahrzeugs wie Fahrrad oder Motorrad an, muss zu ihnen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Mehrspurige Fahrzeuge sind mit mindestens 1 Meter Abstand zu überholen. Ausnahmen gelten für stehende Linien- und Schulbusse. Hier gilt ein doppelt so großer Sicherheitsabstand (2 Meter).

Den Sicherheitsabstand berechnen

Der Sicherheitsabstand wird nach folgender Formel berechnet:

Anhalteweg = Bremsweg + Reaktionsweg

Beide Parameter werden maßgeblich von der gefahrenen Geschwindigkeit bestimmt. Der einzuhaltende Abstand muss so groß sein, dass bei unerwarteten Bremsvorgängen anderer Verkehrsteilnehmer genug Zeit bleibt, um anzuhalten.

Die Berechnung des Bremswegs ist bei der Ermittlung des richtigen Abstands elementar. Er definiert die Strecke, welche vom Start des Bremsvorgangs bis zum endgültigen Stopp des Fahrzeugs zurückgelegt wird.

Die Berechnung des Bremswegs erfolgt nach folgender Formel:
überwundene Strecke in m = [Geschwindigkeit (in km/h) : 10] * [Geschwindigkeit (in km/h) : 10]

Es gibt einige Faustformeln, derer sich Kraftfahrer für die ungefähre Ermittlung des Sicherheitsabstands bedienen können. Ein Abstandsverstoß sollte durch die Einhaltung der folgenden Regeln vermieden werden:

Der Abstand sollte dem halben Tachowert entsprechen. Bei gefahrenen 80 km/h ist demnach ein Abstand von 40 Metern zum Vordermann einzuhalten.

Zur Orientierung können die zur Fahrbahnabgrenzung aufgestellten Leitpfosten dienen. Sie sind in Abständen von jeweils 50 Metern aufgestellt und können als Anhaltspunkt dienen.

Andere am Verkehr Beteiligte präferieren hingegen die folgende Methode. Bei dieser ist die Länge der zurückgelegten Strecke in einer bestimmten Zeit zu messen.

Innerhalb geschlossener Ortschaften sollte ein Vorderabstand von drei Pkw-Längen eingehalten werden. Behelfsmäßig können Sie auch den Weg, den Sie in einer Sekunde überwunden haben, als Orientierungshilfe nutzen. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h sind das 15 Meter.

Der Mindestabstand auf der Autobahn muss angesichts hoher Geschwindigkeiten größer ausfallen, um Unfälle zu vermeiden.

Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt der Zwei-Sekunden-Abstand. Bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h sind das ca. 65 Meter.

Welcher Sicherheitsabstand zur Seite einzuhalten ist, orientiert sich an denen am Überholvorgang beteiligten Fahrzeugen und den jeweiligen Geschwindigkeiten. Grundsätzlich gilt jedoch: Je schneller sie unterwegs sind, desto größer ist der Abstand einzukalkulieren.

Achtung: Auch die Witterungsbedingungen, also Schnee, Eis, Glätte, Regen oder Nebel wirken sich auf die zum Vorder- oder Nebenmann einzuhalten Distanz aus. Eine vereiste Fahrbahn verlängert den Bremsweg beträchtlich. Eine nebelverhangene Sicht hingegen kann die Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen. Es empfiehlt sich unter diesen Umständen deshalb, den Sicherheitsabstand zu verdoppeln.

Der Sicherheitsabstand beim Lkw

Zu dichtes Auffahren ist bei Lkw sehr gefährlich.

Zu dichtes Auffahren ist bei Lkw sehr gefährlich.

Lastkraftwagen transportieren auf den Straßen Güter unterschiedlichster Art hin und her. Von Benzin über Lebensmittel bis hin zu Tieren ist alles dabei.

Angesichts ihrer Größe und ihres Gesamtgewichts reagieren sie träger auf plötzlich eingeleitete Bremsvorgänge.

Sind die Brummis dann noch mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs, steigt auch die Wucht des Aufpralls erheblich. Gerade bei einer schweren Gesamtmasse des Lkw ist diese enorm.

Wird der vorgegebene Abstand nicht eingehalten, sind daher verheerende Unfallfolgen möglich. Ein Bußgeldbescheid ist in einem solchen Fall in der Regel das kleinere Problem.

Denn: Je schwerer sie sind, desto mehr Zeit benötigen sie, bis sie zum Stehen kommen.

Der Bußgeldkatalog sieht nach gültigem Verkehrsrecht daher folgende Strafen für die Missachtung vor:

  • Nichtbefolgung des vorgegebenen Sicherheitsabstands von 50 Metern bei einem Tempo von über 50 km/h auf einer Bundesautobahn mit einem Lkw über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht: 80 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg
  • Nichtbefolgung des vorgegebenen Sicherheitsabstands von 50 Metern bei einem Tempo von über 50 km/h auf einer Bundesautobahn mit einem kennzeichnungspflichtigen Fahrzeug über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bzw. einem Kraftomnibus mit Fahrgästen: 120 Euro Bußgeld und 1 Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Dieses Bußgeld droht, wird der Abstand nicht eingehalten

Drängler haben mit einem Bußgeldbescheid zu rechnen.

Drängler haben mit einem Bußgeldbescheid zu rechnen.

Wird dem Mindestabstand beim Auto zuwidergehandelt, drohen Bußgelder in unterschiedlichen Höhen.

Der Umfang variiert zwischen Beträgen von 20 Euro bis 400 Euro. Während das unnötige, plötzliche Bremsen mit einhergehender Sachbeschädigung mit lediglich 30 Euro Bußgeld zu buche schlägt, drohen bei der Missachtung des Mindestabstands bei gefahrenen 80 km/h und mehr (weniger als 3/10 des Tachos) neben einem Bußgeldbescheid über 160 Euro, auch 2 Punkte und ein einmonatiges-Fahrverbot.

Die härteste Ahndung trifft laut Verkehrsrecht ebenjene Verkehrsteilnehmer, die bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h und mehr einen Abstand von weniger als 1/10 des Tachowerts einhalten.

Solche Drängler werden mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft. Sie erwarten eine Geldstrafe von 400 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

Der Sicherheitsabstand in der Probezeit

Hat sich ein Fahranfänger in der Probezeit ein Abstandsvergehen geleistet, erwarten ihn die bereits aufgeführten Strafen des Bußgeldkatalogs. Da sie sich in einer Phase der Bewährung befinden, kommen aus verkehrserzieherischen Gründen noch weitere Ahndungen hinzu.

Ein Abstandstoß zählt zu den A-Delikten. Er geht mit der Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre einher. Zudem wird ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet, das der Nachschulung des Führerscheinneulings dient. Er kann diese Aufforderung nicht umgehen und muss seine Teilnahme innerhalb einer gewissen Frist nachweisen, um ein Fahrverbot zu umgehen.

Kam es aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum zur Missachtung des Mindestabstands, ist ein besonderes Aufbauseminar zu absolvieren. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf ungefähr 200 Euro, können je nach Anbieter und Region aber auch höher ausfallen.
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